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Produktdesign

Storch zieht bei der Entwicklung neuer Produkte, wie Pinsel oder Kleistergeräte, von Beginn an Designer mit ein.

Nutzwert statt Spektakel

Gerade beim traditionellsten aller Werkzeuge des Malerhandwerkes hat es in der jüngsten Vergangenheit wesentliche Innovationen gegeben, die heutigen Filamente für die Borsten haben wenig mit den einst so geschätzten Naturborsten gemein – kein Wunder, schließlich hat sich auch die Lackwelt gründlich gewandelt. Beim Wuppertaler Malerwerkzeughersteller Storch entschied man sich daher zu einer gründlichen Erneuerung des Pinselangebotes – das Ergebnis sind die beiden Pinselfamilien „ClassicStar" und „AquaStar", die sich primär durch die Art ihrer Filamente unterscheiden. „ClassicStar" wurde für die Verarbeitung von lösemittelbasierten Farben konzipiert und ist durch die schwarz-weißen Borsten erkennbar. „AquaStar", mit den blau-weißen, längeren Borsten, dient der Applikation wasserbasierter Lacke. Damit bietet Storch als einer der wenigen Hersteller Pinsel an, die für die jeweiligen Lacksysteme optimiert sind und nicht nur für ein besseres Oberflächenfinish sorgen, sondern auch noch erheblich länger als Naturborsten halten – Storch spricht hier von einer fünffach erhöhten Lebensdauer.

Bekanntlich aber machen Borsten alleine noch keinen Pinsel, genauso entscheidend ist die fassende Zwinge und natürlich der Stiel. An dieser Stelle kommt neben der Storch-Entwicklungsabteilung nun das Design ins Spiel – besser gesagt, der Wuppertaler Oliver Stotz mit seinem Team. Hersteller und Designer sind bereits ein erprobtes Team, denn Stotz begleitete auch die Neukonzeption der Dämmplattenschneider von Storch.

 


Die Zwinge verbindet den Stiel mit den Filamenten – sie besteht aus Kunststoff, rostet also nicht, ist auf lange Lebensdauer ausgelegt und folgt dem arbeitenden Holzgriff. Die blaue Zwinge ist durchgehendes Erkennungsmerkmal der Pinselserien.

 

Betrachtet man die neuen Pinselfamilien – vom Flach- über den Heizkörper- und den Ringpinsel sind alle wichtigen Typen vorhanden – so ist man vielleicht zunächst von deren Schlichtheit überrascht. Doch genau dies zeichnet Design im Grunde aus: nicht durch Styling möglichst viel Aufsehen zu erzeugen, sondern die Qualität in der Reduktion zu suchen. Erkennbar ist dies beispielsweise am Stiel: Maße sowie Konturierung sind so gewählt, dass der Pinsel besser in der Hand liegt und die Führung exakter gelingt. Und weil eine ergonomischere Formgebung auch die Ermüdung reduziert, steigt die Produktivität – ein gewichtiges Argument im Malerhandwerk, in dem nach wie vor die manuelle Arbeit dominiert.


Der Stiel der neuen Pinselserie besteht aus un-lackiertem Buchenholz. Die durchdachte Konturierung unterstützt die präzise Führung des Pinsels.

 

Übrigens stellt Storch die Pinsel ebenfalls weitgehend in Handarbeit in der eigenen Produktion her, weshalb man herstellerintern auch von der Manufaktur spricht. All diese Fertigungsprozesse, auch das 3-D-Fräsen der Stiele aus Buchenholz, mussten bereits bei der Konzeption der verschiedenen Pinseltypen berücksichtigt werden.

Design zeigt sich im Detail

Etwas komplexer aufgebaut ist der „Tapetomat E", wobei es sich hier exakt um ein abgestimmtes System aus Kleistergerät, Untergestell und Maschinentisch handelt. Auch hier wurde das technische Konzept vom Designer nutzungsoptimiert. Das beginnt bei den robusten Steckverbindungen, über die sich die Unterbauten zusammensetzen lassen, geht über die großen Lenkrollen mit Feststellbremsen bis hin zum Prinzip, inklusive des Kleistergerätes alles ganz ohne Werkzeuge zerlegen zu können. So lässt sich die Haube sofort abnehmen, was das Einlegen von Tapeten und spätere Reinigen der Maschine erheblich erleichtert. Die Kleisterwanne ist nicht nur vom Volumen vergrößert, ihre spezielle Form mit leicht geneigtem Boden reduziert die Mindestkleistermenge und erleichtert die Entleerung mit dem integrierten Wannenschieber, der den Restkleister zum Abfluss bewegt. Ergonomie ist auch hier das zentrale Thema, wozu die Arbeitshöhe von 90 Zentimetern zählt, die variable Nutzung des Gerätes auf engstem Raum, die präzise und stufenlos voreinstellbare Kleisterzugabe und natürlich die leichtgängige Mechanik der Walzen.

Mehr als ein Kleistergerät: Beim Tapetomat E gehören Untergestell und Maschinentisch zum System. Beide Elemente lassen sich schnell zerlegen.


Neu geformt: Die Wanne mit ihrem geneigten Boden reduziert die Mindestkleistermenge.

 

Kluges Design

Kluges Design macht sich nützlich, erleichtert die Arbeit mit durchdachten Details und spart Geld, weil die Geräte leichter, schneller einsetzbar, sparsamer und einfacher im Handling werden. Übrigens erhielt die Pinselserie schon jetzt ihre erste Auszeichnung, den internationalen Designpreis „Focus Silver 2014" – vor allem wegen der ergonomischen und markengerechten Gestaltung.

Malerblatt 10/2014
Armin Scharf
Abbildungen: Storch
 

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