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Produktivitäts-Gewinn

Vor allem bei größeren Objekten sind mit Nespri-TEC seit 10 Jahren höhere Erträge zu realisieren.

Produktivitäts-Gewinn

Es kommt nicht so häufig vor, dass es echte technische Innovationen im Malerhandwerk gibt – und schon gar keine, die man mit Fug und Recht als Quantensprung bezeichnen kann. Nach wie vor prägt der Umgang mit Walze, Pinsel und Spachtel das Bild. „Bis vor zehn Jahren mussten wir Fassaden noch wie vor 50 Jahren mit der Walze streichen, weil die Spritztechnik mit zu vielen Problemen behaftet war", berichtet Malermeister Stefan Füll aus Wiesbaden. Der 49-jährige Malermeister ist seit 1997 Inhaber eines Betriebs mit 20 Mitarbeitern und führt alle Arbeiten des Malerhandwerks aus, sowohl für private als auch öffentliche Kunden. „Zu schaffen machte uns vor allem der Sprühnebel, der beim Spritzen entsteht. Denn der hatte zur Folge, dass wir etwa parkende Autos oder Fensterscheiben beschmutzten, die wir dann wieder aufwendig reinigen mussten." 2004 hatte dies für seinen Betrieb gravierende Konsequenzen. „Wir hatten damals einen Auftrag von einem Wohnungsbauunternehmen, für das wir einen ganzen denkmalgeschützten Straßenzug sanieren mussten. Unter anderem mussten wir etwa 13.000 Quadratmeter Fassadenfläche neu streichen. Nach dem ersten Haus stellte sich heraus, dass der Putz dermaßen rau war, dass unser Aufwand für Material und Zeit weit über dem gewesen wäre, was wir kalkuliert hatten. Einfacher ausgedrückt: Wir hätten an dem Objekt einen massiven Verlust hinnehmen müssen. In dieser Situation nahm der damalige Caparol-Verkaufsberater mit mir Kontakt auf und stellte uns das Nespri-TEC System vor, das wir seither in unserem Betrieb einsetzen."

Neue Technik

Jan Weiner, im Caparol-Produktmanagement für den Bereich Farben und Putze zuständig, berichtet. „Spritztechnik gab es zu diesem Zeitpunkt schon lange. Bis zur Jahrtausendwende galt es aber als technisch unmöglich, das Sprühnebel-problem in den Griff zu bekommen. Damals befasste sich der Malermeister Michael Heil intensiv mit der Thematik und trat glücklicherweise an Caparol heran. Bei der Lösung des Problems galt es, große technische Hürden zu überwinden. Im Verbund zwischen Forschungsinstituten, Industrie und Handwerk konnten diese jedoch genommen werden. Das Fraunhofer-Institut für Wirtschaftsmathematik an der TU Kaiserslautern entwickelte etwa eine mathematische Formel zur Berechnung der Tröpfchengröße und ihrer Verteilung beim maschinenunterstützten Airless-Spritzen. Mehrere Handwerksbetriebe waren involviert, um baustellengerechte Optimierungen der einzelnen Prozessschritte vorzunehmen. Caparol entwickelte die dafür erforderlichen Beschichtungsstoffe und der Spritzgerätehersteller Wagner aus Markdorf das innovative Spritzsystem. Die technische Lösung sieht so aus, dass ein Airless-Gerät die Farbe ansaugt und dabei den richtigen Druck aufbaut. Ein speziell beheizter Hochdruckschlauch sorgt für eine konstante Temperatur der Farbe, die am Spritzgerät elektronisch überwacht wird. Das Material hat dadurch immer die richtige Konsistenz und muss nicht zusätzlich verdünnt werden. Die damals neu entwickelte Doppeldüse gewährt schlussendlich als letzte Komponente den nebelfreien Auftrag. Für die Bedienung sind sinnvollerweisezwei Mitarbeiter erforderlich, einer, der die Farbe aufträgt, ein anderer, der mit der Walze leicht nachrollt. Das Nachrollen ermöglicht ein gleichmäßiges Oberflächenbild sowie eine optimale Verbindung der Farbe zum Untergrund. 2004 war es dann endlich so weit, das neue System wurde erfolgreich in den Markt eingeführt."

Für Malermeister Füll war dies eine echte Chance, den Auftrag zu retten. „Wir waren damals gerne bereit, dieses System in dieser Situation zu testen. Unabhängig von dem Auftrag wollten wir aber wissen, inwieweit die Technik uns bei weiteren Aufträgen einen Vorteil verschafft. Mit der Inbetriebnahme haben wir daher eine Art Wettbewerb veranstaltet und das neue System gegen die klassische Methode getestet. Die Ergebnisse haben uns völlig überrascht: Wir haben lediglich die Hälfte der Zeit benötigt, um vergleichbare Flächen zu bearbeiten. Das war für uns natürlich ein riesiger Produktivitätsvorteil."

Heutiger Standard

Inzwischen gehört Nespri-TEC zum Alltag in vielen Malerbetrieben. Markus Wöll ist Verkaufsberater von Caparol in Hessen. Seiner Meinung nach ist es für einen modernen Malerbetrieb nahezu unerlässlich, diese Technik zu nutzen. „Jeder Betrieb, der mehrere Mitarbeiter hat und regelmäßig Fassadenflächen ab einer Größe von 200 bis 300 Quadratmeter bearbeitet, sollte diese Technik nutzen. Denn er wird sonst Wettbewerbsnachteile gegenüber der Konkurrenz haben, was sowohl Preise als auch Margen angeht. Außerdem ist es für einen gut geführten Betrieb wichtig, immer auf dem Stand der Technik zu sein." Er betont, dass sich das System auch in Innenräumen gut anwenden lässt: „In Tiefgaragen oder etwa auch bei großen Innenflächen verringert sich der Abklebeaufwand im Vergleich zur herkömmlichen Spritzapplikation deutlich." Für Jan Weiner hat sich die Technik bewährt. „Wir hatten in den letzten zehn Jahren keinen Anlass, an der grundlegenden Technik etwas zu ändern. Bis auf kleinere technische Modifikationen aufgrund von Anregungen aus dem Malerhandwerk haben wir unser Augenmerk vor allem darauf gelegt, das Produktsortiment deutlich auszuweiten." Zum Start des Systems standen eine Fassadenfarbe, eine pigmentierte Grundierung und eine Innenraumfarbe zur Verfügung. „Heute haben wir einen Großteil des Standardsortiments Nespri-TEC-fähig gemacht. Wir bieten mittlerweile neben der Grundierung vier unterschiedliche Fassaden- und drei Innenraumfarben an. Dazu gehören beispielsweise zwei Farben auf Basis der innovativen Nano-Quarz-Gitter-Technologie, die Fassaden länger sauber hält und sich darüber hinaus durch höchste Farbtonbeständigkeit auszeichnet." Habe es ganz zu Beginn noch Einschränkungen bei der Auswahl der Farbtöne gegeben, sei dies heute nicht mehr der Fall.

Bei Malermeister Füll ist das System seit dem ersten Auftrag in ständigem Einsatz. „Seitdem nutzen wir Nespri-TEC, wo es nur geht. Das System ist benutzerfreundlich und wenig wartungsintensiv. Ein weiterer, nicht zu verachtender Vorteil ist das wesentlich angenehmere und ermüdungsfreiere Arbeiten. Meine Mitarbeiter müssen zum einen keine schweren Farbeimer mehr auf die Gerüste schleppen, zum anderen ist die Handhabung im Vergleich zum herkömmlichen Farbauftrag mit der Walze wesentlich ergonomischer und damit weniger anstrengend.

Wir waren gerne bereit, das System zu testen.

 

Malerblatt 10/2014
Kai Sonntag
 

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