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Fassadenreinigung

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Bei der Fassadenreinigung sind Know-how und Erfahrung gefragt. Aber auch die technische Ausrüstung muss stimmen.

Die Hochdruckreinigung mit Heißwasser ist hierbei ein bewährtes Verfahren. Luftschadstoffe, Farbschmierereien, Vogelkot, Schimmelpilz- und Algenbildung – viele Einflüsse beeinträchtigen die Ästhetik einer Fassade und beschleunigen gleichzeitig ihren Verfall. Die Reinigung von Fassaden dient daher nicht nur ihrer optischen Aufwertung, sondern auch ihrem Wert-erhalt. Eine weitere, für Maler und Stuckateure wichtige Aufgabe der Fassadenreinigung ist die Herstellung eines tragfähigen Untergrunds für nachfolgende Arbeitsgänge.

Mit Hochdruck reinigen

Fassadenoberflächen aus Werkstein oder Putz weisen hinsichtlich der Ma-terialzusammensetzung, Oberflächenstruktur und des Verwitterungszu-stands große Unterschiede auf. Das hat natürlich großen Einfluss auf ihre mechanische und chemische Belastbarkeit. Ein Reinigungsverfahren muss folglich in erster Linie anpassungsfähig sein. Ein roh behauener Granit ist anders zu behandeln als ein blank polierter Marmor oder ein verwitterter Sandstein.
Wie bei keiner anderen Reinigungsmethode können bei der Hochdruckreinigung die Faktoren Druck, Wassermenge, Temperatur und Reinigungsmittel exakt den jeweiligen Erfordernissen angepasst werden. Sie beeinflussen das Reinigungsergebnis erheblich. Dabei ist die Wassermenge entscheind, denn hohe Wassermengen sorgen für einen effektiven Schmutzabtrag bei gleichzeitig hoher Schwemmwirkung.
Die Hochdruckreinigung bietet also dem Anwender maximale Anpassungsfähigkeit. Sie lässt sich bei den unterschiedlichsten Werkstoffen, Formen und Strukturen einsetzen. Auch für andere Verfahren unzugängliche Stellen lassen sich damit reinigen. Anwender schätzen zudem den relativ geringen apparativen Aufwand: Reinigungsgerät, Schlauch, Pistole – das war’s. Nicht zuletzt deshalb hat sich das Verfahren als Technik für die wirtschaft- liche Entfernung von Fassadenverschmutzungen weltweit etabliert.

Heißassergeräte im Vorteil

Für die Fassadenreinigung stehen sowohl beheie als auch unbeheie Hochdruckreiniger zur Verfügung. Grundsätzlich sind Heißassergeräte von Vorteil. Wasser mit einer Temperatur von 80 Grad Celsius reduziert die Reinigungszeit um bis zu 40 Prozent. Zudem trocknen die Oberflächen schneller ab, was den Bauablauf beschleunigt. Der größte Vorteil des Heißasserverfahrens liegt jedoch im reduzierten Bedarf an Reinigungsmitteln. Oft kann der Anwender darauf sogar komplett verzichten. Das verringert die Umweltbelastung und den Entsorgungsaufwand: Das Abwasser muss nicht neutralisiert werden.
Eine Besonderheisind Heißassergeräte mit Dampfstufe. Ihr Dampfsprühstrahl kommt bei druckempfindlichen oder besonders zerklüfteten Oberflächen zum Einsatz. Die höhere Wärmezufuhr löst auch Verschmutzungen mit hohem Schmelzpunkt. Zudem hat der Dampfstrahl ein hohes Kriechvermögen, spritzt nicht zurück und ist sparsamer im Wasser- und Reinigungsmittelverbrauch. Damit schont das Verfahren also nicht nur den Untergrund und die Umwelt, sondern auch die Gesundheides Anwenders – wenn das kein Grund ist, sich vor Anschaffung eines Gerätes dessen Einsatzmöglichkeiten genauer anzuschauen.


Heißwasser-Hochdruckstrahlen ist ideal für die Entfernung von Algen, Flechten, Schimmelsporen und Moosen. Fotos: Kärcher

Annette Ostertag, Kärcher

Fragen an den Experten: Gerd Heiich, Schulungsleiter Alfred Kärcher Vertriebs-GmbH

Herr Heidrich, wie geht man bei der Fassadenreinigung am besten vor?

Vor der eigentlichen Reinigung sollte der Betrieb Vorversuche durchführen. So lässt sich die Reaktion des Fassadenwerkstoffs auf unterschiedliche Drücke, Temperaturen und Reinigungsmittel testen. Danach sind Öffnungen abzudecken und elektrische Anlagen an der Fassade abzuschalten. Anschließend wird mit der geeigneten Düse von oben nach unten gereinigt. Bei Einsatz von Reinigungsmitteln kehrt sich die Richtung allerdings um: dann ist abschnittsweise von unten nach oben zu reinigen. Bei stark saugenden Untergründen ist vorzunässen. Andernfalls dringt das Reinigungsmittel zu stark in die Kapillare ein, was später zu Ausblühungen führen kann. Grundsätzlich sollte nie bei Außentemperaturen unter fünf Grad Celsius gearbeitet werden.

Gerd Heidrich


Wie beeinflussen Düsendruck, Spritzabstand und Wassermenge die Reinigungsleistung?

Düsendruck und Wassermenge bestimmen zusammen mit dem Spritzabstand und -winkel den Aufpralldruck, das heiß den Druck, der an der Oberfläche der Fassade auftritt und der sehr wichtig für die Reinigungswirkung ist. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass große Wassermengen hohe Aufpralldrücke erzeugen, die der Anwender der Oberfläche angemessen regulieren muss, indem er den Spritzabstand und den Spritzwinkel der Hochdruckdüse anpasst. Außerdem gewährleistet eine hohe Wassermenge den zuverlässigen Abtransport des gelösten Schmutzes; für die Fassadenreinigung sind ab 1.000 Liter pro Stunde empfehlenswert. Wichtig sind die geeignete Düse und der richtige Abstand zur Oberfläche. In der Regel sind das 15 bis 30 Zentimeter. Bei einem zu hohen Aufpralldruck kann die Fassade beschädigt werden.

Welcher Gerätedruck und welche Düsenform sind bei welcher Verschmutzung empfehlenswert?

Bei der Fassadenreinigung wird mit einem Gerätedruck von 100 bis 150 bar gearbeitet. Mit bis zu 500 bar wird entschichtet, um beispielsweise eine homogene Betonoberfläche zu erzielen und den entsprechenden Haftgrund für Neubeschichtungen zu erzeugen. Je nach Art der Verschmutzung sind unterschiedliche Düsenformen empfehlenswert: Ein Punktstrahl mit einem Spritzwinkel von null Grad hat eine gute schmutzbrechende Wirkung. Die Flächenleistung ist jedoch gering. Ein Flachstrahl bietet, bei einem Spritz-winkel von 25 Grad, eine hohe Flächenleistung durch seinen breiten Strahl. Allerdings ist die Reinigungswirkung geringer. Die rotierenden Punkt-Strahldüsen, besser bekannt als „Dreckfräser“, kombinieren die Vorteile beider Strahlarten. Durch die Überlagerung der rotierenden Bewegung des Strahls mit der linearen des Strahlrohrs entsteht ein flächendeckendes und gleichmäßiges Spritzbild. Allerdings dürfen diese Düsen bei der Reinigung von wärmegedämmten Fassaden und Holzverkleidungen nicht eingesetzt werden, da der Aufpralldruck sehr hoch ist und es daher zu Beschädigungen kommen kann.


Was ist beim Einsatz von Reinigungsmitteln zu beachten?

Es ist unbedingt auf die Säure- bzw. Alkalibeständigkeit des Fassadenmaterials zu achten. Kalkhaltige Natursteine wie Marmor, Travertin oder Solnhofener Platten sind säureempfindlich und sollten mit leicht alkalischen oder neutralen Reinigungsmitteln gereinigt werden; ebenso zementhaltige Kunststeine. Granit und Schiefer sowie die Kunststeine Ziegel, Fliesen und Klinker sind säurebeständig; hier kann mit einem schwach sauren Reinigungsmittel gearbeitet werden. Bei Putzen werden ausschließlich neutrale Mittel eingesetzt, bei Edelputzen unter Umständen auch ein schwach alkalischer Reiniger. Offenporige Materialien wie Naturstein und Klinker sollten bewässert werden, um die Kapillaren zu sättigen. Holzfassaden sind ohne die Zugabe von Reinigungsmitteln und mit maximal 80 Grad Celsius heißm Wasser zu reinigen. Hier ist die Auswahl von Spritzwinkel und -abstand besonders wichtig, um die weichen Anteile im Holz nicht herauszuspülen.

Welche Vorschriften sind zu beachten?

In jedem Regierungsbezirk, ja in jeder Stadt oder Gemeinde gibt es separate Regelungen für die Einleitung und Entsorgung von Schmutzwasser. Generell gilt: Schmutzwässer dürfen nicht in das Erdreich gelangen; die Mindestanforderung ist eine Einleitung in die Schmutzwasserkanalisation. Dies muss der Betrieb vorab mit den örtlichen Behörden (Abwasser-Wirtschaftsamt) abklären. Gebräuchlich ist es, das Schmutzwasser über ein Wannensystem aufzufangen, zu filtern und dann in die Schmutzwasserkanalisation einzuleiten. Werden Reinigungsmittel verwendet, muss es zuvor noch neutralisiert werden.

Herr Heidrich, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Quelle: Malerblatt 09/2011
 

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