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Hochhäuser dämmen


Sechsundsechzig Meter – das derzeit höchste Gebäude mit einem WDVS steht in Frankfurt am Main.

Nicht nur deshalb war der Westside Tower ein komplexes Projekt.

Auch in Frankfurt/Main ist Wohnraum Mangelware, obwohl der Wohnbau brummt wie schon lange nicht mehr. Beispielsweise im Europaviertel. Schon jetzt ist dort eines der markantesten Gebäude bezogen: Der Westside Tower. Das 66 Meter hohe Wohngebäude umfasst 244 Mietwohnungen. Die ein- bis vier-Zimmerwohnungen zwischen 35 und 150 Quadratmetern Wohnfläche verfügen sämtlich über Balkon, Loggia oder Terrasse und bieten je nach Lage sowie Geschosshöhe atemberaubende Ausblicke auf die Frankfurter Skyline bis zum Taunus.

WDVS bis 66 Meter Höhe

Unter der Putzoberfläche der Fassade verbirgt sich ein mineralisches, nicht brennbares WDVS. Damit wird der Westside Tower zum aktuell höchsten deutschen Gebäude, das ein energetisch hochwirksames Wärmedämmverbundsystem trägt. Doch nicht nur die absolute Höhe macht den Westside Tower zu einem herausragenden Projekt, auch die Quantität: Auf rund 8.000 Quadratmeter summieren sich die Dämmarbeiten an den Fassaden. Dabei kamen gleich drei Caparol-Dämmsysteme mit Dämmstärken zwischen 120 und 200 Millimeter sowie unterschiedlichen Aufbauten zum Einsatz. Den größten Part übernimmt das Caparol WDV-System Pro Extra, zwischen den Fenstern und unter den Brüstungsbereichen ist wegen der niedrigen Hellbezugswerte der Deckbeschichtung das speziell für intensive und dunkle Farbtöne entwickelte System Carbon Extra appliziert.


Umlaufende Profile

Auch hinter der dunklen Steinoberfläche des Erdgeschosses verbirgt sich ein spezielles Wärmedämm-Verbundsystem von Caparol. Die 500 Quadratmeter große Sockelfläche basiert auf dem Lithoboard-System mit der besonders abrissfesten und verdübelten Mineralwolle-Lamelle VB 101, einer Gewebearmierung mit Dübelung und der Naturstein-Verkleidung aus echtem italienischem Basalt. „Ursprünglich befanden sich noch ein Muschelkalk sowie ein Sandstein in der engeren Auswahl“, erklärt Jörn Gehrig, Bauingenieur und Technischer Leiter bei Caparol für das Gebiet Mitte. „Aufgrund seiner ausdrucksstarken Farbigkeit sagte der Basalt dem Investor jedoch am meisten zu“. Speziell nach individueller Stückliste in zehn verschiedenen Formaten gefertigt, wurden die zehn Millimeter starken Basaltplatten auf dem Caparol-WDVS verklebt.

Neben den Dämmsystemen samt Deckputzen und Beschichtung lieferte Caparol auch knapp 4.000 Meter Fassadenprofile aus der Capapor-Familie. Sie bilden den oberen und unteren Abschluss der hellen, horizontalen Fassadenbänder, treten als filigrane Linien auf und verwandeln sich im Bereich der Balkone und Loggien in tiefe Gesimse, wo sonst traditionelle Verblechungen für Wetterschutz sorgen, aber das konsistente optische Bild unterbrochen hätten. Die vor Ort dunkel beschichteten, leichten Profile bieten eine dezidierte Wasserführung: oben per Gefälle und unten per Tropfkante.

Geballtes Know-how

Durch die Komplexität des Baukörpers mit seinen Faltungen, den auskragenden Balkonen, Rücksprüngen in den Loggien gestaltete sich die Planung und Umsetzung des Wärmedämm-Verbundsystems als ausgesprochen anspruchsvoll. „Wir hatten es mit kniffligen Anschlüssen zu tun, die sich teils auch erst während des Bauablaufes entwickelten“, so Philipp Burger, der für Caparol während der Ausführung vor Ort der erste Ansprechpartner für alle Fragen war. Er nahm Besprechungstermine mit dem Generalunternehmer und den Planern wahr, sorgte für die Begehung der Fassade, um die Einhaltung der Zulassungsparameter sicherzustellen. Neben Philipp Burger war eine ganze Gruppe von Caparol-Experten mit dem Projekt betraut, Jörn Gehrig fungierte als technischer Ansprechpartner in allen Belangen, entwickelte und erstellte die komplette Detailplanung für den Verarbeiter FCN GmbH aus Nürnberg und übernahm die technische Abstimmung zwischen allen Beteiligten. Bereits im Vorfeld unterstützte Gehrig seinen Hamburger Kollegen Udo Cordes, Planer- und Objektberater, bei der Erstellung des Leistungsverzeichnisses mit den verschiedenen, technisch komplexen Systembestandteilen. Udo Cordes indes war die Schlüsselperson im Norden: seit den ersten Überlegungen zum Projekt hielt er den Kontakt zum Investor sowie zum Planungsbüro MPP. Er entwickelte die ersten technischen Umsetzungen, zog je nach Anforderung seine spezialisierten Kollegen hinzu und begleitete den gesamten Vergabeprozess. Zudem verantwortete er die Bemusterung der verschiedenen Oberflächen, Materialien sowie Farben samt Freigabe durch Investor und Planer. Als Entwurfsbüro bis Leistungsphase 4 waren die Frankfurter Architekten msm involviert, danach widmete sich MPP aus Hamburg der Generalplanung.

Außerdem im Caparol-Team mit dabei war Stefan Urban, der die verarbeitungsspezifischen und organisatorischen Fragen mit dem Verarbeiter FCN klärte. „Die am Objekt verfügbare Lagerfläche war extrem begrenzt, also mussten wir in der heißen Phase die Materiallieferungen fast täglich mit dem Verarbeiter und der örtlichen Bauleitung abstimmen und koordinieren,“ beschreibt Urban die logistischen Rahmenbedingungen vor Ort.

„Eine weitere Herausforderung war es, langlebige technische Lösungen für komplexe Anschlüsse zu finden, die auch den gestalterischen Vorgaben der Planer entsprachen“, so Jörn Gehrig. „Wir haben letztlich die gesamten Details in Zusammenarbeit mit den Planern, dem Generalunternehmer sowie dem Verarbeiter entwickelt sowie zeichnerisch umgesetzt. Mit Standard-Details ließ sich hier nichts lösen, alles musste objektbezogen erarbeitet und konzipiert werden, darunter die Abdichtung der Capapor-Profile, die Anschlussdetails des Natursteins sowie die Übergänge aller dieser Baustoffe zueinander“. Dabei waren auch ganz neue Entwicklungen gefragt – etwa für ein waagerecht montierbares Fugenprofil, das vertikale Bewegungen von bis zu 20 Millimetern aufnimmt und optisch nur minimal erkennbar ist. „Das gab es bisher noch nicht am Markt, also entwickelten und produzierten wir es extra für das Objekt“, berichtet Gehrig.

Nicht genug, dass die rein baulichen Aspekte schon sehr komplex waren, auch die Koordinaten aller Beteiligten forderten viel Aufmerksamkeit:. Waren die Planer in Hamburg verortet, so kam der Verarbeiter aus Nürnberg. Nur der Generalunternehmer war vor Ort. „Wir haben die unterschiedlichen Ansprechpartner koordiniert, bei der Vorbereitung, Ausführung und Baustellenlogistik“, sagt Philipp Burger. Dass dabei das Augenmerk stets auf maximaler Qualität lag, versteht sich hier in besonderem Maße: „Mängel, die später auftreten, lassen sich angesichts der Höhen nur unter großem Aufwand bearbeiten“, sagt Stefan Urban im Hinblick auf die Dimensionen des Projektes. Um dabei auch rationell vorgehen zu können, setzte der Verarbeiter FCN auf serielle Arbeitsweisen und stellte Teams zusammen, die jeweils für einzelne Arbeitsschritte zuständig waren.

„Das Objekt sieht richtig gut aus“, sagen Philipp Burger und Udo Cordes übereinstimmend. „Wir haben gezeigt, dass Caparol als starker Partner die komplexen Anforderungen seitens der Architektur, der Technik und Logistik beherrscht“. Auch Projektleiter Niels Nirenberg von MPP lobt die intensive Betreuung durch die Caparol-Experten, ohne die das architektonische Konzept so wie geplant nicht aufgegangen wäre.


Bautafel

Objekt: Westside Tower, Frankfurt/Main

Bauherr: Revitalis Erste Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg

Architektur: MPP Meding Plan + Projekt GmbH, Hamburg; msm meyer schmitz-morkamer, Frankfurt

Ausführung: F.C.N. Bauunternehmen GmbH, Nürnberg

Generalunternehmer: Max Bögl Bauservice GmbH und Co. KG,

Niederlassung Frankfurt

Verwendete Produkte: WDVS Carbon Extra, WDVS Pro Extra, Lithoboard-System, Capapor Dekorprofile

Armin Scharf
Malerblatt 06/2017

 

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