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Aktivhaus "B10"

Passivhaus war gestern – sagt Werner Sobek und präsentiert in Stuttgart gleich den „B10" genannten Prototypen.

Noch ist das im Sommer eröffnete „B10" ein Forschungsgebäude, das nachweisen soll, dass mit innovativen Technologien und einer vorausschauenden Haussteuerung Gebäude machbar sind, die mehr Energie produzieren als sie selbst benötigen. Das ist prinzipiell nicht neu, doch das Aktivhaus „steuert sein energetisches Verhalten vorausschauend und selbstständig, indem es online mit einem Wetterdienst verbunden ist und somit weiß, wie viel Energie es in den kommenden Stunden und Tagen erzeugen wird", so Werner Sobek, Architekt, Ingenieur und Vordenker aus Stuttgart.

Das Gebäude ist nur dann transparent, wenn es benutzt wird – ansonsten klappen zugbrückenähnlich große Elemente nach oben und verschließen die Glasfront.


Das 85 Quadratmeter kleine Gebäude basiert auf dem Modulhaus „Living Space" des Fertigbauers Schwörer. Konstruktiv ist das „B10" ein Holzständerbau, dank der 3,8 Zentimeter starken Vakuumisolationspaneele hoch gedämmt und mit einer Außenhülle aus textilem Glasfasergewebe bespannt, das leicht demontierbar ist. Denn das Gebäude soll vollständig recycelbar sein und nach der Testphase wieder vollständig aus dem Stuttgarter Weißenhofgelände verschwinden. Besonders die beliebten Verbundwerkstoffe, die sich nur schwer oder gar nicht sortenrein trennen lassen, haben in Sobeks Baustrategie keinen Platz.

Viele solcher autarken Einheiten könnten die Energiewende voranbringen – Werner Sobek ist optimistisch, durch Standardisierungen einen Serienpreis von 3.000 Euro pro Quadratmeter realisieren zu können.

Ist bereits die Vakuumdämmung der Fassaden und des Bodens eine Novität, so besteht die transparente Front aus einer Dreifach-Vakuumverglasung mit nur 17 Millimeter Dicke eines chinesischen Herstellers. Das Energiekonzept kombiniert einen extrem minimierten Primärenergieverbrauch für die Raumwärme – daher auch die Extremdämmung – mit einer Wärmepumpe, einem Eisspeicher, einer Photovoltaik- und Solarthermie. Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe greift auf zwei Quellen zu: Auf den 15 Kubikmeter großen Eisspeicher im Erdreich neben dem Gebäude und auf die dachmontierte Solarthermie, die in die Photovoltaik-Module integriert ist. Dem Eisspeicher wird so lange Energie entzogen, bis das flüssige Wasser in den festen, gefrorenen Zustand übergeht. Bei diesem Phasenwechsel lässt sich viel Energie entnehmen. So dient der Eisspeicher im Winter als Wärmequelle, im Sommer als Kühlelement. Die softwarebasierte und selbstlernende Haussteuerung bildet den intelligenten Kern des ganzen Gebäudes. Sie entscheidet, ob die jährlich rund 8.300 kWh Strom produzierenden PV-Module das Elektroauto laden, die hauseigenen Batterien füllen, direkt verbraucht werden oder an externe Verbraucher fließen. Etwa an Nachbargebäude, die sich energetisch nicht oder nur mit großem Aufwand ertüchtigen lassen.

Armin Scharf

PraxisPlus

Das „B10" ist ein Forschungsgebäude, mit dem in den nächsten Jahren die Energieströme und die Haustechnik untersucht werden. Das Gebäude befindet sich inmitten der Weißenhofsiedlung auf der Höhe über Stuttgart.

aktivhaus-b10.de

Fotos: Zooey Braun/Sobek
Quelle: Malerblatt 1/2015

 

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