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Home Wärmedämm-Verbundsysteme Grundlagen Marktanteil Öko-Baustoffe

Marktanteil Öko-Baustoffe

Die Hochschule Pforzheim erforschte in 340 Interviews die Marktanteile nachwachsender Rohstoffe an der Fassade.

Die Marktanteile von Ökologie- oder gesundheitsorientierten Produkten und solchen aus nachwachsenden Rohstoffen bewegen sich noch immer im einstelligen Prozentbereich – obwohl die Meinung zu diesen Materialien seit Jahrzehnten in der Breite der Bevölkerung und bei den Marktteilnehmer positiv sind. In den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften nennt man dies die Einstellungs-Verhaltens-Kluft. Auch mit staatlichen Förderprogrammen konnte diese Situation bislang nicht verändert werden.

Hier einige Beispiele:

  • Marktanteil Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen 1998 bei 1%, heute bei ca. 7% (FNR e.V., BMEL)
  • Marktanteil von Farben und Lacken aus nachwachsenden Rohstoffen bei ca. 1,5% (Erhebung, u.a. für Verband der Naturfarbenhersteller, 2010)
  • Marktanteil des nachhaltigen Bauens in Europa bei ca. einem Prozent (eigene Erhebung für natureplus e.V., 2009)

Um Marktanteile untersuchen zu können, braucht es Produkte, die mit den herkömmlichen Produkten am Markt funktional vergleichbar sind und diese typischen Marktanteile aufweisen, obwohl bereits zum Beispiel politische Unterstützung wie durch Förderprogramme zuteil wurde. Bei der Produktgruppe der Fassadendämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf, Flachs, Holz und Zellulose sind diese Bedingungen gegeben.

Bei WDV-Systemen wird größtenteils zu Dämmstoffen auf fossiler Basis gegriffen, obwohl frühere technische Probleme der Systeme aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Hygroskopizität (die Eigenschaft von Stoffen, Feuchtigkeit aus der Umgebung zu binden), bei neueren Systemen bereits gelöst wurden. Betrachtet man die Kosten des gesamten Produktlebenszyklus, die atmosphärische Qualität, die Haptik beim Einbau und den individuellen Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft, können Preisunterschiede zum Kaufzeitpunkt des einzelnen Produkts als solchem die geringen Marktanteile nicht alleine erklären.

Informationsverhalten

Bei der Frage der Mediennutzung wurde den Befragten eine Liste aller möglichen Informationsquellen im Markt vorgegeben. Die Befragten konnten mehrere Antworten geben. Wichtigste Informationsquelle sind Fachhändler vor Ort und Fachportale im Internet. Die Gewerke unterscheiden sich dahingehend, dass sie sich zwar auch am liebsten beim Händler, aber am zweitliebsten auf Baufachmessen informieren.

Kluft zwischen Annahme und Realität

Sowohl Private Bauherren als auch die Bauprofis überschätzen die Realität des Marktanteils nachwachsender Rohstoffe in Fassadendämmungen um das Fünf bis Zehnfache. Der reale Marktanteil von Holzfasern, Zellulose und Hanf in Fassadendämmungen wurde ermittelt und liegt heute bei ca. max. vier Prozent. Die Annahmen und Vermutungen der befragten Bauherren und Bauprofis liegen jedoch bei 20 Prozent.

Bei den privaten Bauherren besteht mit einer Kaufabsicht von 5,2 auf der Skala 1–7 Akzeptanz für Fassadendämmungen aus nachwachsenden Rohstoffen. Diese wird anscheinend von den Gewerke aber so noch nicht wahrgenommen und bedient.

Hanf beliebt

Nach heutigem Stand sind Holzfaserplatten die am weitesten verbreiteten nachwachsenden Rohstoffe im Bereich der Fassadendämmung, gefolgt von Zellulose. Bei der Erhebung der Präferenzen von Typen von nachwachsenden Rohstoffen in Fassadendämmungen wurden Unterschiede zwischen den Gewerketypen und mögliche Bewegungen festgestellt. Bei allen Befragten zusammengenommen liegen Holzfasern vor Hanf und Hanf vor Zellulose. Maler nannten ein System aus Hanf am häufigsten.

PraxisPlus


Die 1877 gegründete Hochschule Pforzheim mit ca. 6000 Studierenden hat einen Schwerpunkt unter anderem für Nachhaltigkeit. Sie besitzt die international angesehene Akkreditierung für Wirtschaftsfakultäten, das AACSB- Zertifikat.

www.hs-pforzheim.de


Hintergrund der Studie

Alle Einstellungen und Kaufabsichten wurden mit Skalen von 1 bis 7 gemessen, um die Relativität von Meinungen und ihre Wechselwirkungen abzubilden. Die Skalen sind ausgetestet, wurden bereits für andere ökologieorientierte Themen genutzt, sodass sich Vergleiche anstellen lassen. Die Studie wurde gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.


„Die Leute glauben, Ökologie sei schon Realität“

Dr. Stephan Götze

Quelle: Malerblatt 03/2018


Weitere Informationen
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