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Einbau von Fensterbänken

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Tipps zum Einbau von Fensterbänken, der richtigen Planung und Ausführung bei WDVS-Fassaden.

Sind Fensterbänke von einem vorherigen Gewerk eingebaut worden, müssen diese Bauteile genau in Augenschein genommen werden, bevor man mit dem Wärmedämm-Verbundsystem anschließt. Für schiefe, zu kurze, oder sonst fehlerhaft montierte Fensterbänke gilt: keinesfalls bedenkenlos das WDVS ausführen – erst sollte man den Bauherrn informieren. Gehören Fensterbänke zum eigenen Leistungsumfang, ist insbesondere bei Altbauten Vorsicht geboten. Oftmals weichen die zahlreichen Fenster eines Gebäudes in den Abmessungen auch bei Fensterbänken voneinander ab. Daher ist das Aufmaß für die Bestellung und die Sorgfalt beim Einbau von besonderer Bedeutung, um späteren Ärger zu vermeiden. Die nachfolgenden Fallbeispiele zeigen exemplarisch auf, was zur fachgerechten Ausführung von Fensterbänken zu beachten ist.
Werden diese Grundsätze nicht beachtet, kann großer Schaden die Folge sein: undichte Anschlüsse dieser feuchtigkeitsbelasteten Bauteile führen schnell zur Hinterfeuchtung. Nicht immer gleich sichtbar, können hier im verborgenen Schäden am WDVS entstehen, deren Sanierung oftmals einen hohen Aufwand erfordert. Als Schwachpunkte bei Fensterbänken haben sich in der Vergangenheit insbesondere folgende Fehler gezeigt:


· Unzureichende Abdichtung zwischen Fensterbank und dem WDVS: Nach den normativen Vorgaben der DIN 55 699 „Verarbeitung von Wärmedämm-Verbundsystemen“, Ausgabe 02/2005, Abschnitt 6.8.2, sind Anschlüsse an angrenzende Bauteile mit Schlagregenbeanspruchung „(…) mit Bändern, Profilen oder Dichtstoffen entsprechend der zu erwartenden Belastungen abzudichten (…)“. Hierzu werden umlaufend um die Fensterbank in der Leibung bzw. angrenzend zum WDVS vorkomprimierte Dichtungsbänder verwendet. Hierzu sind nicht die preiswertesten Bänder, sondern nur geeignete Dichtungsbänder zu verwenden, die herstellerseitig als schlagregendicht ausgelobt werden.
· Für Bordprofile gilt: Als schlagregendicht gelten solche Profile, welche in Anlehnung an DIN EN 1027 „Fenster und Türen – Schlagregendichtheit – Prüfverfahren“ überprüft wurden und ein Prüfzeugnis diese Eigenschaft bestätigt. Dies sind in der Regel solche Fensterbänke mit zweiteiligen Bordprofilen und innenliegender Dichtungslippe.
· Zur Entkoppelung der Fensterbänke aus Metall oder Stein und dem WDVS sind oberhalb dem Dichtungsband Kellenschnitte im Unterputz und Oberputz erforderlich. Sonst sind Rissbildungen die Folge.
· Schiefwinkeliger Einbau von Fensterbänken: analog der DIN 18 202 „Maßtoleranzen im Hochbau“, Tabelle 2, sind Winkelabweichungen von 3 Millimeter bei einem Messpunktabstand von < 0,5 Meter im Stichmaß zulässig, dagegen 6 Millimeter bei 0,5 bis 1 Meter Meßpunktabstand und Winkelabweichungen von 8 Millimeter Stichmaß bei 1 bis 3 Meter Messpunktabstand nicht zu beanstanden. Wichtig ist: Diese normativen Anforderungen werden wohl nur bei Neubauten erfüllt, daher sollte man bei Altbauten Abweichungen der Winkeltoleranzen dem Bauherrn besser vorher mitteilen!
· Darüber hinaus sind auch unterschiedliche Neigungen, Kontergefälle und Verdrillungen von Fensterbänken nicht nur optisch störend. Wasser kann nicht richtig ablaufen und die Bausubstanz schädigen.
· Zu geringe vertikale Überlappung und/oder zu wenig horizontaler Überstand der Tropfkante der Fensterbank zur Fassadenoberfläche: Nach der VOB, Teil C, ATV DIN 18 339 „Klempnerarbeiten“, Abschnitt 3.4.3 und/oder den Fachregeln des Klempnerhandwerks ist ein Abstand zwischen Tropfkante und zu schützendem Bauteil von $ 20 Millimeter (Kupfer > 50 Millimeter) gefordert. Der Überstand selbst sollte 30 bis 50 Millimeter betragen (nach der Richtlinie „Anschlüsse an Fenster und Rolläden bei Putz, Trockenbau und Wärmedämm-Verbundsystem“). Für die vertikale Überlappung gibt es keine Vorgaben, jedoch sollte der Überhang mindestens 50 Millimeter betragen (vgl. Dachrandabschluß nach der „Flachdachrichtlinie“ des Deutschen Dachdeckerhandwerks).
· Falsch gemessene Fensterbänke: fachgerecht werden die seitlichen U-förmigen Aufkantungen (Bordprofile) bündig mit dem Oberputz in der Leibung ausgeführt.

Hinweise zur fachgerechten Ausführung von Fensterbankprofilen geben die Verarbeitungsanleitungen der Hersteller von WDVS und/oder die Richtlinie „Anschlüsse an Fenster und Rolläden bei Putz, Trockenbau und Wärmedämm-Verbundsystem“, Ausgabe 2005, welche gemeinsam vom Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg, dem Fachverband Glas Fenster Fassade Baden-Württemberg und dem Bundesverband Rolladen + Sonnenschutz e.V. herausgegeben wurde.

Fazit

Die Fensterbank ist ein kleines Bauteil, dem bei der Planung und Ausführung von WDVS-Fassaden jedoch größere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Schäden, ausgehend von der Fensterbank können meist nur aufwändig saniert werden, weshalb in der Folge dann auch an der Fassade erhebliche Nachbesserungen erforderlich werden können.

Hans-Joachim Rolof ,iba-Institut

Quelle: Malerblatt 02/2009


 

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