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Farbgestaltung am PC Teil 11

Farbsysteme NCS und RAL-Design

Gestalten mit System – die Farbsysteme NCS und RAL-Design

Unter den vielfältigen Farbtonfächern der Farbenhersteller gibt es zahlreiche, die nicht mehr oder weniger darstellen wollen als rezeptierte und in technischer Hinsicht anwendungsgetestete Sammlungen von Lieferprogrammen, die

  • entweder die Verfügbarkeit der vorhandenen (meist mineralischen) Pigmente sowie deren Ausmischungen mit Schwarz und Weiß widerspiegeln,
  • ganz auf die Architekturpraxis bezogen einen leichten Zugriff auf nachgeahmte Materialfarbigkeiten wie zum Beispiel regionale Sandsteinarten bieten,
  • „gängige“ Farbtöne anbieten, das heißt, was sich nicht verkauft, wird nicht angeboten, wobei die Nachfrage sicherlich auch vom Angebot beeinflusst wird,
  • mit sogenannten Trend- und Modefarben versuchen, einen Markennamen zu profilieren oder
  • historische Fassadenfarbtöne für die Denkmalpflege in modernen und ungiftigen Farbstoffen imitieren.

Viele dieser Kollektionen sind auf die Auswahl meist nur einer oder weniger Farben ausgelegt und bieten oft keine passenden Pendants für umfassende vielfarbige Zusammenklänge. Ein planvolles Vorgehen wird dadurch erschwert. Manche wirken gar gänzlich zufällig und bieten dem Anwender nur unbeholfene Kombinationsmöglichkeiten an – oder scheinen Assoziationen an kindlich bunte Lego-Bauten ernsthaft für Fassadengestaltungen zu empfehlen.

Im Gegensatz zu den freien Sammlungen sollte ein wirkliches Farbton-System über die reine Benennung und Identifizierung hinaus jedoch deutlich mehr bieten:

  • eine möglichst vollständige Abdeckung des gesamten verfügbaren Farbraums, der in allen Bindemittelsystemen für innen und außen erhältlich ist
  • die Abstände/Intervalle der Farbtöne sind in den Qualitäten Hell-Dunkel, Aktiv-Passiv und auf dem Farbkreis empfindungsgemäß gleich
  • und vor allem: das System selbst ist darauf ausgelegt, das treffsichere Gestalten übersichtlich und einfach zu machen.

Diese aufgezählten Qualitäten werden mittlerweile durch die beiden international eingeführten Farbsysteme NCS und RAL-Design (RDS) verwirklicht. Schon der Chemie-Nobelpreisträger und begeisterte Farbforscher Wilhelm Ostwald kam in seiner wegweisenden Harmonielehre aus dem Jahr 1922 zu dem Schluss, dass die Ordnung im System bereits der halbe Weg zur Harmonie ist. Zu den beiden genannten Systemen NCS und RDS wird daher auch entsprechende Software angeboten. Wir betrachten also im Folgenden, wie die Software beim Auswählen harmonischer Zusammenklänge hilft.

NCS-Navigator

Seit einigen Monaten steht im Internet (unter www.ncscolour.de) kostenlos der NCS-Navigator zum Download bereit. Ein Programm, das die verblüffend sichere und zielgerichtete Navigation im NCS-System ermöglicht. Denn der Navigator besitzt fünf verschiedene Ansichten, um im 3-dimensionalen Doppelkegelmodell alle erdenklichen Farbharmonien darzustellen. Weißanteil, Schwarzanteil und Buntanteil sind im NCS die Charakteristiken, die in Form eines Dreiecks die Beugungen eines Bunttons des Farbkreises darstellen. Mit Klick an die gewünschte Stelle auf dem Farbkreis wird das jeweils zugehörige Dreieck angezeigt. Ein weiteres Fenster zeigt zugleich als 3D- Ansicht den entsprechenden Bereich des Modells für den Überblick. Im Dreieck ist jeder Farbton mit einer Schaltfläche hinterlegt und kann mit seinem NCS-Namen und den computer- und druckrelevanten Werten RGB, L*a*b* und CMYK angezeigt werden.

Es lassen sich für die drei Grundcharakteristiken Weiß-, Schwarz- und Buntanteil mit entsprechenden Hilfslinien automatisch Reihen nach voreingestellten Regeln bilden, die für harmonische Farbfolgen direkt genutzt werden können. Weitere Ansichten des Modells bestehen aus Tangential-Schnitten in Kreisform, wo mit interaktiven regelmäßigen 2-, 3-, 4- oder 5-Teilungen harmonische nuancengleiche Farbklänge oder mit frei einstellbaren Kurven harmonische Reihungen entwickelt werden. Auswahlergebnisse werden per Ziehen und Ablegen im Fenster für Farbkombinationen am unteren Rand gesammelt und Sie können anschaulich die Zusammenwirkung erkunden. Nach Ostwalds Ideen beruht Harmonie auf Ähnlichkeit und Kontrast, das heißt, wenn von den drei Komponenten Schwarz-Weißanteil, Buntanteil und Farbart eine oder zwei gleich sind, liegt eine harmonische Beziehung vor. Das NCS-Raster (und die anschaulich organisierte Benennung der Töne) sowie dessen geniale Umsetzung im Navigator hilft enorm, auf diesem großen Farbenklavier zu spielen.

Wer den NCS-Atlas oder gar das NCS-Album besitzt, hat natürlich die gesamte Systemintelligenz ebenso (und besser) vor Augen wie mit dem Navigator. Dem Benutzer des preiswerteren Fächers NCS-Index erschließt sich diese jedoch nicht ohne weiteres. Der NCS-Navigator ist somit ein sehr hilfreiches Lernmittel. Zum Gebrauch als Arbeitsmittel vermisst man leider Speicher- und Exportfunktionen. Mein Tipp: Mit der Tastenkombination ALT+DRUCK kopieren Sie Ihre Auswahlergebnisse in die Zwischenablage und können diese mit STRG+V beispielsweise in Photoshop einfügen. Dort können Sie die Farben mit der Pipette aufnehmen und in Ihren Entwurf übertragen.

RAL-Digital C1

RAL-Design ist ein ebenso umfangreiches und geordnetes System auf Grundlage der digitalen Messtechnik (CIELAB). Die drei Farbcharakteristiken heißen hier Helligkeit (L), Buntheit (C) und Bunttonart (H) und bestimmen in gleichmäßigen 10er- (und wo sinnvoll 5er-) Schritten die Ordnung und die Farbnamen. Damit können Sie auf ebenso planvolle Weise Farbthemen wie Schattierungen oder Aufsonnungen entwickeln und leicht in andere Farbtonarten übersetzen, indem Sie wie in einer Rechenaufgabe in Systemschritten addieren oder subtrahieren.

Das professionelle Software-Paket RAL C1 Digital 4.0 unterstützt Sie dabei mit einem großen Funktionsumfang. Neben den RAL-Farbpaletten für alle gängigen Grafikprogramme bietet es einen ähnlichen Funktionsumfang wie der Digitale Farbatlas (s. „Farben klicken“ Teil 7), Rechnerische Harmonie, Pipette, Umrechnung in Druckfarben, u.a. Sogar ein kleines und im Zusammenspiel mit einem Bildbearbeitungsprogramm brauchbares Visualisierungsprogramm ist darunter und Export (PDF)- und Speicherfunktionen gibt es allerorten. Leider vermisst man dagegen in der Software die Systemintelligenz des NCS-Navigators, so dass die Übersicht ohne die Navigation im papiernen RAL Design Atlas D4 schwer fällt. Aus Anwendersicht wäre die Synthese aus beiden Programmen ein sehr wünschenswertes Arbeitsmittel.

Jürgen Opitz
Quelle: Malerblatt 02/2010
Mit dem NCS-Navigator können Sie systematisch ein Farbthema in andere Farbtonarten übertragen. Die Software hilft dabei.
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