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Farbgestaltung am PC Teil 6

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Kalibrierung

Augenmaß digital – Kalibrierung

Wenn wir mit unseren Bauherren über ihre Farbvorstellungen fürs neue Eigenheim sprechen, fallen oft Farbnamen und Bezeichnungen wie beispielsweise „sonnig gelb“, „Apricot“ oder „Bordeaux-Rot“. Namen, die sich aus Assoziationen zu allseits bekannten Farbempfindungen herleiten. Die Vorstellung und Erwartungshaltung, die damit verbunden wird, ist vielleicht sehr genau und der Toleranzbereich dessen, wie ein guter Rotwein auszusehen hat oder wie gesunde Sonnenblumen strahlen, ist nicht sehr groß. Wie groß allerdings ist die Enttäuschung, wenn man nun doch nicht dieselbe Sprache gesprochen hat! Die Fähigkeit zur imitierenden Nachempfindung ist eben unterschiedlich stark ausgeprägt. Wir nennen solche vergleichenden Farbangaben „analoge Farbwerte“.
Um juristische Komplikationen zu vermeiden, hat man dagegen die „absoluten Farbwerte“ eingeführt und vereinbart mit seinem Kunden missverständnisfrei und auch (hoffentlich!) schriftlich die Farbbezeichnungen aus präzisen Farbtonkarten wie RAL, NCS, usw. Zielvorgabe und Ergebnis lassen sich dann an den Originalmustern messen.
Noch weit aussagekräftiger als die bloße Definition der Referenzmuster samt ihrer Nummerncodes sind Zeichnungen und Bilder, welche die Wirkung der Farben in ihrem konkreten Zusammenhang zeigen. So können auch die Wechselwirkungen von Farbtönen untereinander sinnfällig in Betracht gezogen, besprochen und vereinbart werden. Denn die Simultanwirkungen werden regelmäßig unterschätzt und ohne aussagekräftige Visualisierung ist auch oft mit den „richtigen“ Farbnummern die Gesamtwirkung „falsch“.
Solche Bilder und Zeichnungen erstellen wir farbig mit Hilfe des Computers und der passenden Software, wie in unserer Serie „Farbe klicken“ bereits vielfältig erläutert. Aber – wie bekommen wir die „absoluten Farbwerte“ in den Computer hinein und als korrekte Angabe wieder heraus? Wie werden „digitale Farbwerte“ zur realen Wandoberfläche? Und wie genau können Bildschirmdarstellung und Tintenstrahldruck die Wirklichkeit vorwegnehmen?

Der Maßstab: Kalibrierung

Für präzises Arbeiten braucht man auch präzises Werkzeug! Wenn der ganze digitale Weg der Farbe vom Einmessen eines „absoluten Farbwerts“ über das Arbeiten am Bildschirm bis hin zum farbverbindlichen Ausdruck in einem so genannten Farbmanagementsystem mit kalibrierten Geräten erfolgt, dann können die Ergebnisse beeindruckend exakt und hilfreich für Ihre Farb-Entwurfsarbeit sein.
Es reicht leider nicht, einfach nur „gute“ Geräte zu kaufen und darauf zu vertrauen, dass diese die gleiche Sprache sprechen. Das fängt beim Monitor an. Ihr Bildschirm ist Ihr Fenster in die digitale Farbenwelt und Sie müssen darauf vertrauen können, dass er die Farben exakt so anzeigt wie Ihre Musterkarte. Jeder Monitor besitzt aber aufgrund seiner technischen Möglichkeiten andere Fähigkeiten zur Farbdarstellung als ein anderer Monitor, selbst dann wenn er vom gleichen Hersteller stammt. Ebenso verhält es sich mit Druckern: Unterschiede in Helligkeit und Farbintensität sind immer vorhanden, wenn Sie ohne Farbmanagement auf zwei verschiedenen Druckern dasselbe aufs Papier bringen wollen.
Um zu verstehen, warum das so ist, müssen wir uns zunächst einmal betrachten, wie der Computer Farben mittels des RGB-Systems handhabt. Es werden drei Farben, R = Rot, G = Grün und B = Blau in jeweils 256 Abstufungen von dunkel nach hell so kombiniert, dass daraus theoretisch 16,5 Mio. mögliche Mischfarben entstehen. Jeweils drei winzige Bildschirmpunkte in RGB stellen einen Bildpunkt = Pixel in einer optischen Mischfarbe auf dem Monitor dar. Für den Computer, der „nur“ rechnen und elektrische Spannungen herstellen kann, bedeutet das konkret, dass er diese Bildschirmpunkte entweder nicht leuchten lässt (R = 0, G = 0, B = 0, dann sehen wir Schwarz) oder die Spannung auf maximale Kraft anlegt (R = 255, G = 255, B = 255, dann sehen wir Weiß) oder eben in 256 je nach Gerät mehr oder weniger präzisen Zwischenstufen sämtliche möglichen Farbzustände erzeugt. Entscheidend ist, dass der Monitor, ganz gleich ob er heller oder dunkler leuchten kann und ob er intensivere Grüns oder weniger leuchtende Rots hervorbringen kann, den Rahmen seiner (individuellen) Möglichkeiten immer in 256 Zwischenschritte einteilt.
Wenn nun zwei Geräte bei gleichem RGB-Farbwert nicht genau dieselbe Farbe anzeigen (was oft vorkommt), ist das, als ob sie einen langen und einen kurzen Zollstock, welche beide eine Einteilung von 256 cm besitzen, nebeneinander legen und nicht wissen, welcher von beiden nun stimmt. Vielleicht keiner? Dann muss man den kalibrierten „Ur-Meter“ hinzuziehen. Genau das leistet das digitale Farbmanagement. Die geräteabhängigen RGB-Farbräume werden auf einander und auf die „absoluten Farbwerte“ abgestimmt.



 

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