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Raumklima verbessern

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Raumklima verbessern
Natürliche Klimaanlage
Farbe und Licht
Nachhaltigkeit
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Immer mehr Menschen möchten nicht nur schön, sondern auch gesund wohnen. Doch wie kann wohngesund gebaut werden?

Und wie lässt sich das Raumklima verbessern? Wie kann man gesund wohnen? Die WeltGesundheitsOrganisation (WHO) hat den Begriff „Gesundheit“ 1946 folgendermaßen definiert: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht die bloße Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen.“ Darum hängt „Gesundes Wohnen“ auch zusammen mit den Begriffen Geborgenheit, Behaglichkeit und Wohlbefinden. Daraus ergeben sich unter anderem Anforderungen an

· die Temperatur und die Feuchte der Raumluft,
· die Luftbewegung,
· die Schadstoffbelastung,
· die Tageslichtversorgung sowie
· Form und Farbe der gebauten Umwelt.

Der moderne Mensch hält sich zu 80 bis 90 Prozent in geschlossenen Räu-men auf, deshalb ist die Qualität seiner gebauten Wohn- und Arbeitsumgebung entscheidend für sein Wohlbefinden und seine Gesundheit.
Der geforderte Wärmeschutz und die damit verbundene Energieeinsparung funktioniert nur bei einer Luftdichtheit von Gebäuden. In der Absicht Heizenergie zu sparen, wird der Luftwechsel in bewohnten Räumen gedrosselt. Durch Lüftungsdefizite können aber thermohygrische und geruchliche Unbehaglichkeit, Überempfindlichkeit gegen chemische und biologische Stoffe und damit eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens entstehen. Zu geringe Luftwechsel können darüber hinaus auch dazu führen, dass die Raumluftfeuchte im unbehaglichen Bereich liegt (siehe Behaglichkeitsschema in der Diashow).


Die „natürliche Klimaanlage“

Aufgrund seiner besonderen Sorptionsfähigkeit kann Lehm eine Feuchte ausgleichende Wirkung haben. Lehmwände und mit Lehm verputzte Wände verhindern eine zu niedrige Luftfeuchte. Die Atemwege trocknen folglich nicht so leicht aus und das Infektrisiko sinkt. Dies ist ein Punkt der (nicht nur) für ältere Menschen eine hohe gesundheitliche Relevanz hat. Deswegen setzen Planer etwa bei Seniorenwohnanlagen immer wieder auf Lehmputz in Verbindung mit geeigneten Anstrichen, wie etwa einem Silikatanstrich.
Durch ausgeklügelte Lehm-Sand-Verhältnisse und angepasste Sieblinien stehen heute maschinentaugliche Lehmputzsysteme zur Verfügung. Lehmputz bindet nicht ab, sondern verfestigt sich allein durch die Abtrocknung des Anmachwassers. In punkto Ökologie und Nachhaltigkeit dürfte Lehmputz unumstritten auf Platz eins stehen. Denn Lehm muss nicht durch energieaufwendige Verfahren (im Vergleich zum Brennen von Kalk, Gips und Zement) umgewandelt werden.
Die Lehmputzoptik weicht ab von der Gleichmäßigkeit gestrichener Flächen. Das Glätten mithilfe einer möglichst kleinen Glättkelle (einer so genannten venezianischen Traufel) führt nicht nur zu einer weitaus besseren Oberflächenfestigkeit durch das Inein-anderschieben und Verpressen der Tonplättchen im Lehmputz, sondern auch zu einem samtig marmorierenden Farbspiel in der Lehmputzoberfläche. Um diese Oberflächenoptik in all ihrer Natürlichkeit zu erhalten und die spannenden Lichtreflexionen je nach Tages- oder Kunstlichteinfall auf gar keinen Fall zu beeinträchtigen, ist lediglich ein Besprühen der Lehmputzoberfläche mit verdünntem Kieselsäurefixativ zur Erhöhung der Abriebfestigkeit empfehlenswert. Dies ist besonders an stärker beanspruchten Flächen, wie z.B. in öffentlichen Gebäuden, Kindergärten oder Fluren, sehr empfehlenswert. Ecken und Kanten werden möglichst abgerundet gearbeitet. Gewebe sind überall dort erforderlich, wo sie auch beim Arbeiten mit Kalkputzen eingesetzt werden (Materialwechsel im Untergrund).


Farbe und Licht

Winston Churchill soll einmal gesagt haben „Zuerst formt der Mensch das Gebäude, dann das Gebäude den Menschen“. Deshalb bedeutet gesundes Wohnen für viele Menschen auch Räume harmonisch zu gestalten. In der chinesischen Theorie vom Feng Shui ist alles von der Lebensenergie Qi durchdrungen, der Mensch, wie auch die unbelebte Materie. Da gilt es dann, den umschlossenen Raum (Wohnraum) so zu gestalten, dass die Lebensenergie Qi ungehindert und harmonisch darin fließen kann. Aber nicht nur im Feng Shui, sondern generell ist das Thema Wohngesundheit tief verbunden und durchdrungen von farbiger Gestaltung. Denn Farben beeinflussen das Wohlbefinden entscheidend.
Licht ist Leben, es vermittelt Vitalität, Freude und Wärme. Daher ist auch die räumliche Gestaltung, die die Lichtgestaltung mit einbezieht, durchaus ein unabdingbarer Aspekt gesunden Wohnens.


Nachhaltigkeit

Auch das Thema Nachhaltigkeit soll nicht unerwähnt bleiben als ein Aspekt der Wohngesundheit. Wer heute baut, prägt seine Umwelt von morgen. Daher ist Bauen zu einem erheblichen Teil mit großer Verantwortung verbunden. Denn nicht nur die weitgehende Schonung von Naturräumen, die Nutzung von Möglichkeiten zu Flächen sparendem Bauen oder die Senkung des Energiebedarfs sind wichtig, sondern vor allem auch die Auswahl der Baustoffe nach Eignung und Umweltverträglichkeit. Renovierung und Sanierung sind der Idealfall Flächen sparenden Bauens. Gesundes Wohnen ist möglich, wenn die Materialauswahl, die Raumgestaltung und bauphysikalische Faktoren in Einklang gebracht werden. Diese Balance zu finden sind Planer, Handwerker und Hersteller im täglichen Tun immer wieder gefordert.


Beispiel

Ein wirklich gelungenes Beispiel für gesundes Wohnen ist die neu erbaute Grundschule im luxemburgischen Hamm.
Bei der Planung berücksichtigt wurde nicht nur, wieviel Energie das Gebäude im Betriebszustand benötigt, sondern auch der Primärenergiebedarf der an diesem Objekt eingesetzten Baumaterialien. Vor diesem Hintergrund hat man sich für eine Holzkonstruktion mit großen südseitigen Glasflächen entschieden, in einer sehr optimierten, kompakten Form im Verhältnis zur umbauten Fläche.
Der Entwurf des Architekturbüros witry&witry aus Echternach in Luxemburg beinhaltet viele Besonderheiten: Das gesamte Schulfoyer gruppiert sich rund um eine Zone mit multifunktionalen Räumen. In den großen, offenen Aufenthaltsbereich, der über zwei Stockwerke reicht, fällt das Licht auch von oben durch die Fensteröffnungen im Dachbereich. Den zentralen Baukörper in der Mitte des Gebäudes umgibt ein Graben, der mit vielen Pflanzen bestückt ist.
Diesen zentralen Baukörper hätten die Architekten gerne als Stampflehmwand ausgeführt, nicht nur wegen der besonderen natürlichen Anmutung, sondern auch um deren Wirkungsweise zu erzielen: trotz der Pflanzenfüller im Inneren des Schulgebäudes sollte die Raumluftfeuchte im optimalen Gleichgewicht gehalten werden können. Realisiert wurde der zentrale Baukörper schließlich zwar in Hochlochziegel-Bauweise, um eine relativ hohe innerte Masse zu haben, die in der Lage ist Hitze bzw. auch Kälte zu speichern, im Hinblick auf Temperaturenausgleich im Winter und Sommer. In optischer Anlehnung an Stampflehmwände wurden die Ziegelwände anschließend jedoch mit mindestens 20 Millimetern Lehmputz beschichtet (zum Einsatz kamen Lehmputze aus der Produktlinie „Viton“ von Baumit). Zusammen haben die Pflanzen, der gebrannte Ziegel und der Lehmputz nun einen natürlichen regulativen Effekt auf die Raumluftfeuchte.
Im neuen Schulgebäude in Hamm spiegelt sich die Natur von draußen nach drinnen. Je nach Licht und Jahreszeit verändert sich das Farbspiel des Lehmputzes, des gewachsten, geglätteten Betonbodens und die urwaldähnliche Pflanzenvielfalt.

Barbara Wiedemann, Baumit
Quelle: Malerblatt 07/2010

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RaumklimaDie Grundschule in Hamm/Luxemburg ist ein gelungenes Beispiel für gesundes Wohnen: Natürliche Materialien, harmonische Farben, viel Licht und ein gesundes Raumklima wurden hier vereint.
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