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Lehmputz

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Mit Lehmputzen lassen sich kreative Oberflächentechniken herstellen, die auch zu einem gesunden Raumklima beitragen.

In der ersten Folge unserer Lehmputz-Serie stellen wir eine Kreativtechnik von Thomas Glück vor, die durch ihre Rustikalität überzeugt. Earthwall nennt Thomas Glück seine Oberflächentechnik aus einem dickschichtig aufgebrachten Stroh-Lehmputz. Und tatsächlich weckt die Technik Assoziationen an die Erdkruste, lässt Wände erscheinen, als seien sie direkt aus der Erde gegraben worden. Rau und rustikal erscheint die Oberfläche – aber keineswegs plump. Stattdessen verleiht sie dem Raum das Empfinden von Geborgenheit, man fühlt sich darin im wahrsten Sinne des Wortes „geerdet“.

In Zeiten, in denen in der Architektur alles perfekt, geradlinig und uniform sein muss, sind natürlich anmutende, wie zufällig erscheinende, unebene Oberflächen geradezu eine Wohltat für das Auge. Dem schien sich auch die Jury des ersten, von Claytec initiierten, Lehmgestaltungswettbewerbs nicht entziehen zu können. Bei dem Ende April in Viersen ausgetragenen Wettbewerb (das Malerblatt berichtete darüber in der Ausgabe 6/2018 auf S. 60 ff.) verlieh sie Thomas Glück für „Earthwall“ den ersten Preis.

Rationelle Verarbeitung

Rationelle, maschinelle Applikation mittels Putzmaschine und kreative Oberflächentechniken scheinen sich auf den ersten Blick auszuschließen. Nicht so bei „Earthwall“. Auf den vorbereiteten Untergrund wird mithilfe einer herkömmlichen Mischpumpe (Putzmaschine) ein grober Lehm-Oberputz mit Stroh in einer Schichtstärke von etwa drei bis vier Zentimetern aufgetragen und grob abgeglättet. Unebenheiten sind dabei erwünscht. Das bringt auch den Vorteil mit sich, dass bereits der Untergrund keine perfekte plane Vorbereitung erfordert. Dann ist für den ersten Tag Schluss. Denn nun muss die erste Lage über Nacht ansteifen.

Am nächsten Tag kommt noch einmal die Mischpumpe zum Einsatz: Nun wird derselbe Lehmputz noch einmal aufgespritzt – dieses mal allerdings nur noch partiell. Anschließend wird er nur ganz grob vorgeglättet, dann muss der Putz wiederum antrocknen. Die Fläche weist nun Stellen auf, an denen grobe Spachtelschläge zu erkennen sind, dazwischen ist partiell noch die Spritzstruktur wahrzunehmen.

Der richtige Zeitpunkt

Nun gilt es, den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Der Putz sollte gut angesteift, aber ausreichend weich sein, dass er an der Oberfläche noch bearbeitet werden kann. Denn nun wird die Fläche mit der Spachtelkante geglättet. Durch diese Art der Oberflächenbearbeitung werden die erhabenen Stellen zwar geebnet, aber nicht verdichtet. Die offene Struktur des Putzes bleibt erhalten und die Strohfasern werden sichtbar, wodurch die Natürlichkeit der Oberfläche noch unterstrichen wird. Es entsteht eine schollenartig wirkende Fläche, die einerseits eine enorme Tiefenwirkung und Lebendigkeit, durch die natürliche Farbigkeit und Materialität aber dennoch Ruhe ausstrahlt.

Für große Flächen geeignet

Nicht zuletzt aufgrund der rationellen Maschinenapplikation lässt sich diese Technik auch sehr gut auf großen Flächen anwenden. Thomas Glück hat mit dieser Technik unter anderem einen Barrique-Weinkeller mit einer gewölbten Fläche von rund 450 Quadratmetern gestaltet. Da bei dieser Lehm-Gestaltungstechnik der Lehmputz dickschichtig aufgetragen wird, dient die Wandgestaltung gleichzeitig als Klimaputz und hält die Luftfeuchtigkeit stets auf einem angenehmen, ausgewogenen Niveau. Diese Eigenschaft macht die Technik nicht nur zur idealen Wandbeschichtung für den Weinkeller, sondern kann beispielsweise auch das Raumklima in Schlafzimmern verbessern.

Weitere Fotos:
www.malerblatt.de



 

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