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Tadelakt

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Tadelakt

Mit Tadelakt, einer alten Kalkputztechnik aus Marokko, lassen sich wunderschöne und sehr haltbare Oberflächen erzielen.

Die mit Tadelakt erzielten Oberflächen sind sogar für Sanitärobjekte und den Außenbereich geeignet. Kalkputz- und insbesondere Kalkpresstechniken sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Dabei sind sie keineswegs eine neue Erfindung, vielmehr handelt es sich bei den heute angewandten Techniken um Weiterentwicklungen oder Varianten antiker Kalkputze. Als eine der edelsten Varianten gilt bis heute Tadelakt, eine Kalkputztechnik, die bereits vor rund 2.000 Jahren in Marokko entstanden und dort bis heute sehr beliebt ist. Ursprünglich soll der Tadelakt in seinem Heimatland zur Abdichtung von Zisternen, die als Trinkwasserspeicher dienten, eingesetzt worden sein. Später eroberte der Tadelakt – nicht nur wegen seiner Haltbarkeit und seiner hygienischen Eigenschaften, sondern auch aufgrund seiner besonderen Anmutung – öffentliche Badeanstalten (Hammams), Moscheen und Paläste. Dabei beschränkt sich der Einsatz nicht auf Wände im Innen- und Außenbereich. Tadelakt wird in Marokko auch zur Herstellung von Fußböden, Badewannen, Duschen, Waschbecken, Möbeloberflächen und vielem mehr genutzt.

Das Material

Der Kalkstein, aus dem Tadelakt hergestellt wird, stammt aus der Region um Marrakesch. Aufgrund seiner geologischen Entstehung weist der Kalkstein in dieser Gegend eine spezielle Zusammensetzung auf, die dem daraus hergestellten Tadelaktputz seine charakteristische Oberfläche verleiht. Durch Brennen und anschließendes Löschen entsteht aus dem Kalkstein ein Kalkputz, der eine sehr hohe Dichtigkeit, Stoßfestigkeit und Wasserbeständigkeit aufweist. Marokkanischer Tadelakt besteht zu etwa 95 Prozent aus gebranntem Kalkstein. Bei den restlichen fünf Prozent handelt es sich um Sand, Lehm und Asche, die beim Brennvorgang entsteht. Da diese Anteile je nach Brennvorgang schwanken, kann die Eigenfarbe des Tadelakts von Beige bis Grau reichen. Durch die Beimischung von farbigen Erdpigmenten lässt sich eine Vielzahl natürlicher Farbtöne herstellen.
Neben dem Kalkputz unerlässlich ist bei der Tadelaktverarbeitung die Polierseife. Diese wird aus dem Öl schwarzer Oliven hergestellt, die der Seife auch die Bezeichnung „schwarze Seife“ oder „savon noir“ gegeben haben. Mithilfe der schwarzen Seife wird die charakteristische samtig-schimmernde Oberfläche des Putzes erzeugt. Daneben beeinflusst die Seife auch wesentlich die Eigenschaften des Tadelakts: Sie dringt beim Polieren in die tieferen Putzschichten ein, reagiert dort mit dem Kalkanteil des Tadelakts und es bildet sich eine hydrophobe, wasserundurchlässige Schicht.

Werkzeuge und Hilfsmittel

Traditionell wird der Tadelaktputz mit einem Holzreibebrett aufgebracht. Dass dieses einfache Werkzeug auch heute noch von vielen Verarbeitern modernen Stahl- oder Kunststoffkellen vorgezogen wird, hat seinen Grund: Das Holz entzieht dem feuchten Putzmaterial das Anmachwasser teilweise schon beim Applizieren. Auch bei der ersten Glättung wird das Holzreibebrett eingesetzt. Es verringert den Feuchtigkeitsgehalt des Putzmaterials und fördert den feinen Putzschlamm an die Oberfläche, der für den samtigen Glanz der Tadelaktoberfläche eine wichtige Rolle spielt. Als moderne Alternative zum Holzreibebrett gilt die flexible Kunststoffkelle. Sie lässt sich einfacher handhaben und erlaubt auch die Bearbeitung von Ecken und Kanten. Der Nachteil der Kunststoffkelle: Sie entzieht dem Putz keine Feuchtigkeit, diese verbleibt an der Oberfläche und kann zu unerwünschter Blasenbildung führen. Zur Kantenbearbeitung, für Rundungen und für das Schlussfinish ist eine Plastikfolie, die zu einem gepolsterten Beutel geformt ist, gut geeignet. Mit einem solchen Beutel übt man nur geringen Druck aus, so dass Ausbrüche im frischen Material verhindert werden. Auch das erste Einreiben des Tadelakts mit der schwarzen Seife wird idealerweise mit dem Plastikbeutel ausgeführt. Zum Aufbringen der Olivenölseife ist neben Pinseln eine Sprühflasche gut geeignet, in der sich die Seife auch problemlos längere Zeit aufbewahren lässt.
Ein sehr wichtiges Werkzeug bei der Tadelaktverarbeitung ist der Polierstein. In der Regel verwendet man hierfür einen Halbedelstein, besonders hochwertige Poliersteine sind etwa Achat und Tigerauge. Entscheidend ist die Härte des Steins: Je härter er ist, desto besser ist er geeignet. Der Polierstein sollte eine minimal gewölbte Oberfläche besitzen und gut zu greifen sein.

Geeignete Untergründe

In Marokko trägt man Tadelaktputze traditionell auf Lehmuntergründe auf. Lehm eignet sich deshalb hervorragend als Untergrund, weil er Feuchtigkeit aufnehmen kann und so eine gleichmäßige Trocknung des Tadelakts ermöglicht wird. Außer Lehmuntergründen eignen sich für Tadelaktputze aber auch raue, alkalische Untergründe, wie beispielsweise Beton, Kalk- oder zementöse Putze. Auch Gipsputze, Gipskartonplatten oder Gasbetonsteine können mit Tadelakt bearbeitet werden, wenn ein Haftvermittler eingesetzt wird. Der Auftrag eines zementhaltigen Fliesenklebers mit der Zahnspachtel hat sich hierfür bewährt. Arbeitende Untergründe, wie etwa Holz und Holzwerkstoffe, sind ungeeignet.

 



 

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