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Fokus 3: Polyurethanharzlacke

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Fokus 3: Polyurethanharzlacke
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Witterungsstabil, extrem belastbar und langlebig: Beschichtungen mit Polyurethanharzlacke sind hart im Nehmen.

Der Durchbruch in der Polyure-thantechnologie begann in den 40erJahren und wurde durch ein Entwicklerteam um den deutschen Chemiker Otto Bayer eingeleitet. Zunächst lag der Fokus auf Schaumstoffen und Klebern. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurden auch Lackeauf Polyurethanbasis entwickelt, die zunächst unter dem Namen „DD-Lacke (Desmodur und Desmophen) bekannt wurden. Im Laufe der Jahre hat sich diese Lackchnologie stetig weiterentwickelt, und heute sind Polyurethanlackein den verschiedensten Formulierungen auf dem Markt. Polyurethanlackewerden nach der deutschen Bezeichnung PUR abgekürzt. Aber auch das amerikanische Kürzel PU wird immer häufiger verwendet und taucht inzwischen in vielen Produktnamen auf.

Unterschiedliche Systeme

Grundsätzlich kann der Verarbeiter auf verschiedene Varianten zurückgreifen: auf 1-Komponentensysteme, bei denen die Reaktionspartner schon gemischt sind, auf 2-Komponentensysteme, bei denen die Komponenten getrennt gehalten werden müssen, und auf schon „im Vorfeld" abreagierte Polyurethan-Dispersionen. In allen Fällen erfolgt die Filmbildung durch eine Additionsreaktion von freien Isocyanatgruppen mit geeigneten Partnern. Ist dieser Partner ausschließlich die Luftfeuchtigkeit, spricht man von feuchtigkeitshärtenden PUR-Lacke. Ein weiterer Typ 1K-PUR-Lackasiert auf sogenannten „blockierenden" Isocyanaten, die bei einer bestimmten Temperatur vom Isocyanat abgespalten werden. Typische Vertreter dieser Art von Polyurethanen sind die PUR-Pulverlacke die vor allem in der industriellen Serienbeschichtung zum Einsatz kommen.

Bei den klassischen 2-Komponentensystemen reagieren die freien Isocyanatgruppen mit einer polyhydroxyfunktionellen Verbindung. Diese Reaktion findet spontan bei Raumtemperatur statt. Deshalb werden Stammlacknd Isocyanathärter hier getrennt gehalten und erst bei Gebrauch in einem festgelegten Verhältnis miteinander vermischt. Vorteil der 2-Komponentenlackeist die hohe Vernetzungsdichte zwischen Isocyanaten und Polyolen, die bei keiner anderen Bindemittelgruppe so ausgeprägt ist. Durch den beschriebenen Vernetzungsvorgang erklären sich die hervorragende Langlebigkeit und Oberflächenhärte, die Flexibilität und UV-Stabilität sowie die chemische Beständigkeit gegen aggressive Substanzen und die gute Haftung zum Untergrund.

PUR-Systeme sind in aller Regel lösemittelhaltig. Im Baufarbenbereich gibt es jedoch auch einige wasserbasierte Alternativen, die im Hinblick auf die Widerstandsfähigkeit der Lackerfläche vergleichbare Eigenschaften wie die klassischen Systeme aufweisen. Sie werden aufgrund ihres geringen Anteils an organischen Lösemitteln und der damit einhergehenden geringen Geruchsbelästigung bei Verarbeitern, vor allem aber bei Auftraggebern immer beliebter. Diese neuen Polyure-thanharzlackekönnen sogar im Vergleich zu den sehr robusten Alkydharzsystemen in Sachen Oberflächengüte (Härte, bei gleichzeitiger Flexibilität und Beständigkeit) punkten und sind ihnen in den meisten Fällen überlegen.

 



 

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