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Home Lacksysteme & Lasuren Grundlagen VOC-Richtlinie 2010: Caparol - Fortsetzung 1

VOC-Richtlinie 2010: Caparol - Fortsetzung 1

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VOC-Richtlinie 2010: Caparol
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Technikforum: Welche Hürden muß die Industrie bis 2010 noch überspringen?
Neuer: Es gibt derzeit noch zu wenig VOC-2010-konforme Wettbewerbsprodukte im Markt, um dies detailliert einzuschätzen. Deshalb gilt grundsätzlich: Bis Ende des Jahres müssen alle betroffenen Produkte soweit fertig entwickelt werden, daß sie auch produziert werden können. Alle Etiketten, Lithographien und dazugehörigen Technischen Informationen sind ebenfalls bis Jahresende umzustellen und die Altbestände bzw. Restbestände Ende des Jahres zu entsorgen. Ab 1. Januar 2010 darf die Industrie nur noch VOC-2010-konform produzieren. Das Produkt muß entsprechend der VOC 2010 lösemittelreduziert sein, die Kennzeichnung im Etikett muß dem entsprechen. Industrie und Handel (Großhandel und Facheinzelhandel) dürfen noch bis Ende 2010 Restbestände an nicht VOC-2010-konformer Ware abverkaufen. Deshalb kann es durchaus sein, daß im kommenden Jahr noch länger „alte“ Ware geliefert wird. Ende 2010 müssen die eventuell noch vorhandenen Restbestände an nicht VOC-2010-konformer Ware entsorgt oder außerhalb der EU verkauft werden. Ab 1. Januar 2011 darf nur noch VOC-2010-konforme Ware verkauft und geliefert werden.

 

Technikforum: Hat Caparol die „VOC-Hausaufgaben“ bereits abgeschlossen?

Neuer: Alle von der VOC 2010 betroffenen Werkstoffe sind produktionsseitig bereits umgestellt. Dieser Prozeß hat im wesentlichen Anfang des Jahres mit den Holzlasuren begonnen und wurde mit den Buntlacken abgeschlossen. Die Pasten, das Herzstück der Mischanlage ColorExpress, wurden bereits im Jahr 2006 komplett umgestellt. Dabei war es uns wichtig, daß dies mit möglichst wenig Veränderungen geschieht. Das ist aus unserer Sicht sehr gut gelungen. Natürlich werden auch wir unsere Bestände in den Lagern abverkaufen und planen, dies bis Ende 2009 durchgängig zu erreichen. Wir werden dann spätestens ab Januar 2010 nur noch VOC-2010-konforme Ware an den Handel liefern. Wie zuvor erwähnt, sind wir davon überzeugt, daß die Neurezeptierung qualitativ zu keinerlei Einschränkungen führt und die neue Caparol-Lackgeneration den Anforderungen des Fachhandwerks vollauf gerecht wird. Das haben wir in zahlreichen Workshops mit Malermeistern feststellen können. Außerdem sind etliche Lacke bereits im Handwerk in VOC-2010-konformer Qualität angekommen. Auch hier hören wir nur Positives.

Technikforum: Sind die neuen Anforderungen schon in den Köpfen der Verarbeiter angekommen? Wo liegt das größte Umdenkproblem?
Neuer: Wie erwähnt, erfordern die lösemittelhaltigen High-Solid-Lacke kaum ein Umdenken in der Verarbeitung. Ungeachtet dessen dürfen die wasserverdünnbaren Lacke im Angebot des Malers, Auftraggebers oder objektspezifisch nicht vergessen werden. Hier wird in der Zukunft die große Herausforderung liegen, den richtigen Lack für den richtigen Kunden und das richtige Objekt zu verwenden. Es ist nicht alles mit dem lösemittelhaltigen Lack erfüllbar. Übrigens auch schon nicht in der Vergangenheit. Durch unsere Aktivitäten seit 2003 ist es gelungen, die wasserverdünnbaren Lacke im Handwerk wieder hoffähig zu machen. Wir haben uns mit Werkzeug, mit Verarbeitungsmethodik, aber auch mit der Qualitätssteigerung der Produkte beschäftigt und diese Botschaft in die Branche getragen. Aktuell sind wir dabei, Fachbetriebe in Sachen Spritztechnik intensiv zu schulen, da hierdurch zum einen rationell und kostengünstig gearbeitet werden kann und zum anderen mit wasserverdünnbaren Produkten Top-Oberflächen geschaffen werden. Es reicht nicht aus, hochwertige Lacke und Farben zu haben und einzusetzen, sondern man muß den optimalen Lack mit der passenden Applikationsmethode für den jeweiligen Kunden individuell auswählen.

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