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Hammerschlaglack

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Wie entsteht die netzartige Struktur einer Hammerschlaglackierung, die aussieht wie eine gehämmerte Oberfläche?

Der optische Eindruck einer gehämmerten Oberfläche lässt sich mit einer Effektlackierung erreichen. Effektlacke gibt es in vielen Variationen. Meist dienen sie einem dekorativen Zweck, der sie optisch von einfarbigen Beschichtungen abhebt. Technisch gesehen liegt bei Hammerschla-Effektlacken eine gesteuerte Unverträglichkeit vor, welche durch die gezielte Auswahl an geeigneten Bindemitteln und Additiven in Kombination mit Glimmer-Pigmenten erzeugt wird. Unverträgliche Siliconöle hindern das Bindemittel daran einen zusammenhängenden, überspannenden Film zu bilden. Durch lokale Reduzierung der Oberflächenspannung entstehen Krater. Diese Krater zwingen im Lackmaterial enthaltene Glimmerpartikel oder Aluteilchen dazu, sich ringförmig anzuordnen. Optisch entsteht der Eindruck einer über die ganze Fläche verteilten „Mondlandschaft“, die einer mit dem Hammer bearbeiteten, „gehämmerten“ Oberfläche ähnlich ist. Die Entwicklung und Herstellung eines Hammerschla-Effektlackes ist nicht unproblematisch.

Die Zugaben

Die Zugabe des Siliconöls muss fein dosiert werden, um einen ansprechenden Effekt zu erzielen. Zu kleine „Effekt-Augen“ sind ebenso unerwünscht wie zu große, welche dann schnell auch zu Durchschlägen führen können, bei denen die Krater in ihrer Mitte keine Untergrundbenetzung mehr haben und „Löcher“ im Lackfilm entstehen. Hammerschla-Effektlacke sind zur Egalisierung von Oberflächen mit leichten Unebenheiten oder Schäden geeignet. Bei der Applikation von Hammerschla-Effektlacken ist auf eine ausreichende Schichtstärke zu achten, zu dünne Schichten verhindern die gleichmäßige Ausbildung der gewollten Krater und verursachen Durchschläge. Optimale Effektbildung erzielt man im Spritzverfahren, weil sich dann der Effekt ungestört ausbilden kann. Geübte Anwender erzielen auf kleineren Flächen auch mit der Walze ein optisch attraktives Finish.

Das Material

Das Material muss dabei mit entsprechender Schichtstärke im Kreuzgang aufgetragen werden. Vorsicht ist beim Einsatz und der Lagerung gebrauchter Werkzeuge geboten. Diese sollten ausschließlich für Hammerschla-Lackierungen verwendet werden. Nur so ist eine unerwünschte Kontamination anderer Lackierungen mit Silicon und daraus resultierend, unerwünschten Oberflächenstörungen zu vermeiden. Die produktionstechnische Herstellung von Hammerschla-Effektlacken ist durch den Einsatz des Siliconöls kritisch. Produktionsbehälter, Mischaggregate und Reinigungsbehälter sind strikt getrennt von anderen Produktionsmitteln zu verwenden, sonst droht die Gefahr einer „Siliconverseuchung“. Zur Gewährleistung einer stabilen Effektbildung ist zudem oft eine Standzeit des angesetzten Produktes vor der Abfüllung erforderlich, um nach einigen Tagen den Effekt nochmals zu prüfen und gegebenenfalls nachzusteuern. Diese Umstände haben dazu geführt, dass es heute relativ wenige Lackhersteller gibt, welche sich mit der Entwicklung und Herstellung von Hammerschla-Effektlacken beschäftigen.

Susanne Pfisterer, Laborleitung Südwest
Quelle: Malerblatt 02/2012


 

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