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Nachhaltig sanieren

Holzfenster benötigen Pflege und Wartung. Ein spezielles Reparatursystem ermöglicht eine nachhaltige Instandsetzung.

Holzfenster und -türen haben viele Vorteile. Handwerklich sorgfältig gefertigte Holzfenster und -türen wirken nicht nur natürlicher als Kunststofffenster, sie liegen auch in Sachen Klimabilanz klar vorn. Der Rohstoff wächst beständig nach. Zudem hat er im Unterschied zu industriell erzeugten Baumaterialien eine positive CO2-Bilanz, denn Bäume binden während ihres Wachstums große Mengen dieses Treibhausgases. Kunststoff dagegen verbraucht bei der Produktion das nur begrenzt vorhandene, CO2-freisetzende Erdöl. Technisch gesehen spricht vor allem die gute bis sehr gute Wärmeisolierung für Holzrahmen. Ein wesentliches Argument ist auch die Lebensdauer. Hier kommt vor allem der Qualität des ausgewählten Rohholzes, aber auch dem konstruktiven Holzschutz eine besondere Rolle zu. Dank besserer Lacke und der Verwendung von wetterfesten Harthölzern wie Meranti brauchen Holzfenster einen Haltbarkeitsvergleich mit Kunststofffenstern heute nicht mehr zu scheuen – vorausgesetzt, sie werden entsprechend gepflegt und gewartet. Wird diese Pflege vernachlässigt, können Substanzschäden entstehen, die mit Beschichtungsstoffen allein nicht mehr zu beheben sind. Bei geschädigter Holzsubstanz sollte deshalb mit einem Holzreparatursystem gearbeitet werden. Mit einem derartigen System, das exakt auf die physikalischen Anforderungen von Holz abgestimmt ist, lassen sich Holzschäden einfach und professionell instandsetzen.

Offene Bauteilverbindungen

Vor einer Instandsetzung müssen die Holzbauteile auf Mängel überprüft und diese ggf. behoben werden. So kommt etwa dem Weg, den das Niederschlagswasser über das Bauteil nimmt, besondere Aufmerksamkeit zu. Fließt das Wasser ungehindert ab oder kann es in das Bauteil eindringen? Offene Bauteilverbindungen sollten vor der Beschichtung mit einer geeigneten Reparaturmasse geschlossen werden. Dazu wird der Verbindungsbereich mindestens 5 Millimeter breit und 5 Millimeter tief durch Fräsen geöffnet. So entsteht eine ausreichende Kontaktfläche für die Reparaturmasse. Nachdem schadhaftes Holz entfernt und die Verbindungsbereiche geöffnet wurden, trägt man als Grundierung einen holzverfestigenden 2K-Primer auf. Dieser wird mit einem Pinsel gleichmäßig benetzend in die Reparaturstelle eingebracht. Nach einer Ablüftzeit von mindestens 20 Minuten (spätestens jedoch nach 2 Stunden) kann die Schadstelle mit einer speziellen Reparaturmasse gefüllt bzw. reprofiliert werden. Dazu wird die hartelastische, lösemittelfreie Reparaturmasse auf der Basis von zweikomponentigem Epoxidharz zunächst im ersten Arbeitsgang auf die geprimerte Holzoberfläche mit dem Spachtel dünn eingearbeitet. Damit wird für eine gute Benetzung zwischen Primer und Reparaturmasse gesorgt. Danach kann die Reparaturstelle mit der Reparaturmasse verfüllt werden. Bei tieferen Schadstellen füllt man in Schichten von maximal 5 Millimetern nass in nass auf. So wird eine optimale Verdichtung der Masse erreicht und etwaige Luftblasen werden herausgepresst. Die Reparaturstelle sollte mit geringem Materialüberschuss aufgefüllt werden. Am nächsten Tag, frühestens jedoch nach 16 Stunden (bei 20 Grad Celsius und 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit), kann die Reparaturstelle oberflächenbündig geschliffen werden. Große Reparaturstellen werden mit angepassten Holzteilen verfüllt, welche in die Reparaturmasse eingelegt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass allseitig eine mind. 5 Millimeter breite Fuge aus Reparaturmasse zwischen dem Füllholz und dem Holzbauteil vorhanden ist.

An alles gedacht

Um die Wasseraufnahme von Hirnholz oder sehr rissigen Holzflächen (Rissbreite unter 0,7 Millimeter) zu reduzieren, kann eine 2K-Versiegelung auf Epoxidharzbasis eingesetzt werden. Diese kann gestrichen oder vorzugsweise gespachtelt werden. Nach der Trocknungszeit von mindestens 16 Stunden kann die Versiegelung geschliffen und beschichtet werden.


Als Ersatz für schadhaften oder fehlenden Ölkitt kann bei der Fenstersanierung ein elastischer Fensterkitt verwendet werden. Der Kitt aus der Kartusche kann mit Lacken überstrichen werden, nicht aber mit Lasuren. Bei lasierten Fenstern wird der Kitt deshalb erst nach der Schlussbeschichtung aufgebracht und nicht beschichtet. Bei deckend lackierten Fenstern streicht man die Kittfalze nach der Reinigung mit einer Imprägnierung bzw. Grundierung vor. Dann bringt man den Fensterkittstrang auf und zieht ihn mit dem Fugenglätter ab. Nach der Durchtrocknung wird der Kitt grundiert und kann dann lackiert werden.


Das beschriebene Holzreparatursystem kann sowohl in Verbindung mit lösemittelhaltigen als auch wasserverdünnbaren Lacken und Lasuren zum Einsatz kommen. Um das geeignete Beschichtungssystem herauszufinden, bedarf es der Kenntnis über die Art der Altbeschichtung. Hier kann eine Lösemittelprobe mit Nitroverdünnung weiterhelfen. Während eine Acryldispersion sehr schnell anlöst, ist ein Alkydharz nur sehr wenig löslich. Bei Unsicherheit sollte man sich nicht scheuen, den technischen Beratungsservice des Farbenherstellers hinzuzuziehen.


Damit die sanierten Fenster auch lange schadensfrei bleiben, ist es wichtig, sie in einem etwa zweijährigen Rhythmus zu kontrollieren und ggf. zu warten.


Substanzschäden können mit Beschichtungsstoffen alleine nicht mehr behoben werden.

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Nachhaltig sanierenOffene Bauteilverbindungen werden mindestens 5 Millimeter breit und 5 Millimeter tief, z.B. durch Fräsen, geöffnet. So entsteht eine ausreichende Kontaktfläche für die Reparaturmasse.
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Praxisplus: Das Holzreparatursystem wird von Caparol unter dem Namen „Capadur Repair System“ angeboten. Die Broschüre zum Holzreparatursystem ist erhältlich beim werbemittel- Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. unter der Bestell-Nr. 876991.

 

Quelle: Malerblatt 05/2015
 

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