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Das Schwimmbad Fildorado

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Das Schwimmbad Fildorado
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Das Schwimmbad als reiner Zweckbau hat ausgedient. Der Trend geht zum Erlebnisort und Wellnesstempel.

Ein Indiz dafür, dass sich eine bestimmte Bauaufgabe für Architekten als besonders interessant heraus kristallisiert, ist es, wenn sich die so genannten Stars unter den Architekten darum kümmern – so wie etwa seit geraumer Zeit bei der Gestaltung von Schwimmbädern. Peter Zumthor baute seine Therme in Vals, Schweiz, Mario Botta lieferte mit der Therme Tschuggen Grand in Arosa, Schweiz, ein beeindruckendes Beispiel für diese Art Architektur und Stefan Behnisch zeigt in Bad Aibling, welche Möglichkeiten sich architektonisch bieten. Da ist es nur logisch, dass auch andere renommierte Architekturbüros den Reiz einer solchen Aufgabe erkennen. Eines davon ist das Büro Kauffmann Theilig & Partner aus Ostfildern, die das neue Fildorado entwarfen. Dabei ging es allerdings nicht um die reine Neugestaltung eines Freizeit- und Erlebnisbades, sondern um die Verbindung einer bestehenden Anlage mit zeitgemäßen Elementen. Denn Teile des aus den 1970er-Jahren stammenden Vorgängerbades sollten erhalten, die Anlage an sich erneuert und das Ensemble aus unterschiedlichsten Gebäuden zusammen gefasst werden. War das Fildorado bis zum Neubaubeginn 2003 noch eine Ansammlung von mit der Zeit hinzu gekommenen Bauten, so sollte nun eine Einheit entstehen.
Ein Vorhaben, das gelang, weil mehrere Schritte umgesetzt wurden. So bündelte man städtebaulich die gesamte Anlage, die aus einem Freibad, einem Hallenbad, einer Wellness-Anlage sowie einem Fitness-Klub besteht, durch eine bewusst gestaltete Außenanlage und einen klaren Kern, der von Alt- und Neubauten gebildet wird. Ein Erdwall bestimmt dabei heute klar die Grenzen des Bades und lässt erkennen, wie weit das Schwimmbad und seine Freiflächen gehen. Der Gebäudekern wiede-rum definiert sofort, wo die Haupteinrichtungen des Bades liegen und bietet zudem eine deutliche Eingangsgeste, die sich zu den Parkmöglichkeiten hin öffnet.
Bei den Gebäuden wurde die bestehende Schwimmhalle nicht abgerissen, sondern erhalten. Sie bildete die Basis für die neuen Teile. Als markantestes Merkmal unter den modernen Elementen fällt hier der große Sichtbetonriegel auf, der sich wie eine Brücke über die Schwimmhalle legt und teilweise im Bereich des Freibades auskragt. In ihm befindet sich das Foyer mit den Kassen, der Zugang zum Fitness-Klub, die Umkleiden sowie weitere Funktionsräume wie etwa die Küche. Da das gesamte Fildorado in die Landschaft integriert wurde, schmiegt es sich an eine leichte Hangkante an, weswegen man zwar ebenerdig in das Foyer geht, zur Schwimmhalle aber vom Sichtbeton-Riegel mit seinen Umkleiden ein Geschoss tiefer muss.
Unten angekommen erwartete einen ein großer, gut beleuchteter Raum, in dem sich ein Wellenbad, ein Thermalbad mit Außenbecken, ein Schwimm- und Sportbecken sowie verschiedene Rutschen befinden. Vor allem die großen und raumhohen Verglasungen sorgen für eine freundliche Atmosphäre – auch wenn der Lärm in diesem Raum durchaus anstrengend werden kann. Schließlich bieten Rutschen und Wellenbad genügend Grund zur Freude und damit zu lauten Ausrufen der Begeisterung.

Der Wellness-Bereich

Wer es dagegen etwas ruhiger mag, der kann sich in den Wellness-Bereich des Fildorados zurückziehen, der ebenso wie der Riegel mit den Umkleiden neu errichtet wurde. Hier finden sich verschiedene Saunen und Dampfbäder, Ruhe- und Liegebereiche, ein kleines Bistro sowie ein großzügiger Außenbereich mit weiteren Saunen, die in freistehenden Gebäuden aus Sichtbeton untergebracht sind. Gerade in diesem Teil des Fildorado zeigt sich, dass es sich um mehr als einen reinen Umbau handelte und die Architekten gemeinsam mit dem Bauherren, den Stadtwerken Filderstadt, ein Bad schaffen wollten, das sich mit der Konkurrenz messen kann. Denn bei all den Erlebnis- und Wellness-Angeboten zwischen Böblingen, Esslingen und Stuttgart war das alte Fildorado längst keine erste Adresse mehr.
Doch das hat sich geändert, was nicht zuletzt an dem großen Angebot und der gelungenen Gestaltung liegt. Hat man erst einmal den Weg in das Spa bzw. den Wellness-Bereich des Bades gefunden, dann wird man für den mühsamen Weg dorthin belohnt. Mühsam deshalb, weil der Besucher unüblicherweise durch die gesamte Schwimmhalle muss, um den kleinen und erst einmal unscheinbaren Eingang zum Spa zu finden.
Drinnen findet man dann aber eine große, über zwei Geschosse angelegte Saunalandschaft vor, die durch eine Sonnenterasse, besagtes Bistro mit Außenterrasse, Duschen, Massage-Räume und einen Club-Sauna-Bereich ergänzt wird. Diesen kann man übrigens mieten und so private Saunagänge mit Freunden, Familie oder Kollegen genießen. Was aber im gesamten Saunabereich vor allem auffällt, das ist die Farbgestaltung. So sind die einzelnen Ruhebereiche jeweils in einen einheitlichen Farbton getaucht und bieten so ein besonderes Erlebnis. Vor allem der blaue Ruheraum Aqua mit seinem Aquarium sticht hier heraus. Diese Farbgestaltung ist es denn auch, die einen willkommenen und angenehmen Kontrast zu den sonst überwiegend vorhandenen Sichtbetonflächen bildet.
Dies kann man jedoch nicht nur im Wellness-Bereich erkennen, sondern auch im übrigen Schwimmbad. Denn überall dort, wo es Sonderzonen gibt, sei es das Restaurant, der Kinderbereich oder die Umkleide, haben die Architekten ein durchgängiges Farbkonzept eingeführt, dass diese Bereiche besonders kennzeichnet und somit leicht auffindbar macht. Dass dabei Farbe zur Orientierung in einem Schwimmbad eingesetzt wird, ist nicht neu, trotzdem aber allzu selten. Im Fildorado zumindest kann man erkennen, dass es etwas bringt, Farbe bewusst einzusetzen.
Auch wenn es den ausführenden Malerbetrieb zunächst vor Schwierigkeiten gestellt hat. Denn die Malerwerkstätten Heinrich Schmid aus Albstadt, die den Auftrag für die Umsetzung des Farbkonzepts von Kauffmann Theilig & Partner erhalten hatten, mussten zunächst erkennen, dass die ursprünglich verwendete Produktauswahl an Farben in Teilen nicht funktionierte. So hatte man, auch aus mangelnder Erfahrung mit Schwimmbädern dieses Ausmaßes, auf Latex-Farben gesetzt, die jedoch den hohen Anforderungen nicht gerecht wurden. Vor allem die mehrmals am Tag erfolgende Reinigung der Nassbereiche mit starken Reinigungsmitteln sorgte dafür, dass die Farboberflächen schnell angegriffen und abgelöst wurden. Doch auf eine solche Herausforderung reagierte der ausführende Malerbetrieb nicht mit Missmut oder Frustration, sondern wie ein guter Malerbetrieb. Man fand eine Lösung für das Problem und arbeitete die schwierigen Bereiche wie Umkleiden, Duschen und Rutschentürme nach, da diese besonders belastet werden. Statt der erwähnten Latex-Farbe setzte man nun eine Betonfassadenfarbe sowie eine Zwei-Komponenten-Farbe ein. Eine Maßnahme, die sich bewährt hat, lösen sich doch seitdem die Farben nicht nach ein paar Reinigungen bereits wieder ab – trotz aggressiver Mittel und Hochdruckreiniger.
Dass dabei insgesamt im neuen Fildorado auf eine gute Ausführung geachtet wurde, das können die Besucher auch heute noch, über drei Jahre nach der Eröffnung, erkennen. Außer den üblichen Abnutzungserscheinungen sehen das Schwimmbad, die Außenanlage und vor allem der Wellness-Bereich gepflegt und neuwertig aus. Dies, die ansprechende und modern wirkende Architektur, das durchdachte und stimmige Farbkonzept und das umfangreiche Angebot machen das Fildorado zu einem ernsthaften Konkurrenten für die regionale und teilweise auch die überregionale Konkurrenz in diesem Bereich. Nur an die großen Entwürfe von Peter Zumthor oder Mario Botta kommt es nicht ganz heran. Doch schließlich will das Fildorado auch ein Freizeit- und Erlebnisbad für die Besucher aus nah und fern sein und nicht wie die Schweizer Vorbilder eine exklusive Thermenanlage.

Marc Nagel
Quelle: Malerblatt 11/2009


 

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