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Pfarrkirche Troisdorf- Spich

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Wie kreativ und außergewöhnlich rein technische Lösungen angegangen werden können, das zeigten Mitarbeiter der Maler- werkstätten Jaensch bei der Renovierung der Pfarrkirche in Troisdorf-Spich.

Allen Beteiligten ist die Begeisterung sofort anzumerken, wenn über die Zusammenarbeit und über die gefundenen Lösungen bei der Renovierung der katholischen Pfarrkirche St. Mariä-Himmelfahrt gesprochen wird. Und das Ergebnis beweist, was an Positivem beim Beschreiten neuer Wege entstehen kann. Aber der Reihe nach…
Die in Düsseldorf und in Bonn ansässige Jaensch GmbH macht auf ihrem Briefbogen bereits auf all das aufmerksam, worauf sich dieses Traditionsunternehmen spezialisierte, das im April 2009 sein 50-jähriges Jubiläum feiert: „Werkstätten für feine Malerarbeiten“. Ob es sich um technisch schwierig auszuführende Arbeiten handelt oder um Aufträge, bei denen Fantasie und Kreativität gefragt ist – die Mitarbeiter von Eigentümer und Geschäftsführer Norbert Krämer finden Wege, deren Genialität sich manchmal erst auf den zweiten Blick erschließt.
Thorsten Kahlert, Objektleiter aus der Niederlassung Bonn, verantwortete all das, was im Vorfeld und bei der Durchführung der Arbeiten in St. Mariä-Himmelfahrt angeschoben und durchgezogen werden musste. Als der Malermeister und staatlich geprüfte Gestalter sich mit dem Gotteshaus in Spich erstmals auseinandersetzte, da war nur eines klar: die Gemeinde sah die Notwendigkeit einer Renovierung, hatte aber nur wenig Geld dafür zur Verfügung. So schluckten die Verantwortlichen des Kirchengemeinderates erst einmal kräftig, als die ersten Zahlen für eine komplette Reinigung mit Endanstrich für die einschiffige neugotische Backsteinkirche auf dem Tisch lagen. Ausgeschrieben war nämlich „Wände streichen“ in dem 1860 erbauten Gotteshaus, wobei die Umrandungen der Fenster nur abgeklebt werden sollten. Und die Decke sollte genau so bleiben wie sie war.

Innovativer Versuch

Als sich Thorsten Kahlert aber mit der Bautechnikerin Claudia Pütz vom Bonner Architekturbüro Saul und mit Axel Weber, Fachberater des Partners Keim, zusammensetzte und alle nur gangbaren Wege erörtert wurden, da hatte Thorsten Kahlert die Idee für eine Alternative: er erinnerte sich an ein neues Produkt des Farblieferanten, an ein Reinigungspad, quasi einen „Schwamm“ mit einer weichen und einer harten Seite. Die erste Skepsis wich bald der Neugierde und dem Wunsch, diese Technik an einer unauffälligen Stelle des Kircheninnenraums auszuprobieren. Sollte diese Technik funktionieren, dann könnte für die bereitgestellte Summe auch noch die Decke in ihren „Urzustand“ zurück versetzt werden und in ihren alten Farben strahlen.
Planerin Claudia Pütz zeigte sich offen für den Test: „Im Regelfall schreiben wir das Material vor. Aber wenn uns jemand etwas anderes anbietet, dann prüfen wir durchaus die Gleichwertigkeit. Und genau das taten wir auch in der Spicher Kirche.“ Der „Radierschwamm“ kam also zum Einsatz und überraschte mit einem unerwartet guten Ergebnis, wie Thorsten Kahlert erzählt: „Die gestrichenen Flächen wurden gereinigt, wurden quasi mit dem Spezialschwamm „radiert“. Unser erfahrener Mitarbeiter Wilhelm Vahrenkampf und der Auszubildende Manuel Fuß gingen nach kurzer Test- und Anlaufzeit mit dem Reinigungspad so professionell um, als hätten sie schon jahrelang damit gearbeitet.“ Weil man sozusagen mit den „Radierschwämmen“ auch „spielerisch“ zu einem Aha-Effekt kommen kann, weil der Unterschied vorher-nachher so drastisch und so augenfällig ist, interessierten sich immer mehr Mitglieder der Kirchengemeinde für die Renovierung, kamen in die Kirche und sahen den Jaensch-Malern zu. Sogar Kinder und Erzieherinnen des katholischen Kindergartens kamen vorbei – und in einer gesicherten und „unspektakulären“ Ecke durfte jedes Kind ein ganz kleines Stück „seiner“ Kirche reinigen.

Versierte Könner

Allerdings war die Kirche insgesamt kein Kinderspiel, sondern in der Summe eine Aufgabe für versierte Könner. Nicht an jeder Stelle ließ sich alles im Handumdrehen säubern: „Die Bossen mussten wegen Wasserflecken neu gestrichen werden – da brauchten wir gar nicht lange Versuche mit dem Reinigungsschwamm machen“, so Thorsten Kahlert. Insgesamt wurden auch 750 Quadratmeter Wandflächen gereinigt, eine Schlämmbeschichtung und danach ein Endanstrich mit Silikatfarbe aufgebracht. Daneben wurden rund 120 Quadratmeter Sanierputzflächen geätzt und ebenfalls mit Silikatfarbe gestrichen. „Aber etwa 600 Quadratmeter Wand- und Deckenfläche wurde mit dem so genannten „Wishab-Schwamm“ trocken gereinigt. Ein Mitarbeiter war zuerst sehr skeptisch, doch nachdem er zum Ausprobieren an extrem verschmutzte Stellen ging, war er sofort überzeugt. Es ging viel einfacher als wir dachten.“
Wie groß war der Schwammverbrauch? „Ich weiß zwar, wie viele Schwämme insgesamt geliefert wurden, doch wechselte der Verbrauch je nach Untergrund, ob er weniger oder mehr verschmutzt, ob er glatter oder rauer war“, so Axel Weber, der Fachberater des Lieferanten. Thorsten Kahlert schätzte den Verbrauch über den Daumen so: „Ich denke, pro Schwamm konnten wir sechs bis sieben Quadratmeter reinigen – rund 150 Stück wurden insgesamt verbraucht. Wenn der Putz rauer gewesen wäre, hätten wir wesentlich mehr Reinigungspads gebraucht, um den Schmutz zu entfernen.“ Das Ergebnis der unter anderem aus finanzieller Not geborenen Technik überzeugte auch Claudia Pütz vom Architekturbüro Saul: „Es hat sich gelohnt, diese in der Breite noch nicht bekannte Technik auszuprobieren. Meine Befürchtung war vor dem Versuch, dass die Flächen nicht gleichmäßig aussehen könnten. Diese Sorge war aber unbegründet.“
Was die gelungene Innenraum-Renovierung der neugotischen Backsteinkirche bewies: bewährte Partnerschaften führen zu optimalen Ergebnissen. „Wir von Jaensch pflegen seit vielen Jahren eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Saul und auch mit Keim, vor allem im Bereich denkmalgeschützter Gebäude, aber auch im modernen Hochbau wie in den 90er-Jahren die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn mit seinerzeit rund 50.000 Quadratmetern Silikatfarbe“, so Objektleiter Thorsten Kahlert.
Dass neben den tatsächlich spektakulären „Radierarbeiten“ in der Spicher Kirche auch noch ein Vorraum dreimal lasiert wurde und dass man an der Empore das Gitter lackierte, das soll nicht verschwiegen werden. Aufsehen erregte bei der Renovierung der katholischen Pfarrkirche St. Mariä-Himmelfahrt allerdings in erster Linie die Trockenreinigung der Oberflächen-Verschmutzungen.

Ulrich Schweizer
Quelle: Malerblatt 03/2009


 

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