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Ausstellung: color continuo 1810- 2010

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Ausstellung: color continuo 1810- 2010
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Seit Ende Oktober findet in Dresden die zweiteilige Ausstellung „color continuo 1810 – 2010“ statt, die sich inhaltlich mit dem System und der Kunst von Farbe in all ihren Facetten auseinander setzt.

Sie umgibt uns jederzeit und überall – nichtsdestoweniger nehmen wir sie zumeist nicht oder nicht mehr bewusst wahr: die Farbe. Dies zu ändern, dazu könnte die zweiteilige Dresdner Ausstellung „color continuo 1810 – 2010“ beitragen. Sie zeigt neben selten zu sehenden originalen Studien, beispielsweise von Goethe, Arbeiten zeitgenössischer Künstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Teil I, der vom 24.10.2009 bis zum 27.2.2010 stattfindet, trägt den Titel „FarbenKunst und SystemKünstler“ und ist in der ALTANAGalerie der TU Dresden beherbergt“, beschreibt der Bonner Kunsthistoriker Dr. Konrad Scheurmann, der die Gesamtausstellungsleitung übernommen hat. „Dort besteht für alle Besucher die Möglichkeit, sich mit den Instrumentarien und der Kunst der Farbe auseinander zu setzen“, erklärt er. „Im zweiten Teil, vom 22.1.2010 bis zum 30.4.2010, bieten wir dann in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) Raum für die Betrachtung von exemplarischen und bibliophilen Objekten aus der Farbenlehre und schildern deren Rezeption.“ Darüber hinaus wird direkt vom Beginn der Ausstellung für ein halbes Jahr an verschiedenen Orten in Dresden, zum Beispiel in den Museen, ein vielfältiges und vor allem interdisziplinäres Rahmenprogramm rund um das Thema Farbe geboten. Kurz gefasst leuchtet sie in dieser Zeit durch viele verschiedene Disziplinen: Philosophie, Kunst, Musik, Naturwissenschaft, Kulturge- schichte, Technik und Gesellschaft.

Alles auf Anfang

Warum findet eine solche Ausstellung gerade in Dresden statt? In einem Raum, der eher für seine kulturelle, musikalische und literarische Geschichte bekannt ist. Die Erklärung ist leicht gegeben. Aus der Region Mitteldeutschland , die eher für ihre musikalische und literarische Geschichte berühmt ist, liefen seit dem 19. Jahrhundert stetig wichtige Impulse auf dem Gebiet der Farbe und des Lichts um die Welt. Angefangen hatte diese Entwicklung bereits mit der Veröffentlichung von Goethes Farbenlehre im Jahr 1810 in Weimar. Er legte damals den Grundstein für eine ganzheitlich orientierte Auffassung der Einheit und Vielfältigkeit von Licht und Farbe. Gleichzeitig stellte der Maler Philipp Otto Runge seine Farbenkugel der Öffentlichkeit vor. Sie gilt bis heute als die erste klare, dreidimensionale Ordnung der Farbe und der Farbempfindungen im Bezug zum Licht. Es folgten bekannte und weniger bekannte Philosophen (Arthur Schopenhauer), Baumeister (Gottfried Semper), Ärzte (Gustav Theodor Fechner), Physiologen (Wilhelm Wundt), Chemiker (Wilhelm Ostwald), Maler (Otto Prase) und Farbkartenhersteller (Paul Baumann), um nur einige zu nennen. Sie ließen das genannte Gebiet durch ihre vielfältige Forschung zu einem Zentrum der Farbe und Dresden selbst zum Mittelpunkt der deutschen Textilforschung, Farbchemie und Färbetechnik werden. Noch immer steht die Erforschung neuester Farb-Licht-Quellen ganz oben auf der Liste der dort arbeitenden Wissenschaftler. Daneben zeugen beispielsweise die europaweit einzigartige historische Farbstoffsammlung am Institut für Organische Chemie oder die bekannte Herrmann-Krone-Sammlung zur Entwicklung der Fotografie am Institut für Angewandte Photophysik von der langen farbverbundenen Geschichte und Aktualität der Technischen Universität Dresden, zum Beispiel die Entwicklung organischer Leuchtdioden (OLEDs). Parallel entsteht momentan mit der Sammlung Farbenlehre eine dritte, übergreifend orientierte Lehr- und Forschungssammlung zum Themenkomplex Licht und Farbe. Ihren Schwerpunkt sollen unter anderem auch neue natur-, sozial- und geisteswissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen sowie technische Innovationen bilden. „Wir wollen hier in Dresden auch zukünftig das große Themengebiet rund um die Farbe erforschen und bewahren. Es darf nichts verloren gehen“, erklärt Eckhard Bendin, ursprünglicher Ideengeber der Ausstellung und Sammlungsbeauftragter der Sammlung Farbenlehre der TU Dresden. „Im Bereich der modernen Farb-Licht-Forschung sind wir in Deutschland, verglichen mit der Schweiz, noch immer sehr am Anfang. Deshalb sollten unsere historischen aber gut ausgestatteten universitären Sammlungen künftig eine Art Keimzelle vor Ort bilden, aus der heraus neue Impulse für Forschung und Lehre, aber auch für Netzwerke gewonnen werden sollen. Langfristig ist geplant, hier ein „Kompetenzzentrum Farbe“ zu etablieren. Ausgehend von diesen Planungen, Fakten und Impulsen fiel dann letztendlich auch die Entscheidung zugunsten der Ausstellung. „Dass Kunst mit Farbe zu tun hat, gilt heute als so selbstverständlich, dass eine reine Farbausstellung gerne belächelt wird“, fasst Dr. Konrad Scheurmann zugespitzt zusammen. „Die Frage muss aber doch sein, wie sie die Kunst beeinflusst und den Dialog zum Betrachter herstellt. Außerdem werden farbtheoretische Gesetzmäßigkeiten, die hinter den einzelnen Werken stehen, in Kunstausstellungen oft nicht ausreichend betrachtet. Doch genau darum geht es der Ausstellung.“ Die Künstler, deren ausgestellte Objekte dieser Artikel teilweise zeigt, setzen sich intensiv und auf verschiedene Art und Weise mit dem Prozess des Sehens und der Wahrnehmung sowie mit der Stofflichkeit ihres Arbeitsmaterials auseinander – zunehmend auch im Kontext von Lichttechnik und den digitalen Medien. Sie versuchen, auf die „Urväter“ Goethe und Runge aufbauend, der Farbe an und für sich auf den Grund zu gehen und am Ende das absolute Farbsystem zu finden. „Während dieses Prozesses erforschen und berechnen sie deren Beschaffenheit, kodieren diese und bemühen sich, die Ergebnisse in ihre Kunstwerke einfließen zu lassen“, berichtet der Kunsthistoriker. Um diese Vorgänge für alle Besucher verständlich zu machen, werden neben den künstlerischen Exponaten auch die von den Künstlern zur Hilfe gezogenen Arbeitsgeräte, wie Lichtorgeln, Farbkarten und Pigmente, in der Ausstellung gezeigt. „Wir haben uns vorgenommen, Farbe durch unsere Ausstellung wieder bewusst zu machen“, erläutert Dr. Konrad Scheurmann. „Es ist uns zudem sehr wichtig, ihr interdisziplinäres Spektrum zu zeigen und auf diese Weise Tradition mit Innovation, Farbkunst mit Farbwissenschaft zu verbinden“, fügt die projektleitende Architektin Maria Obenaus von der Kustodie der Universität hinzu. „color continuo 1810 – 2010“ bietet also, gemeinsam mit dem begleitenden Rahmenprogramm innerhalb Dresdens, höchst interessante Möglichkeiten den Gegenstand Farbe wieder neu für sich zu entdecken.

Simone Heinz
Quelle: Malerblatt 12/2009


 
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