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Stadtgarten Köln


Zwei Graffiti-Künstler haben die Idee der innerstädtischen Parkanlage auf ein vormals tristes Gebäude übertragen.

Wo vorher schlichtes Weiß und Grau vorherrschten, springen einem nun Seerosen, Pilze, Bäume und sogar Affen auf grünem Grund ins Auge. Das Kölner Künstlerduo goodlack art, bestehend aus John Iven und Ron Voigt, bekam vor einem Jahr den Auftrag, den Innenhof des eher schmucklosen Kölner Stadtgartens Karree farbenfroh zu gestalten. Die Wandflächen sollten belebend wirken, aber nicht zu wild gestaltet werden. Der Bauherr wünschte sich, dass die im Gebäude arbeitenden Menschen angeregt, aber nicht abgelenkt werden sollten. So kamen die Künstler auf die Idee, den angrenzenden Kölner Stadtgarten auf den Fassaden fortzusetzen. John Iven dazu: „Die begeisterten Resonanzen der Anwohner und Passanten zeigen, dass uns das gelungen ist.“

Die Künstler haben die Fassade in einen farbenfrohen Garten verwandelt.

Der Stadtgarten ist Teil des Kölner Grüngürtels. Dieser soll den ruhesuchenden Einwohnern der Millionenstadt Erholungsmöglichkeiten und Rückzugsorte bieten. John Iven und Ron Voigt folgten in ihrem Entwurf der Grundidee eines städtischen Parks und brachten die entsprechenden Motive auf die Wände: Vor den Silhouetten von Bäumen stoßen Raubvögel herab, die unverzichtbaren Stadttauben sitzen als Scherenschnitte auf gezeichneten Wäscheleinen, Marienkäfer mühen sich bei der Besteigung eines Steines ab und Gräser strecken sich die Fassaden empor. Papageien und Affen fügen eine exotische Note dazu, schablonenhaft angelegte Stadtlandschaften ergänzen die Szenerie.

Respektvollen Umgang miteinander haben die Künstler als Motiv für die Eingangsseite gewählt.

Auf der Vorderseite des Gebäudes weichen die Streetart-Künstler von der Gartenidee ab und bringen in der Vielnationenstadt Köln ein neues Motiv ins Spiel. In sieben Sprachen prangt von der Fassade der Spruch „Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest“. Zwei Hände, eine weiß, die andere schwarz, die sich gegenseitig umfassen, visualisieren das Prinzip des gegenseitigen Respekts und der Menschlichkeit.

v.l .Ron Voigt, Anke Bohmann (Akzo Nobel, Marke Herbol) und John Iven.

Vier Monate benötigten die beiden Künstler, um die 2000 Quadratmeter große Fläche zu bemalen, dabei verbrauchten sie rund 800 Liter Farbe.

Human Cities-Initiative

Die 800 Liter Farbe der Marke Herbol, die bei dem Kölner Projekt verarbeitet wurden, hat der Farbenhersteller AkzoNobel kostenfrei zur Verfügung gestellt. Mit seiner Human Cities-Initiative unterstützt das Unternehmen weltweit Projekte solcher Art. Marco Sicconi, Geschäftsführer von AkzoNobel Decorative Paints Deutschland und Österreich: „Sowohl die farbenfrohe Fassadengestaltung als auch das Giebelmotiv, das für Toleranz und Zusammenhalt wirbt, zielen genau auf die Ziele von Human Cities: Städte menschlicher und lebenswerter zu machen“.

 

Martin Mansel

Fotos: Malerblatt

Malerblatt 11/2016



 

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