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Erlebnisbad mit Farbcharakter

Ein durchdachtes Farbkonzept lässt das Badria Freizeitbad in Wasserburg im neuen Glanz erstrahlen.

Es wirkt, als wäre es schon immer so gewesen, sagte der erste Bürgermeister der Stadt Wasserburg, Michael Koelbl über das Badria Freizeitbad bei der Wiedereröffnung nach mehrmonatiger Sanierung. „Das ist ein sehr schönes Kompliment, denn genauso soll es sein, wenn ältere Objekte von mir ein neues Farbkleid bekommen“, erwiderte die Farbdesignerin Marion Timphus. Ein gutes Farbkonzept erkenne man daran, dass alle Farbflächen miteinander in Harmonie seien, ob spannungsvoll oder sanft fließend, aber immer in einer gewissen Farbharmonie. „Die Harmoniegesetze kann man erlernen, ich fühle sie förmlich, habe aber dennoch immer genügend Argumente aus der Farbenlehre.“
Das Badria war ursprünglich in warmem Moosgrün und Currygelb gehalten und überwiegend aus Holz gebaut. 2002 wurde das Bad farbig in Rot und Königsblau saniert, was der Farbdesignerin völlig widerstrebte. „Das tut weh.“ Es geht hier um ein Freizeitbad, welches Ende der 1970er-Jahre von Professor Peter Seifert geplant und 1978 eröffnet wurde. Erst jetzt waren die grundlegenden Sanierungen möglich, es stand ein Etat von 3,2 Millionen Euro zur Verfügung. Die Becken und die Schwimmbadtechnik wurden saniert, die komplette Pfosten-Riegel-Fassade und auch der Gaudibereich – ein Spaßbecken mit vielen Badeattraktionen wie Wasserfällen, Massagedüsen oder Bodensprudelplatten – wurde jetzt zu einer Höhle mit Kletterwand vom Architekturbüro Weinmann umgerüstet. Viele alte Fliesenflächen an den Wänden in Schwimmhalle und Umkleiden sind großen Farbflächen gewichen und die kleingliedrige Optik der Holzgitter an der großen Rückwand wurde durch effektive Akustikplatten ersetzt, die jetzt Teil des großzügigen Farbkonzeptes sind. Diese Maßnahmen geben dem Raum mehr Leichtigkeit und heben die Kleinteiligkeit auf. Der Badebereich fügt sich zu einem großen Ganzen zusammen. Die farbigen Akustiktafeln wurden nach Angaben von Marion Timphus passend zum Farbkonzept im Werk spritzlackiert und nach ihren Zeichnungen angeordnet, um die Wand zu gliedern. Die Töne finden sich in den Stützen und in den Mosaiksteinchen wie selbstverständlich wieder. Als wäre eben alles schon immer so gewesen.
280 Bauteile, so der Werkleiter Gerhard Selig, wurden hier farbig gestaltet. Der Werkleiter ist begeistert von der neuen Farbigkeit „Wir hatten den Wunsch, das Bad und seine Architektur mit der Natur farbig zu verbinden. Marion Timphus hat diese Symbiose perfekt erreicht. Auch die Rückmeldungen der Besucher sind durchweg positiv. Das Bad ist frisch und modern geworden.“ Und darüber hinaus sagt er: „Dabei dient die Farbe nicht nur dem Wohlbefinden, sondern bei einem Notfall weisen farbige Fliesen auch als Leitsystem zum nächsten Notausgang.“
Dies hat Marion Timphus dadurch erreicht, dass sie gekonnt die Proportionen, die Materialien und Oberflächen, deren Reflexionsgrad sowie die Beleuchtung bei ihrer Planung berücksichtigt. Alles zusammen ist entscheidend für die Wirkung eines Farbkonzeptes. Die differenzierte Auswahl von Nuancen sei für matte und glänzende Strukturen zu berücksichtigen, wenn sie die gleiche Farbwirkung haben sollen, so die Farbdesignerin. Die glänzenden Mosaiksteine etwa seien genau abgestimmt auf die matten Wandfarben der Umgebung und spielen so mit Präferenzen. Die Unterwasserfliesen des Gaudibrunnens wurden von der Farbdesignerin so ausgewählt, dass die Höhle geheimnisvoller und das Wasser blauer erscheinen.
Die Statik der Badehalle ist sehr interessant und sollte weiterhin gut sichtbar bleiben. Zuvor haben die Zugstangen, die Leimbinder und die eingehängten Ruhe-inseln eine zu große Betonung erfahren und die Halle gedrückt, obwohl sie hell waren. „Das lag daran, dass sie vor einer dunklen Decke hingen“, erklärt Marion Timphus. Eine helle Akustikdecke nimmt sich jetzt zurück. „Die Untersichten der Inseln wurden nicht gestrichen! Die Aufmerksamkeit geht jetzt automatisch zur farbigen Hallenrückwand“, erläutert Marion Timphus.
Dass die Außenfarbe, die ursprünglich lasierend in erdigen Naturtönen gehalten war, vor etwa 15 Jahren eine sportliche Lackierung in Blau und Rot bekommen hat, das tat der Designerin am meisten weh. „Es hat rein gar nichts mit der Architektur zu tun, die Farben gehen einfach grob über die feine Architektur hinweg.“ Leider kann die Fassade nur noch deckend gestrichen werden. Dafür wurde Limone gewählt, was eine Überleitung der Innenfarben zu der Natur des Umfeldes herstellt. Die Glasfassade bekam einen Petrol-Farbton damit sie mit der dunkel spiegelnden Glasfläche verwischt, anstatt aufzutragen.
Das Beispiel des Badria Bades zeigt, es braucht viel Gefühl und Architekturverständnis, um ein altes Projekt wiedererstrahlen zu lassen. Die Farbtöne in Anlehnung an die 70er-Jahre kommen hier prima an und wirken doch modern und frisch. Im Laufe des Jahres wird die Fassade komplett fertiggestellt, wenn auch der Sauna-Anbau realisiert wird.


Die farbigen Akustiktafeln rechts im Bild wurden nach Angaben der Farbdesignerin Marion Timphus passend zum Farbkonzept angeordnet, um die Wand zu gliedern (inklusive Projektionsfläche). Die Töne finden sich in den Stützen und in den Mosaiksteinchen wieder. Die interessante Statik der Badehalle ist gut sichtbar geblieben.


Die glänzenden Mosaiksteine sind genau auf die matten Farben der Umgebung abgestimmt.

PRAXISPLUS
Seit 22 Jahren arbeitet Marion Timphus als Farbdesignerin. Sie erstellt Farbkonzepte für Büro- und Privat- räume, psychologisch wirksame Farb-konzepte für Kindergärten und Schulen sowie emotionales Farb- design für Kliniken und Praxen. Sie verantwortet Industriehallen-Design, Farbleitsysteme, und das immer individuell zugeschnitten auf den Nutzer, das Gebäude und seine Architektur.

Marion Timphus
la-colorista Farbdesign
Rodensteinweg 3 A
91301 Forchheim
Tel.: (09191) 979 39 09
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Badria Freizeitbad
Alkorstraße 14
83512 Wasserburg am Inn
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Quelle: Malerblatt 5/2015
Fotos: Marion Timphus
 

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