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Ehemalige Kirche, Weiden

Der Künstler Reinhold A. Goelles setzte leuchtende Farbfelder in das ehemalige Kirchenschiff – mit Silikatfarben.

Temporäres Farbvergnügen

Der 1960 geborene Künstler Reinhold A. Goelles pflegt die Abstraktion und komponiert assoziationsfreie Werke, bei denen allein die Farbe und der Bildträger in Mittelpunkt stehen. Dies aber reicht vollkommen aus, um Bilder von besonderer Prägnanz und Faszination zu schaffen – Malereien, in denen Farben in unterschiedlichsten Kombinationen hart und unmittelbar zusammentreffen. So entstehen eigenständige Gemälde, die mit dem Betrachter interagieren, aber auch mit sich selbst, weil sich im Nebeneinander die kraft- vollen Grund- und Komplementärfarben gegenseitig beeinflussen – und zwar nicht nur an den Nahtstellen innerhalb der Bildwerke.

So verfuhr der Künstler auch bei seinem aktuellen Projekt, das eine weitere Dimension einbezog: den Raum. In der ehemaligen Klosterkirche St. Augustin im oberpfälzischen Weiden erstellte Reinhold A. Goelles auf Einladung des örtlichen Kunstvereins und des Kurators Axel T. Schmidt zehn großformatige Arbeiten, die er direkt auf die Wände der 2010 profanisierten Kirche setzte. 1927 erbaut, ist die Kirche zusammen mit anderen Gebäuden heute im Besitz der Kliniken Nordoberpfalz AG – und wartet noch auf eine endgültige Nutzung. Zumindest interimsweise, genau genommen für ein halbes Jahr, hat die Kunst im schlichten Interieur Einzug gehalten und für neues Leben gesorgt. Drei Monate arbeitete Goelles zusammen mit einem Assistenten und Axel T. Schmidt an der Umsetzung der großformatigen Wandgemälde samt des runden, konkardenähnlichen Bildmotives in der Apsis. Und drei Monate waren die Arbeiten dann unter dem vielversprechenden Titel „Farbvergnügen" für das interessierte Publikum zu sehen. Ein facettenreiches künstlerisches Rahmenprogramm, darunter Vorträge und Konzerte, machte „Farbvergnügen" zu einem kulturellen Highlight mit Ausstrahlung weit über Weiden hinaus.


Für die Apsis schuf Goelles ein rundes, konkardenähnliches Farbflächenmotiv, das den Kirchenraum dominiert – ganz so wie einst der Altarbereich.

 

Bezug auf die Architektur

Auch wenn es auf den ersten Blick aussieht, als hätte sich Goelles komplett über die Bedingungen des Ortes hinweggesetzt – die mächtigen Streifenbilder beziehen sich durchaus auf die Architektur: Wie selbstverständlich nutzte der Künstler die sich anbietende Flächengliederung unter Fenstern und über den Nischenbögen. Prägnant trat die künstlerische Intervention dem Betrachter entgegen: Als Gesamtkomposition, die den schmucklos-grauen Raum in visuelle Schwingungen versetzte und zu einem ganz besonderen Erlebnis machten.

Jedes Bild ist auch ein Experiment: Das Nebeneinander der Farben bringt diese in neue Kontexte und löst Interaktionen aus – auch beim Betrachter.

 

Silikatfarben

Interessant ist die Umsetzung, für die der Künstler Silikatfarben nutzte, die Hauptsponsor Keimfarben zur Verfügung stellte. Um die Kunst direkt mit der Oberfläche des Raumes zu verschmelzen, wurden die Silikatfarben direkt auf die vorhandene Fläche aufgerollt – natürlich nach vorheriger weißer bzw. farbiger Grundierung, die den Untergrund technisch ertüchtigte und die Farbstreifen-Kompositionen wie Rahmungen fasste. Somit gehen Kunst und Gebäude eine direkte Symbiose ein, die über die Ausstellungsdauer hinausreicht und sich nur durch eine neue Übermalung verändern lässt.


Die Farbbilder wurden direkt auf die schmucklosen Wände appliziert – die weiße Grundierung dient auch als Rahmung für die Kompositionen. Sämtliche Werke wurden mit silikatischen Farben des Sponsors Keimfarben umgesetzt.

 

Ob dies nach dem Ablauf der dreimonatigen Präsentation so geschehen wird, ist noch unklar – genauso wie das Schicksal der ehemaligen Kirche insgesamt, die sich eigentlich für weitere Kunst-Interventionen anbieten würde.



Armin Scharf
Malerblatt 11/2014
Fotos: Axel T. Schmidt
 

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