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Le 7ème Continent, Rixheim

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Le 7ème Continent, Rixheim
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Betrachtet der Ankommende die Stadt Rixheim durch die touristische Brille, könnte er im ersten Moment etwas enttäuscht sein.

Der Ort ist nicht der allerschönste und bietet neben ein paar netten Ecken, einem Tapetenmuseum und einer historischen Tapetenfabrik mit einer wunderlichen Chefin nicht wirklich viel. Dieser Eindruck hält sich hartnäckig, bis man sich beim Spaziergang entlang der Straße „Général de Gaulle“ der Nummer 35 nähert. Dass sich hinter den Bäumen etwas Außergewöhnliches verbirgt, das ahnen alle, deren Auge Teile einer anscheinend nicht alltäglichen Fassade ergattern. Und wer sich auch nur einen Rest kindlicher Neugierde bewahren konnte, der betritt das Grundstück und steht vor dem Restaurant „Le 7ème Continent“ – der siebte Kontinent.

Schöpfung

So überrascht man als Betrachter sein mag, sich vermeintlich in einer Art Märchenwelt zu befinden, so geplant ist genau das von François Zenner, dem Künstler und Handwerker, der die Fassadengestaltung entwarf und die Arbeiten selber auch ausführte. In seiner Broschüre bringt er seine Anschauung dem Leser näher: „Jedes Projekt ist ein Neubeginn, eine andere Geschichte, eine Begegnung, eine Entdeckung – und immer gibt es viel zu lernen: das ist der Weg der Schöpfung.“ Nur, um diesen Weg begehen zu können, gehören dazu noch andere, die von den Ideen überzeugt werden müssen. Das sind die Verantwortlichen der Städte, wenn es um einen außergewöhnlichen Fassaden-Entwurf geht. Und es sind diejenigen, die das Ganze finanzieren, die Auftraggeber. Letztgenannter war bei der Außen- und Innengestaltung seines Lokals jedoch mehr als offen und trieb manchmal den Künstler zu noch exotischeren Gedanken an. „Ich musste beim Gespräch mit dem Chef des Hauses, Laurent Haller, immer weiter in die gesagten Sätze „hineinhorchen“ und daraus die Gestaltungswünsche des Bauherrn destillieren.“

Die Motive für die Fassade wurden von François Zenner ersonnen. Die Idee, die hinter den Motiven steht, erklärt der Künstler und Handwerker so: „Die Vögel, die Früchte, das Getreide symbolisieren frugale Mahlzeiten, leicht und wertig.“ Eine besondere Rolle spielen die Vögel: „Sie kosten quasi im Flug die Gaben der Natur, der Jahreszeiten. Das kommt einer Entführung in eine unbekannte Welt voller Delikatessen gleich.“ Alle sieben Fassaden-Segmente zwischen den Fenstern und der Türe sind einem Kontinent gewidmet, der über jedem der Segmente „thront“ und ihm so eine „Überschrift“ gibt. „Die großen blauen Motive verleihen dem Ganzen eine Struktur. Es sind die Details, die eine Geschichte erzählen. Alles ist sozusagen „frei erfunden“ und niemand schränkte mich ein, im Gegenteil: der Auftraggeber spornte mich immer weiter an, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen.“ Der Chef des „Le 7ème Continent“, Laurent Haller, ist nach wie vor total begeistert: „Mir gefielen die Ideen sehr gut und jedes weitere Detail immer besser. Wunderbar, weiter, weiter, sagte ich. Und François Zenner war hochmotiviert und ließ sich immer neue Details einfallen. François hat sieben Kontinente dargestellt, wobei das Restaurant dem siebten Kontinent entspricht.“ – „Der siebte Kontinent entspricht einem Vulkan. Das sollte ein kleiner Gruß, eine Hommage sein an den kleinen Prinzen aus dem gleichnamigen Buch von Antoine de Saint-Exupéry.“ Jeder Quadratmeter wurde von François Zenner optimal genützt: „Ich hatte sieben Felder zwischen den Fenstern und zwischen Fenstern und Türe. Diese nützte ich komplett aus.


Bevor François Zenner startete, beauftragte er einen Malerbetrieb aus der Region, den Putz an die Fassade des komplett sanierten Gebäudes in Rixheim zu bringen: „Für mich ist es ganz wichtig, dass hier die Qualität stimmt. Der Untergrund soll ja mindestens genau so lange halten wie meine darauf ausgeführten dekorativen Arbeiten.“ Auf den Kalkputz des elsäßischen Herstellers Boehm kamen zwei Anstriche mit rein mineralischer Farbe von Keim.

Zunächst trug François Zenner die blauen Flächen auf, um sicherzustellen, dass die Proportionen stimmen, weil: keines der Segmente ist exakt gleich breit, jedes hat sein eigenes Format. Alles musste aber bei diesem Objekt den klassischen Regeln der Symmetrie entsprechen. Schon deshalb war die Arbeitsvorbereitung extrem aufwendig: „Ich bereitete meine Muster in der Werkstatt vor. Diese bestehen meist aus Karton. Vor Ort passte ich diese an.“ Nach dem Blauauftrag wurden die Ornamente auf Basis einer ockergelben Farbe angebracht, um eine Art „Goldoptik“ zu erhalten. Erst danach kamen die letzten Details, die alle mithilfe der Keim-Farbpalette entstanden. „Für mich ist es wichtig, dass alles individuell für jedes Gebäude entworfen und verwirklicht wird, um dem Stil und der Architektur des Gebäudes gerecht zu werden, um auch ein Unikat, also ein wirklich einmaliges Werk zu schaffen. Ich habe da keine Standardlösungen, die ich immer wieder aus der Schublade hole.“

Was in der Praxis nur selten vorkommt, jedoch für François Zenner immer wichtig ist: dass auch das Material, für das er geradezu schwärmt, entsprechend gewürdigt wird. So platziert er auf jede von ihm ausgeführte Fassade seine eigene Signatur, die Jahreszahl und ganz dezent das Logo des deutschen Herstellers Keim: „Das Material hat es mir schon so oft ermöglicht, ganz besondere Arbeiten zu realisieren, dass ich das auch zum Ausdruck bringen möchte."

Innenraum

Der gesamte Innenraum wurde detailliert mit dem Bauherrn konzipiert. Gemeinsam mit ihm sammelte François Zenner wieder Ideen. Der Kunde, also der Chef des Hauses und zugleich natürlich der Küchenchef brachte so viele Anregungen, dass François Zenner alles kanalisieren und sortieren musste, um dann als Künstler seine Entwürfe anzufertigen. Laurent Haller war zufrieden: „Auch für die verschiedenen Räume kamen eine Menge Ideen von François, wie er meine Anregungen mit aufnehmen und umsetzen wollte.“ So kamen an verschiedene Wände „Bilder“ aus Gewürzen, aus Mohn, aus Linsen, aus Getreidekörnern und etlichen anderen „Zutaten“ – und um die Werke zu schützen, kam alles hinter Glas.

Eine andere Wand wurde fast schwarz beschichtet und mit Fasern, mit Stroh und mit Perlmutt bestreut. Die Wände der Toiletten und der Vorraum erhielten witzige, comic-artige Figuren. Wieder andere Wände bekamen Felder aus kräftigen Farbtönen oder einen Putz mit Einschlüssen verschiedener Reissorten. Keine Wand ist wie die andere – und alles wurde ganz sensibel aufeinander abgestimmt. Auf der großen Wand eines Raumes schuf François Zenner eine stimmungsvolle Landschaft, in ein besonderes Licht getaucht. Es wirkt etwa wie hinter einer matten Fensterscheibe, an der außen Regentropfen herunter rinnen. Dadurch entsteht eine besondere Stimmung und der Raum strahlt mehr Geborgenheit aus.

Der Wirt Laurent Haller und der Künstler François Zenner dachten bei der Gestaltung von Fassade und Innenraum an jedes Detail. Sogar die Mauer im Garten bekam eine Bemalung und zeigt imaginäre Stämme von jungen Bäumen.

Am besten, man taucht in die Stimmung des „Le 7ème Continent“ selber ein und besucht das Lokal in Rixheim, doch natürlich nicht allein der Gestaltung halber: die Küche ist exzellent und schon zum gut bezahlbaren Mittagmenü ist das Restaurant ausgebucht. Es empfiehlt sich, vorher anzurufen. Etliche der Mitarbeiter verstehen auch Deutsch.


 

 

 

Le 7ème Continent
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Fotos: François Zenner, Ulrich Schweizer
Autor: Ulrich Schweizer
Quelle: Malerblatt 02/2012


 

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