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Möbelmesse Mailand

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Die Designer holen derzeit die Natur ins Haus. Gefragt sind Holzmöbel, aber auch Entwürfe aus Papier. Auch Modemarken haben heuer das Möbeldesign für sich entdeckt.

Ein Rundgang über die Mailänder Möbelmesse. Es leuchtet schon von weitem: Das strahlendweiße Sofa „Paper Cloud“ von Tokujin Yoshioka ist ein federleichter Traum aus Papier. Der Entwurf des japanischen Jungstars ist eine der zahlreichen Neuheiten, mit der der diesjährige Salone Internazionale del Mobile in Mailand aufwartete. Die weich gefaltete Oberfläche des Sofas lädt zum Versinken ein – zum Sitzen ist der Prototyp jedoch nicht gemacht. Yoshiokas Konzept-Möbel für das Trendsetter-Label Moroso zeigt – ähnlich wie die futuristischen Concept Cars in der Automobilindustrie –, wohin die Reise gehen könnte.

Heitere Stimmung

Wolkenlos wie das Wetter war im April auch die Stimmung auf der 48. Ausgabe der Leitmesse der Möbelindustrie. Die Mailänder Möbelmesse behauptete sich wieder einmal als unbestrittener Höhepunkt des Designjahres. Auffällig war in diesem Jahr der Flirt der Möbelbranche mit dem Modedesign. Die holländische Designerin Hella Jongerius entwarf für das mallorquinische Schuhlabel Camper Schuhe in Patchwork-Optik, bei Kartell gab es bonbonbunte Plastik-Ballerinas zu sehen. Unter dem Motto „Successful Living“ präsentierte sich eine Kooperation dreier Erfolgsfirmen: Die Modemarke Diesel holte für ihre neue Home-Kollektion den Leuchtenhersteller Foscarini und das Trendsetter-Label Moroso ins Boot. Das Ergebnis ist ein Möbelprogramm im Vintage-Look für eine junge Zielgruppe. Während das „Nebula Nine Sofa“ den Nutzer mit seiner weichen Form und den dicken Kissen wohl auf Wolke Sieben schweben lassen soll, sieht die „Overdyned“-Serie so aus, als hätten die Tische und Stühle zu lange in der Sonne gestanden.
Vielversprechend präsentierte sich beispielsweise der erste Auftritt des neuen Möbellabels „Moustache“. Dahinter stehen Stéphane Arriubergé und Massimiliano Iorio, die Inhaber der Pariser Firma Domestic. Matali Crasset, Big-Game, Inga Sempé, François Azambourg sowie Ana Mir und Emili Padros steuerten für die Marke, die den Schnauzer frech als Logo trägt, erfrischende Entwürfe bei. Inga Sempés Leuchten „Vapeur“ schwebten wie kleine, zerknitterte Heißluftballons unter der Decke, während Matali Crasset in ihrer Tisch- und Stuhlserie „Instant“ ein Lob des nomadischen Lebens singt. Die Möbel aus Schichtholz sind schnell zusammengeklappt und weggepackt. „Neue Perspektiven für das Heim“ wollen die beiden Moustache-Gründer eröffnen, ohne „künstlich Neuheiten um jeden Preis zu forcieren“.

Handwerkliches Können

Neue Sichtweisen eröffnen auch neue Produktionsweisen. Stefan Diez ließ sich für eines der Glanzstücke der Messe von einer Methode aus dem Flugzeugmodellbau inspirieren. Sein Stuhl „CH04 Houdini“ schmückte den neu eröffneten Showroom von E15 an der Via Tortona. Das Möbel mit Charakter zeigt, was man mit Schichtholz heute machen kann: Die Rückenlehne der Stühle sowie deren Sitzrahmen legen sich kurvenförmig um die Basis und bilden so eine harmonische Sitzschale. Die dünnen Schichtholzplatten werden dabei per Hand um einen Massivholzring gebogen. Um die gebogenen Elemente in Form zu halten, sind weder Nägel noch Schrauben nötig. Das Sperrholz umschliesst Massivholz – das Modell zitiert im Namen nicht umsonst den großen Entfesslungskünstler Harry Houdini. „Die Dinge neu denken“, so lautete einmal der Titel einer Ausstellung von Stefan Diez. Diesem Anspruch wird er einmal mehr gerecht. Ganz der Oberfläche verhaftet bleiben indes die Entwürfe des schwedischen Designkollektivs Front für Moroso. Die jungen Designerinnen aus Stockholm, die mit ihrem Konzeptdesign seit einigen Jahren für Aufsehen sorgen, setzen auf Illusion: Ihr Sofa aus der Serie „Moment“ sieht aus, als ob eilig ein weißes Laken darüber geworfen worden wäre. Alles nur Täuschung. Es ist eine Art 3D-Foto: Die Designerinnen fertigten dafür ein Foto an, das dann mit Schaum gefüllt wurde. Auch die Lichteffekte auf den kleinen glänzenden Beistelltischen – ein Trompe-l’œil-Effekt. „Wir konsumieren Design als Bild“, so die Aussage von Front-Mitglied Sofia Lagerkvist.

Trendmaterial Holz

Holz ist derzeit eines der großen Themen bei Gestaltern. Der natürliche Werkstoff war so präsent wie selten. Der Münchner Designstar Konstantin Grcic kombiniert Holz mit einem ungewöhnlichem Material: Beim Stuhl „Monza“ für Plank sorgt eine Rückenlehne aus verstärktem Propylen für den Kontrast zum Eschenholz-Gestell. Komplett aus Massivholz ist dagegen die Tischfamilie „Stabiles“, die der Zürcher Designer Alfredo Häberli für Alias entworfen hat. „Ich habe mich von den Stahlskulpturen Alexander Calders inspirieren lassen“, erklärt Häberli. Das Ergebnis sind Möbel von hoher Zeichenhaftigkeit. Einprägsam auch ein Entwurf bei Cappellini: Die japanische Designgruppe Nendo ersann für den niedrigen Sessel „Antler“ eine Rückenlehne aus Massivholz, die an ein Geweih erinnert.
Highlights gab es auch auf Euroluce, der zweijährlich stattfindenden Leuchtenmesse. Nirgendwo sonst kann man sich besser über die neusten Trends im Lichtdesign informieren. Bei Artemide zeigte Ross Lovegrove die LED-Leuchte „Cosmic Leaf“, die wie ein digitales Blatt wirkt. Hunderte von LED-Lichtern lassen die Metall-Leuchte „Raimond“ leuchten. Der Entwurf von Raimond Puts für Moooi erscheint wie ein Himmelskörper. Poetisch ist auch Paul Cocksedges Leuchte für Flos: Auf den ersten Blick erscheint „Life 01“ wie eine klassische Kristallvase mit Blume. Stellt man die Blume in die mit Wasser gefüllte Vase, geht das Licht an und lässt die Blüte erstrahlen. Der Blumenstiel fungiert dabei als Elektrizitätsleiter und aktiviert eine kleine LED-Lichtquelle am Grund der Vase. Welkt die Blüte, erlischt auch das Licht. Ein wunderbares Bild der Vergänglichkeit aller Schönheit.

Andrea Eschbach
Quelle: Malerblatt 06/2009


 

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