• Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Über unsKontaktImpressumDatenschutzSitemapJobs
Home Gestaltung Produkte Kreativtrends 2017

Kreativtrends 2017

Was sind die Trends bei den dekorativen Wandgestaltungen? Welche Kreativprodukte sind derzeit besonders gefragt?


Das wollte das Malerblatt von den Farbenherstellern wissen.

Für Einige sind sie seit Jahren out: die kreativen Oberflächen-Techniken. Zugegeben: Man sieht wieder vermehrt glatte, deckend einfarbig gestrichene Wandflächen, die wenig Raum für Kreativität oder gar künstlerisches Arbeiten lassen. Doch wenn die kreativen Oberflächen tatsächlich nicht mehr gefragt wären, so muss man sich doch wundern, dass die Farbenhersteller laufend neue Kreativprodukte auf den Markt bringen. Das Malerblatt wollte deshalb von den Herstellern wissen, was derzeit in Sachen Kreativtechniken im Trend liegt und welches ihrer Produkte momentan am gefragtesten ist.

Die Vermutung des Malerblatts, dass kreative Oberflächen-Techniken nach wie vor beliebt sind, dass sich stattdessen lediglich der Stil verändert hat, bestätigt uns die Firma Jaeger-Lacke. Das Unternehmen aus dem schwäbischen Möglingen bietet seit vielen Jahren mit „VillaVenezia“ ein umfangreiches Sortiment an kreativen Oberflächen-Produkten an. Während vor Jahren vor allem mediterrane Spachtel- und Lasurtechniken – sehr gerne in Terracotta, Ockergelb und Pompejanisch Rot – ganz oben in der Gunst der Verbraucher standen, lösen zeitgemäße Optiken wie Beton, Holz oder der Vintage-Look diese mehr und mehr ab. Mit diesem Wandel konnte auch ein ganz neuer Kundenkreis für die kreative Wandgestaltung begeistert werden.

Ein Hoch auf den Rost

Rostige Oberflächen sind für den angesagten Industrial Style unverzichtbar. Darauf hat Jaeger reagiert und das Produkt „Echt-Rost“ entwickelt. Damit kann echter Rost schnell, einfach und vor allem gezielt erzeugt werden: Die mit Eisenpartikeln ausgerüstete Grundfarbe wird mittels eines separat gelieferten Aktivators zur Oxidation gebracht. Die Stärke des Effekts kann man durch die Auftragsweise des Aktivators steuern. Abschließend sollte die Oberfläche mit einem Schutzüberzug vor dem Abfärben geschützt werden. Auch Kupferflächen passen hervorragend zum Industriedesign, erst recht wenn sie eine Patina mit dem typischen Grünspan aufweisen. Das neue „Kupfer-Patina“ von Jaeger funktioniert ganz ähnlich wie der Echt-Rost: Die kupferrote Grundfarbe wird mit einem Aktivator zur Reaktion gebracht, schon nach ca. 30 Minuten wird der Grünspan sichtbar. Seit der Vorstellung der Neuheit „Echt-Rost“, erhält Jaeger extrem viele Anfragen dazu. Frank Kitzinger, Produktmanager bei Jaeger bestätigt dies auf Anfrage: „Echt-Rost liegt momentan absolut im Trend. Es lässt sich auf verschiedensten Untergründen zur individuellen Gestaltung im Innen- und Außenbereich einsetzen. Auch verschiedenste Kombinationen aus Echt-Rost- und Kupfer-Grünspan-Effekt lassen sich realisieren. Das Produkt passt zum momentanen Lifestyle.“ (www.jaegerlacke.de)

Auch Brillux sieht den Vintage-Look mit Loft-Charakter absolut im Trend und setzt auf rostige Oberflächen. „Bei den dekorativen Techniken führt derzeit wenig an den martialischen Rost- oder Betonoptiken vorbei. Diese sind nach wie vor ein Renner und unterstreichen den momentanen Upcycling-Trend. Die Rostoptik lässt sich je nach Geschick und Geschmack von dezent gleichmäßig bis stark strukturiert und mit starken Abläufern ausbilden. Bei den verschiedenen Ausführungstechniken kommen immer die gleichen Produktvarianten zum Einsatz, diese basieren auf Creativ Tenero 84, einer Samteffekt-Spachtelmasse mit feinen Metalleffektpigmenten. In der richtigen Farbtonauswahl und in Kombination mit Creativ Viviato 72 entsteht der sehr authentische Rost-Look. Um besonders starke Rost-Ausblühungen perfekt zu imitieren, kommt Kaffeepulver auf der Fläche zum Einsatz,“ verrät uns Martin Füchtenhans, Produktmanager Raum-Design/Bodenbeschichtungen/Betonschutz bei Brillux (www.brillux.de).

„BronzoFuso“ (italienisch für „geschmolzene Bronze“) von Oikos nimmt ebenfalls den Trend zu strukturierten, oxidiert anmutenden Oberflächen auf – als Ergänzung und Bruch zu puristischen, unifarbenen, glatten Wänden, wie Murizio Campo, bei Farben Heim in Stuttgart für die Kreativprodukte u.a. von Oikos zuständig, meint. BronzoFuso vereint die Struktur und Natürlichkeit eines Kalkproduktes mit der Patina einer metallisch oxidierten Oberfläche und bezaubert mit korrodiert anmutenden metallischen Reflexen. Dieser Effekt wurde ursprünglich für die Lobby des Hotels Hilton in Mailand entwickelt – und gewann prompt den SBID Award für innovatives Produktdesign. „Marmorino Naturale Fine“, eine körnige Kalk-Glättetechnik, wird ungleichmäßig (Kellenschlag) mit der Edelstahltraufel aufgetragen und nachgeglättet. Nach einem Zwischenanstrich mit einem matten Acryllack wird die Fläche mit dem Gold-Silber-Metallic-Effektmaterial „Imperium“, in zwei unterschiedlichen Farbtönen partiell patiniert/lasiert (www.oikos-farben-heim.de).

Metallisch glänzend

Metallischer Glanz scheint überhaupt ein großes Gestaltungsthema zu sein. Kaum ein Hersteller bietet momentan keine Metallic-Effektfarbe an.

Sikkens etwa sieht „Alpha Metallic“ in der Beliebtheitsskala ganz oben. Mit ihrem edlen Seidenglanz sowie ihren vielfältigen Lichtreflexen und Impressionen ist die Metallic-Beschichtung überall dort bestens geeignet, wo es auf edle Ausstrahlung und hochwertige Anmutung ankommt. Die ausgesuchten Alpha-Metallic-Farbtöne sind auf die Ansprüche hochwertiger, moderner Architektur abgestimmt und verleihen glatten sowie strukturierten Untergründen eine beeindruckende Optik. Die effektvoll gestalteten Oberflächen erweisen sich aber nicht nur als Eyecatcher, sondern überzeugen zudem durch eine hohe Beanspruchbarkeit. Daher ist die Effektfarbe sowohl für gehobene Privaträume als auch für repräsentative Räume wie Hotelfoyers, Geschäftsräume, Büros oder aber Cafés perfekt geeignet, wie die Neugestaltung der Café-Bar-Brasserie in der Kunsthalle München beweist. Charakteristisch für das Lokal ist eine wellenförmige Lamellenwand. Im Rahmen der Umgestaltung erhielten die Wände mit Alpha Metallic von Sikkens eine kupferfarbene Designbeschichtung, die die 3-D-Struktur der Oberfläche sehr wirkungsvoll zur Geltung bringt (www.sikkens.de).

Zero-Lack registriert ebenfalls bei einem Metallic-Produkt eine starke Nachfrage. Der Farbenhersteller aus Bad Oeynhausen hat „Magic Touch“, eine Spachtelmasse mit samtig-metallischem Effekt, auf Messen oder Malerfrühstücken vorgestellt – und stößt damit auf große Resonanz, die sich, so Marketingleiter Harald Kranz, als Trend verdichtet. Insbesondere die Ausführungsvariante „Schieferimitat“ scheint den Geschmack der Kunden zu treffen. Roberto Bongiovanni, stellvertretender Leiter Anwendungstechnik, Anwendungsberatung und Schulungen bei Zero-Lack, begründet dies so: „Als Trend wird nach immer ausgefalleneren Möglichkeiten gesucht, eine Oberfläche wie ein Unikat aussehen zu lassen. Die dekorative Spachtelmasse „MagicTouch“ etwa verleiht der Fläche einen samtig-metallischen Effekt; durch einfaches Fleckspachteln wird ein Changieren der Metallicpigmente erreicht. Sogar eine täuschend echte Schieferoptik ist zu erzielen, wenn einige Punkte umgesetzt werden.“ Hierfür wird Zero „MagicTouch“ zunächst mit der Venezianerkelle vollflächig abdeckend auf den Untergrund aufgezogen. Nach der Trocknung klebt man in der gewünschten Breite einen Steinversatz ab. Dieselbe Spachtelmasse wird nun mit der Kelle in unregelmäßigen, nahen Abständen als Batzen von ca. 1 cm Höhe und 10 cm Länge diagonal auf die Fläche aufgebracht. Im noch feuchten Zustand in eine Richtung leicht glätten, sodass eine Schieferoptik entsteht. Und weil die Steinimitation in Schieferoptik von den Malern so gut angenommen wird, bietet Zero seit kurzem auch Materialien für die Erstellung einer Beton- und einer Travertin-Optik an (www.zero-lack.de).

Dezent und extravagant

Markus Wedel, Produktbetreuer Dekorative Innenwandtechniken bei Caparol, empfiehlt Handwerkern, ihren anspruchsvollen Kunden Gestaltungen mit feinen, zurückhaltenden Effekten anzubieten, wie Wände mit einem edlen Perlmuttschimmer. Der changierend-seidige Glanz von Muscheln lässt sich mit „Capadecor Stucco Eleganza“ in Glättetechnik einfach gestalten. Der Maler bringt das pastöse Material mit einer kurzflorigen Rolle auf und glättet es nach kurzer Ablüftzeit mit der Venezianerkelle nach. Markus Wedel: „Dezente Wandgestaltungen, filigran und extravagant, bei denen sich die Handschrift des Malers nur erahnen lässt, liegen weiter im Trend. Künftig werden auch wieder strukturreiche Untergründe und rustikalere Oberflächen dazukommen.“ Für dezente Ton-in-Ton-Wandgestaltungen, die eine interessante, harmonische Tiefe und zarte Effekte aufweisen, eignet sich „Capadecor ArteVelvet“, eine Lasur mit Glätteoptik. Markus Wedel erläutert: „Hellgraue Flocken, die der Lasur beigemischt sind, nehmen beim Abtönen die Farbe nicht oder nur bedingt an, und sind dann einige Farbnuancen heller. So erhält man in nur zwei Arbeitsgängen eine leicht abgestufte Farbigkeit.“ ArteVelvet wird mit einer kurzflorigen Rolle aufgebracht und nach kurzer Ablüftzeit mit der ArteTwin-Kelle geglättet, dass eine homogene Oberfläche entsteht. „Glatte Wände mit einer warm-weichen Ausstrahlung, die eher wie zartes, fein gewebtes Tuch aus Wolle und Seide anmuten, können Maler mit der neuartigen Lasur „ArteDolce“ gestalten“, beschreibt Markus Wedel. Die Oberflächen sind dezent und dennoch ausdrucksstark, in matter Optik. Die Beschichtung wird mit einer kurzflorigen Rolle auf die Grundbeschichtung aufgebracht und später mit einer Bürste nachgearbeitet (www.caparol.de).

Natürliche Individualität

Auch 2017 sei der Trend zur Individualisierung ungebrochen – vor allem im gewerblichen Sektor, aber auch im privaten Umfeld seien individuelle Wandgestaltungen gefragt, sagt Dennis Schneider, Assistent der Geschäftsleitung bei Dinova: „Immer mehr Auftraggeber fragen nach natürlichen Produkten, da das allgemeine Bewusstsein für wohngesunde Materialien stetig steigt. Unsere Kreativputze Spatula Stuhhi, Spirito Libero und Istinto von Giorgio Graesan & Friends basieren auf raumklimaregulierendem Kalk und bieten somit durch die Verwendung des Werkstoffes aus der Natur eine überzeugende Argumentationsgrundlage.“ Der Kalkputz Istinto überzeugt durch den sehr großen Gestaltungsspielraum. Es gibt zwar vom Hersteller empfohlene Modellierbeispiele und etablierte Techniken – wie beispielsweise gebrochener Stein, Betonoptik, Bamboo und viele weitere – aber ebenso gut kann jeder Verarbeiter seiner Kreativität freien Lauf lassen und optisch sowie haptisch einzigartige Oberflächen mit einem traditionsreichen Werkstoff erstellen. „Der große Stellenwert in Bezug auf „freie Kreativität“ war auch bei unserer jüngsten Kreativschulung im Mai zu beobachten. Wir haben sehr viel positives Feedback bekommen. Die selbstentwickelten Ideen sowie die freie Entfaltung losgelöst vom „Schema F“ stießen auf große Begeisterung bei den Schulungsteilnehmern. Die möglichen Werkzeuge zur Strukturgebung sind dabei so vielfältig wie ausgefallen – vom Kunstrasen über Maschendrahtzaun bis hin zu verschiedenen Textilien lässt sich das Material auf unzählige Art und Weise veredeln,“ führt Dennis Schneider aus (www.dinova.de).

Auch Martin Füchtenhans, Brillux, sieht eine Tendenz zu natürlichen Werkstoffen: „Aktuell ist der Trend nach Produkten zur kreativen Gestaltung von Wandflächen auf natürlicher Rohstoffbasis wie Kalk und Marmormehl sehr stark. Sie leisten einen wertvollen Beitrag für die Gesundheit, denn die meist hohe Alkalität bietet keinen Nährboden für Schimmelpilzsporen. Die Funktion, Luftfeuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben, beeinflusst darüber hinaus das Raumklima positiv. Der Marmor-Feinputz Creativ Sentimento 78 trifft damit den Zeitgeist und kann aufgrund der verschiedenen Ausführungstechniken von grob strukturiert bis glatt verpresst oder in Betonoptik verarbeitet werden.“

Alles andere als 08/15

Nicht nur im Innenraum ist Individualität immer wichtiger, sondern auch an der Fassade. Das hat Sto dazu bewegt, die kreative Verarbeitungslinie „Sto Signature Individuelle Putzfassade“ ins Leben zu rufen. Ob auf mineralischer oder organischer Basis, mit dem Werkstoff Putz lassen sich individuelle Oberflächen gestalten. „StoSignature Individuelle Putzfassaden“ bietet eine ausgefeilte Systematik mit vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten von Texturen und Effekten. Sie sind technisch erprobt und geben Sicherheit, gleichzeitig lassen sie Spielraum für Unikate. In Stühlingen setzt man also nicht auf neue Produkte, sondern vielmehr auf neue Verarbeitungstechniken. „Gerade der altbewährte Baustoff Putz zeigt immer wieder, wie vielfältig sich Fassaden gestalten lassen. Für Fachhandwerker liegt darin auch eine tolle Chance, sich zu differenzieren und besondere Angebote zu erstellen“, erklärt Dirk Herrmann, Produktmanager Deutschland bei Sto. Zu jeder StoSignature-Technik stehen detaillierte Verarbeitungsrichtlinien und informative Filme bereit. Diverse Gestaltungsideen für Putzfassaden finden Sie unter www.stosignature.de.

Gerne darf es einfach sein

Es gibt sie also doch, die aktuellen Trends bei der kreativen Gestaltung. Vielleicht sind sie nicht mehr so eindeutig wie zur „mediterranen Phase“, aber deutliche Strömungen sind auf jeden Fall vorhanden. Und noch ein Trend ist neben Metallic, Natürlichkeit und Individualität erkennbar: der Wunsch nach kreativen Ergebnissen bei einfacher Ausführung. Mit der dekorativen Spachtelmasse „Sigmulto Stucco Matt“ bietet PPG Coatings Deutschland eine echte Alternative zu den aus Verarbeitersicht doch sehr anspruchsvollen Kalkpresstechniken. In nur zwei bis drei Arbeitsgängen erzielen selbst in Fleckspachtelung weniger geübte Maler beeindruckende Ergebnisse und ein edles, stimmungsvolles Ambiente (www.ppg.com).

Kurze Einarbeitungszeit

„In der Praxis verhält es sich so, dass dem Auftraggeber häufig Musterflächen vom jeweiligen Industriepartner präsentiert werden, die in identischer Art und Ästhetik schwierig bis gar nicht umsetzbar sind“, so Thomas Müller, Anwendungstechniker mit der Fachrichtung Innenwand- und Fassadenfarben bei PPG. „Mit Sigmulto Stucco Matt geben wir dem Verarbeiter ein Produkt an die Hand, das selbst dem technisch weniger Versierten bereits nach einer kurzen Einarbeitungszeit eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten bietet, die es ihm ermöglichen, im Rahmen seiner Fertigkeiten und Kenntnisse kreativ zu agieren.“ Na, dann nichts wie los!


Susanne Sachsenmaier-Wahl

Malerblatt 07/2017


 

Ihre Meinung

Wie hält es Ihr Betrieb mit der Berufskleidung für gewerbliche Mitarbeiter?
 

Premiumpartner

Caparol Logo



Partner



CD-Color Flex

Paul Jaeger
Jansen

Newsletter

Der Malerblatt-Newsletter informiert Sie wöchentlich und kostenlos über Aktuelles aus der Branche.
Jetzt anmelden


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr anzeigen.

EU Cookie Directive plugin by www.channeldigital.co.uk