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Home Gestaltung Grundlagen Farbgestaltung: Teil 6

Farbgestaltung: Teil 6

Teil 6: Der Gestaltungsweg führt von der Entwurfsidee über den Farbabgleich am PC zur Umsetzung.

Ohne eine gute Idee für die Gestaltung einer Hausfassade ist jeder Entwurf langweilig: Woher aber kann eine Idee kommen? Beschäftigen wir uns mit Farben, ist es sicher immer gut und zweckmäßig, uns an Regeln und Ordnungen aus der Farbenlehre zu halten. Johannes Itten hat zu seiner Bauhauszeit den Farbkreis einfach, strukturiert und didaktisch gut aufgebaut und im Unterricht mit seinen Schülern angewendet. Der richtige Umgang mit diesem Farbkreis liefert uns eine Vielfalt von Ideen im Umgang mit der Farbigkeit eines Objektes. Aus dem Farbkreis heraus hat Itten seine Kontrastlehre mit den Farbkontrasten abgeleitet. Er bietet dem Gestalter sieben Farbkontraste an, die ihm eine große Hilfestellung für sein Handwerk liefern.

Die Gestaltungsidee

Nehmen wir zum Beispiel den Kalt-Warm Kontrast heraus: Halte ich meine Fassadenfläche in warmen Farbtönen, so sind kleine Akzentflächen eine hervorragende Ergänzung, wenn ich sie in kalten Farbtönen absetze; hierbei sollte auch immer der mengenmäßige Farbanteil im Gesamtbild berücksichtigt werden. In seiner Harmonielehre setzt Itten geometrische Beziehungsfiguren zwischen den Farbtönen ein, auch hier öffnet sich dem Gestalter ein breites Feld zur Ideenfindung.

Neben diesem konstruktiven Vorgehen kann man aber auch ganz einfach Ideen finden, indem man im Herbst ein buntes Blatt vom Boden aufhebt, dessen Farbigkeit studiert und diese Inspiration versucht, in den Farbentwurf einzuarbeiten. Auf Reisen in andere Länder wird unser Ideenrepertoire durch Beobachtungen angereichert: Wie wird hier mit Farben umgegangen? Welche Prinzipien wurden verwendet?

Allein die Betrachtung einer von Wind und Wetter ausgewaschenen Natursteinmauer kann anregen, einen Farb- auszug zu erstellen und daraus ein Konzept zu entwickeln. Daneben bieten uns auch die Farbordnungssysteme verschiedener Hersteller viele Handreichungen im Umgang mit den sogenannten Farbvalenzen, also der Farbhelligkeit, der Farbsättigung und dem Farbton an.

Der Entwurf

Wird der Farbentwurf mit dem PC gefertigt, stellt sich dem Entwerfer ein Problem: Farbtöne, die ich aus meinen Farbkarten in den Entwurf einarbeiten möchte, kommen plötzlich bei der Druckwiedergabe in völlig anderen Farbtönen heraus. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, muss der Drucker auf die eingesetzten Farbkarten kalibriert werden, eine leidige und zeitraubende Angelegenheit.

Leider entspricht die Bildwiedergabe am Bildschirm nicht immer der Druckwiedergabe. Die Einflussfaktoren hierfür sind der Drucker als Wiedergabemedium, das verwendete Papier und auch die Qualität der Druckpatronen. Außerdem sollte der Standort des Druckers möglichst der gleiche und temperiert sein. Es empfiehlt sich, das Musterprotokoll des Farbentwurfes mit Originalfarbtönen aus Farbkarten der Hersteller zu fertigen, auch wenn das ein wenig mehr Zeit kostet. Bei dem sogenannten Farbabgleich werden Farbproben gedruckt und mehrfach mit dem Originalfarbton und dem Bildschirm verglichen. Der Zahlenwert eines Farbtones entspricht nicht immer dem eingemessenen Farbton seitens der Hersteller.

Bemusterung vor Ort

Neben der Bemusterung im Studio oder in der Werkstatt ist die Bemusterung am Objekt immer noch einer der wesentlichsten Bestandteile eines Farbentwurfes. Hier zeigt sich der Farbton in seiner echten Farbwiedergabe. Jeder Farbton ist in seinem Aussehen abhängig vom einfallenden Licht. Am besten ist ein Farbton immer bei leicht verhangenem Himmel und nicht in direkter Sonneneinstrahlung zu beurteilen. Auch die Größe der Bemusterung ist wichtig. Es macht keinen großen Aufwand, eine etwa ein Quadratmeter große Musterplatte (eine Spanplatte oder mit Raufaser tapezierte Platte) in dem gewünschten Farbton zu streichen, an die Fassade zu bringen und sie dann aus der Entfernung heraus zu beurteilen.

Aus Erfahrung kann man sagen, dass die kleinen Musterkarten in den Entwurfsprotokollen in der Regel ein bis zwei Helligkeitsstufen zu dunkel ausgesucht werden, erst beim Anbringen an die Fassade kommt dann die Intensität des Farbtones zur Geltung. Eine Korrektur in diesem Zustand ist kein Problem; ist die ganze Fassade erst einmal gestrichen, ist es in der Regel zu spät.

Auf Reisen kann man sich von den Farbeindrücken inspirieren lassen, wie von dieser Häuserzeile in Burano.

Auch buntes Herbstlaub kann zur Ideenfindung dienen.

Inspirationsquellen für Farbentwürfe findet man an vielen Orten.

Beispiel für einen Farbentwurf am PC mit einem Komplementärkontrast.

Prof. Matthias Gröne, HS Esslingen
Fotos: Sto, Gröne

Quelle: Malerblatt 06/2015

 

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