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Home Gestaltung Grundlagen Fassadengestaltung Teil 3

Fassadengestaltung Teil 3

Das Oberflächenmaterial sowie Ornamente haben einen großen Einfluss auf das Erscheinungsbild eines Gebäudes.

Fassadenlook

Die Gliederungen in Fassaden durch Proportionen oder die Anordnung von Fenster und Türen können durch dekorative Elemente unterstützt werden. Fassadenmalerei in Sgrafitto, Fresko oder anderen Maltechniken angebracht, verschönern so manches Stadtbild. Bei öffentlichen Projekten muss immer ein Teil der Bausumme für die sogenannte „Kunst am Bau" bereitgestellt werden. Dieses dient zum einen dazu, junge Künstler und Gestalter und damit die freie Kunst zu fördern – aber letztendlich auch zu dekorativen Zwecken.

Als Ornamentik kann man auch die Teile betrachten, die plastisch aus der ebenen Fläche der Fassade hervortreten, sei es aus Gründen der Dekoration oder auch der Konstruktion. Hierzu gehören Verdachungen von Fenstern, Gesimsformen und Fensterrahmungen, aber auch Brüstungselemente, Balkone und Handläufe. Diese plastischen Gliederungselemente weisen sehr häufig auf die zeitliche Einordnung eines Gebäudes hin. Jede Stilepoche hat ihre eigene dekorative Formensprache – so können wir ein Jugendstilgebäude sehr gut unterscheiden von einer Fassade der Gründerzeit mit ihrer „neo"-kunstgeschichtlichen Formensprache. Infolge der industriellen Revolution gegen Ende des 19. Jahrhunderts war es möglich geworden, ornamentale Bauteile in Fabriken am Fließband herzustellen. Manchmal als Stuckprofile gegossen, manchmal als Holzprofile ausgeführt, bieten diese Ornamente Denkansätze und Überlegungsansätze für die Fassadengestaltung. Oftmals wurden bei historischen Gebäuden ganze Sockelgeschosse in Bossengliederung rein ornamental ausgeführt, um dem Gebäude eine optische Stabilität zu verleihen. Hier gilt es dann, sehr sensibel in der Farbwahl zu reagieren. Die Architektur des Bauhauses und des nachfolgenden Neuen Bauens hingegen zeigt sich nahezu schmucklos.

Materialen im Fassadenbild

Einen Schwerpunkt jeder Fassadenbetrachtung sollte die Untersuchung der Materialität ausmachen. Hier sind die besonderen Fachkenntnisse des Handwerks gefragt. Jeder Untergrund reagiert anders auf das jeweilige Beschichtungsmaterial. Holz muss ich anders bearbeiten wie Metalle oder mineralische Untergründe wie Stuck, Putz und Stein. Mit der Auflistung dieser Materialien sind eigentlich die wesentlichen Baustoffe, die man an einer Fassade verwendet, genannt.

Über den Fassadenaufbau historischer Gebäude sind uns genügend technische Details und Fehlerquellen bekannt. Heute haben wir jedoch zusätzlich die Wärmedämmverbundsysteme der unterschiedlichen Hersteller, die nahezu alle Farbgestaltungen und Ornamentiken an der Fassade zulassen, im Hellbezugswert und in der Schädlingsbildung aber noch immer ihre Probleme aufweisen.


Rokokofassade mit Stuckelementen in Würzburg.

Stein und Putz

Oft denkt man, Fassaden in Naturstein sollten nur durchscheinend geschützt und beschichtet werden, in den vergangenen Jahrhunderten ist man mit der Natursteinbehandlung häufiger aber rigoroser umgegangen und hat Natursteine gerne andersfarbig überstrichen. In solchen Fällen sind aber ganz besondere denkmalpflegerische Kenntnisse über die zu verwendenden Materialien erforderlich.

Den Hauptanteil bei der Behandlung von Fassaden machen sicherlich die Putz- untergründe aus. Auf diesem Gebiet gibt es sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten. Rück- oder Vorsprünge in der Fassade können besonders akzentuiert herausgearbeitet werden, Putze können in unterschiedlichen Strukturen, Korngrößen und Farbigkeiten mit in die Gestaltung einbezogen werden.


Farbe aus dem Material: Klinkerfassade in Göteborg.

Holz

Holz an der Fassade bedarf einer ganz besonderen Pflege. Hier ist es wichtig, die Himmelsrichtung, nach welcher das Objekt ausgerichtet ist, mit in die Überlegungen einzubeziehen. Der ärgste Feind der Holzverschalung ist die UV- Strahlung, nicht wie man vermuten könnte, der Regen oder der Schnee. Ein besonders bekannter Holzfarbton ist das sogenannte Schwedenrot oder Faluröd, einem Rot, welches dem NCS-Ton S 5040 – Y 80R entspricht. Der Ursprung dieses Anstrichs ist die 400 Jahre alte Rezeptur einer Schlammfarbe, welche eigentlich nur auf sägerauem, ungehobeltem und unbehandeltem Holz aufgetragen werden sollte. Inhaltsstoffe dieses Anstriches sind Wasser, Weizenmehl, Leinöl, Eisenvitriol, Kieselsäure, Kupfersulfat und Pigment. Die Standzeit dieser Farbe wird mit 10 bis 15 Jahren angegeben.

Manchmal lässt man Holz als Fassadenverkleidung auch einfach nur vergrauen, doch nicht jede Holzart ist für diesen Einsatz geeignet. Die Vergrauung von Holzoberflächen ist eine ganz natürliche Erscheinung. Hier laufen photochemische, physikalische und biologische Prozesse ab, durch welche die Holzoberfläche eine chemische Veränderung erfährt. Vergraute Holzfassaden können ihren eigenen Charme entwickeln und brauchen dann über Jahre hinweg keinen weiteren Holzschutz. Durch die Gliederungen in der Fassade – Dachüberstände, Vor- und Rücksprünge kann jedoch die Optik sehr stark beeinträchtigt werden, denn der gleichmäßige Vergrauungsprozess kann sich über Jahre hinziehen und zwischendurch unschön aussehen. Auch eignen sich nicht alle Hölzer für eine einheitliche Vergrauung der Fassade. Aus diesem Grund haben die Hersteller Produkte entwickelt, die eine natürliche Vergrauung imitieren. Bei Holzlasuren handelt es sich dabei um den Farbton Silbergrau, welcher in der Regel aus Naturölen und Naturharzen besteht. Diese Lasuren stauben im Laufe der Jahre ab und nach der Abwitterung der Lasur tritt dann die natürliche Vergrauung des Holzes ein.

Metalle

Metalle an Fassaden haben immer einen eher industriellen Charakter. In Fassadenkonstruktionen finden neben Stahl, Kupfer und Aluminium manchmal auch Zinn, Zink, Titanzink und Messingwerkstoffe ihren Einsatz. Relativ selten, und dann vornehmlich im restauratorischen Bereich, wurde an der Fassade auch noch mit Gold gearbeitet. Die Oberflächenbehandlung bei den übrigen Metallwerkstoffen ist in der Regel werkseitig vorgesehen und wird weniger häufig vor Ort angebracht. Gerne schmücken sich Banken und Geschäftshäuser mit wertvoll und glänzend aussehenden Metallwerkstoffen und prägen damit das Erscheinungsbild unserer Innenstädte und der Geschäftswelten. Im Wohnungsbau ist der Einsatz von Metallen an der Fassade wesentlich geringer, es sei denn für Balkone, Vordächer, Brüstungsgitter und andere leichte Konstruktionen. Eine Metallbeschichtung ist immer unter dem Aspekt des Korrosionsschutzes zu sehen und bietet somit auch immer eine besondere Herausforderung.

In der Regel findet man an Fassaden aber auch einen Materialmix, da wechselt sich Holz mit Putz und Metallwerkstoffen ab. Hier werden dann Fachkenntnisse über die Behandlung und das gestalterische Zusammenwirken all dieser Werkstoffe verlangt.


Metallfassade des Guggenheim Museums in Bilbao.

 

Prof. Matthias Gröne, HS Esslingen
Malerblatt 11/2014
Fotos: Sto, Matthias Gröne
 

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