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Kreativ und unperfekt

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Kreativ und unperfekt
Flecken an die Macht
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Gebraucht, mit Patina und kleinen Mängeln: Das hat den Charme des Gelebten, den die Menschen wieder wollen.

Wir sind heute technisch in der Lage, Perfektionismus bis zur absoluten Vollendung herzustellen. Oberflächen sind so glatt, dass nicht das kleinste Partikel zu fühlen ist. Bei Schubladen und Schränken in den Küchen werden die Fronten so stark reduziert, dass nicht mal mehr Griffe da sein dürfen, die die Optik der aalglatten, puristischen Flächen stören. Alles Überflüssige wurde Stück für Stück entfernt, bis der angestrebte Idealzustand erreicht war. Jahrelang war da noch Spielraum, die Welt um uns herum noch fehlerfreier und optimal machen zu können, Hightech noch stärker für unsere Vision der absolut perfekten Welt zu nutzen. Jetzt haben wir unsere Grenze erreicht. Noch perfekter und makelloser geht einfach nicht mehr. Um uns herum ist es teils so technisch, steril und fast schon Furcht einflößend makellos geworden, dass wir uns wie in unserer eigenen Zukunft fühlen. Und jetzt wollen wir auch nicht mehr. Wo sind die Unzulänglichkeiten geblieben, die ein handwerklich erstelltes Produkt einfach ausmachen? Wo die liebevollen kleinen Makel, die so verdammt menschlich sind? Wir wollen keine Produkte aus dem Labor, die dort aseptisch in großen Flaschen gezüchtet werden.

Shabby ist chic

Die kleinen Unzulänglichkeiten des Lebens machen aus leblosen, synthetischen Dingen sympathische, authentische Produkte. Angefangen hat die neue Lust auf Unperfektionismus ganz leise und unspektakulär mit Vintage-Objekten vom Flohmarkt und Sperrmüll. Patina, abblätternde Farbe und dekorative Risse lassen Produkte eine Geschichte erzählen. Für den einen sind alte Holzbretter mit abblätternder Farbe Müll, für den anderen ist genau diese „Shabby“-Optik chic. Bei Stoffen, Teppichen und Tapeten sind die Muster ausgeblichen und kaum noch erkennbar, das Material zerschlissen und löchrig. Es ist der Charme des Gelebten, Erlebten, den wir sehen, fühlen und spüren wollen. Teils sind die Produkte wirklich alt und bekommen mit ihrem Used-Look ein zweites Leben. Teils werden sie aber auch auf unsere heutigen Ansprüche künstlich getrimmt und bewusst mit Makeln „veredelt“. Die Mode war hier ein Vorreiter. In der Jeansproduktion wird dies schon lange praktiziert und vom Endverbraucher gesucht. So werden neue Jeans mit Bimssteinen gewaschen, Schmirgelpapier bearbeitet und Laser beschossen. Also gewollt teilweise zerstört, damit sie diese hübsche, getragene Optik mit zerschlissenen Kanten und Löchern bekommen. Und gut gemacht müssen diese künstlichen Abriebe und Löcher sein – der Anspruch ist hier hoch. Da diese Veredelungsprozesse eine hohe Kunst sind, zusätzlich zur Produktion dazu kommen und oftmals weitestgehend von Hand gemacht werden müssen, brauchen wir uns auch nicht zu wundern, dass wir für eine Second-Hand-Optik mehr bezahlen müssen als für neue tadellose Ware. Aber wir zahlen die erhöhten Preise gerne, denn die Used-Veredelungen lassen uns vergessen, dass die meisten Produkte, die wir zu kaufen bekommen, eigentlich industriell hergestellte Massenware sind. Genau hier muss auch das Handwerk ansetzen und seine Stärken ausspielen – als Partner für individuelle Wünsche mit authentischem Charakter.

Roh und elementar

Gerade in der modernen Architektur sind Optiken von rohen, unregelmäßigen Betonoberflächen sehr hipp – sowohl bei den Wohnobjekten als auch bei Wänden und Böden. Diese stehen im wunderbaren Gegensatz zum asketischen Perfektionismus, sodass sich ein spannender Kontrast ergibt. Zudem sehnen wir uns in unserer von Informationen und Dingen überladenen Welt nach einem einfachen, übersichtlichen, ja fast ursprünglichen Leben und rohe industrielle Optiken haben etwas Archaisches, Elementares. Die Oberflächen von Roheisen, Stahl und Beton sind kraftvoll und rau. Da aber nicht jeder in einem alten Fabrikgebäude wohnt, müssen diese Optiken künstlich an die Wände gebracht werden – entweder mit professionellen Malertechniken oder mit Tapeten in fotorealistischen Betonwand-Optiken, wie die von Concrete Wall.

Vintage- und Beton-Optiken sind nicht unbedingt neu und haben auch eine recht breite Akzeptanz, aber die Designer sind noch einen Schritt weiter gegangen – weg von der adretten, ordentlichen Optik.



 

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