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Farbige Antike

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Farbige Antike

Dass die Antike farbig war, ist zunächst keine neue Erkenntnis. Doch die intensive Buntheit, in der Statuen einst leuchteten, überrascht.

Die antike Marmorskulptur war nicht weiß, sondern bunt. Obwohl viele antike Schriftquellen darüber berichten, wurde dies in der italienischen Renaissance verdrängt und erst im 19. Jahrhundert wieder aufgegriffen, ehe die Erkenntnis im 20. Jahrhundert zugunsten einer auf Klarheit ausgerichteten Ästhetik erneut in den Hintergrund geriet.
Bis heute haben sich an vielen antiken Skulpturen zahlreiche Spuren des ursprünglichen Farbenkleides erhalten. Sie beweisen, dass die griechischen und römischen Statuen Gewänder trugen, die mit aufwändigen Ornamenten und mit kostbaren Farben verziert waren.

Prächtige verzierte Gewänder

Wie, das zeigt die Ausstellung „Bunte Götter“ im Frankfurter Liebieghaus – sie ist das Ergebnis einer schon 25 Jahre währenden Forschungsarbeit, die eine Vielzahl neuer Erkenntnisse erbracht hat. Durch über 30 detailreiche farbige Rekonstruktionen und 70 ausgewählte Originalexponate aus internationalen Sammlungen sowie aus dem eigenen Bestand werden die Ergebnisse der wissenschaftlichen Polychromieforschung sichtbar und nachvollziehbar. Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet die frühe griechische Marmorplastik, die sich durch eine reiche und schöne Ornamentik auszeichnet. Prächtig verzierte bunte Gewänder, Waffen und Geräte steigerten die Aussagekraft der Objekte. Beeindruckend ist die Figur des „Perserreiters“ der Athener Akropolis: Die frühgriechische Skulptur wurde in einem aufwändigen 3-D-Verfahren gescannt, aus den Daten wurde eine originalgroße Kopie in einem marmorähnlichen Werkstoff (PMMA, kristallines Acrylglas) angefertigt. Für das stark ornamentierte Gewand der Reiterfigur fanden wertvolle und leuchtende Farben Verwendung, während Mähne, Fell, Schwanz und Hufe mit weniger farbkräftigen Erdpigmenten bemalt waren. Basis dafür sind über 300 Pigmentanalysen, aus denen die feinen Farbnuancen ermittelt wurden.

Neue Analysen

Anders als zu Zeiten Gottfried Sempers, der Farbspuren nur durch Probeentnahmen analysieren konnte, stehen heute für Untersuchungen digitale und extrem genaue Verfahren zur Verfügung. Mithilfe von UV-Licht, Streiflicht, chemischen und optischen Analysen sind zahlreiche antike Skulpturen auf Spuren ehemaliger Bemalung untersucht worden. Die Naturfarben, die man in der Antike verwendete, sind entsprechend ihrer Eigenschaften verschiedene Verbindungen mit dem Marmor eingegangen. Daher verwitterten Bereiche der Oberfläche auch unterschiedlich stark. Während die mit Ockererden (Gelb bis Braun) bemalten Partien wesentlich empfindlicher waren, blieb der Stein durch Rot (Zinnober, rote Erde, Krapp), Blau (Azurit, Ägyptisch Blau) und Grün (Malachit, Ägyptisch Grün, grüne Erde) länger geschützt. Auf diese Weise können uns auch die Verwitterungsspuren auf der Marmoroberfläche wieder zur ehemaligen Farbigkeit der Figuren zurückführen. Dies belegen reiche Farbreste, die sich vor allem auf den Skulpturen von der Athener Akropolis erhalten haben. Ornament und Farben belebten die Marmorfiguren, sie steigerten ihre Plastizität und setzten wichtige ergänzende Akzente in der Erzählung.
Für die Farbrekonstruktionen in dieser Ausstellung wurden nur die Naturpigmente verwendet, welche die Künstler bereits in der Antike benutzten. Dazu gehören zerriebene Halbedelsteine, wie Azurit (Blau) und Malachit (Grün), die schon in der Antike als besonders wertvoll galten.

Quelle: Malerblatt 01/2009


 

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