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Home Gestaltung Anwendungstechnik Kreativtechnik: Birkenwald

Kreativtechnik: Birkenwald

Malermeisterin Marion Tichy stellt in einer neuen Serie innovative, exklusiv für das Malerblatt entwickelte Kreativtechniken vor.

In der ersten Folge zeigt sie, wie sich ein stilisierter Birkenwald als Wandgestaltung kreieren lässt, der den Raum mit Natürlichkeit erfüllt, ohne dabei kitschig zu wirken.

Birken sind mit ihrer weißen Rinde auffallende Bäume, und ein ganzer Birkenwald ist eine Besonderheit, die beim Gang durch die Natur ins Auge sticht. Als Malerhandwerker kann man diese Schönheit als Idee zur Wandgestaltung umsetzen. Vage Schemen und amorphe Formen bieten ein Wechselspiel mit konkreten Linien. So entsteht Tiefe. Durch das Verwenden natürlicher Farbnuancen im Braun-Graubereich lässt sich das Vorbild Holz optisch „erschnuppern“.

Ausgeführt werden kann die Malerei von jeder Malerfachkraft mit etwas Geschick, benötigt werden die im Malerhandwerk üblichen Materialien und Werkzeuge. So wie kein Baum dem anderen gleicht, ist eine solche Wandgestaltung immer ein Unikat, das die Handschrift des Ausführenden trägt.

Ganz davon abgesehen, sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt und es können beliebige Varianten erschaffen werden. Zum Beispiel könnte im Hintergrund ein Stämmchen schräg stehen, es könnten ein paar hellgrüne Blättchen herausblitzen, fetzig wäre vielleicht auch ein Wald in grellen Farben: wie wäre es mit Brombeer und Pink? Damit Sie vor lauter Bäumen nicht den Wald aus den Augen verlieren, erhalten Sie hier das Grundrezept des Birkenwaldes:

  • Untergrund: glatte weiße Wandfläche, die nicht ganz perfekt sein muss

  • Material: Wandfarbe, matt, in verschiedenen Farbtönen (Schwarzbraun, zwei Hellgrautöne, Dunkelbraun und Weiß)

  • Werkzeuge: verschiedene Pinsel, Moltoprenwalze, Handspachtel aus Kunststoff, Bleistift, Wasserwaage.

  • Materialkosten: gering

  • Zeitaufwand: mittel

  • Schwierigkeit: einfach

  • Eignung: für große und kleine Flächen im gewerblichen, öffentlichen und privaten Bereich


Und so geht´s

Zuerst werden schmale senkrechte Streifen mit einem Heizkörperpinsel (Größe 25) und dunkelbrauner, verdünnter Farbe gezogen. Dabei sollte ganz locker mit freier Hand gemalt und mit dem trockenen Pinsel die Farbe etwas verwischt werden, das betont die Natürlichkeit. Die Abstände der Streifen werden dabei ganz bewusst unterschiedlich gesetzt, im Durchschnitt betragen sie etwa 10 Zentimeter. Grundsätzlich sollten sie aber wirklich senkrecht sein. Wer sich unsicher ist, zeichnet mit Wasserwaage und Bleistift hauchdünne Linien vor oder nutzt einen Laser. Die Farbe lässt man nach dem Auftragen antrocknen.

Im zweiten Schritt rollt man die Fläche mit einer Moltoprenrolle und stark verdünnter hellgrauer Farbe ab. Der Untergrund muss vollständig bedeckt sein, der Auftrag darf aber nicht decken und sollte ganz bewusst unregelmäßig ausgeführt werden. Gleichmäßige Bahnen und waagrechte Ansätze sind unbedingt zu vermeiden. Die Farbe wieder antrocknen lassen.

Nun wird ein etwas dunklerer Farbton mit einer Moltoprenrolle in Streifen aufgebracht, dabei die Rolle „schlenkern“ (also den Griff hin- und her bewegen), und wechselseitig belasten. Diese Schicht sollte auf keinen Fall vollflächig sein. Jede Bahn ohne Druck ganz leicht nachrollen um entstehende Fettkanten und Läufer aufzunehmen, und um die Fläche etwas homogener zu gestalten. Es empfiehlt sich, diesen Arbeitsschritt zuvor, etwa auf einer alten Tapete, auszuprobieren, bis man das gewünschte Ergebnis erzielt.

Bleistift und Laser

Nun lässt man die begonnene Wandgestaltung gut trocknen. Mit einem spitzen Bleistift zeichnet man dann die Kanten der Stämme ein. Abstände (Leerfeld/Stamm/Leerfeld/Stamm) können zum Beispiel sein: 7/10/5/7/3/9 Zentimeter und so weiter. Wer mag, nimmt auch hier statt eines Bleistiftstriches den Laser zur Hilfe.

Jetzt werden die „Stämme“ von einer Seite mit weißer Farbe angespachtelt. Dabei etwas Material auf eine Palette (oder einen Eimerdeckel) geben und mit einer Handspachtel aus Kunststoff sehr wenig Farbe aufnehmen. Die „Stämme“ nur von einer Seite her unregelmäßig anspachteln, vorher am besten an anderer Stelle ausprobieren! Darauf achten, dass man nicht über den „Stamm“ hinausspachtelt. Innerhalb der „Stämme“ die Spachtel ab und an senkrecht abwischen um Lichtpunkte zu setzen.

Zum Schluss werden die „Stämme“ von beiden Seiten her auf dieselbe Weise braun angespachtelt. Wenn man den Rand nicht immer genau auf den Millimeter trifft ist das umso besser, dadurch entsteht Natürlichkeit. Es muss auch nicht jeder Zentimeter der Linie angespachtelt sein. Auch mit der braunen Farbe hin und wieder auf der Fläche lockere Flecken setzen. Das Gesamtbild anschauen und gegebenenfalls korrigieren, sind Flächen zu blockig braun, mit sehr wenig weißer Farbe darüber „fleckeln“. Wenn das Werk vollbracht ist, im Birkenwald relaxen!



praxisplus


Marion Tichy ist Malermeisterin mit Leib und Seele. Besonders kreative Techniken sind ihre Leidenschaft und so ist sie ständig auf der Suche nach neuen Gestaltungsideen und experimentiert mit Farben, Putzen, Lacken und Co.

Nachdem sie 2003 bereits (gemeinsam mit Malerblatt-Redakteurin Susanne Sachsenmaier-Wahl) eine Vielzahl an selbst entwickelten Kreativtechniken im Buch „Effektvolle Malertechniken“ (erschienen bei der DVA) vorgestellt hat, wird sie die Malerblatt-Leser in den nächsten Ausgaben wieder mit neuen Ideen überraschen.

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Marion Tichy

Malerblatt 07/2017

 

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