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Wandscanner

In Dresden arbeitet man an einer Technik, die verborgene Malereien sichtbar macht – zerstörungsfrei.

Statt Schichten abzutragen, scannt man die Wand mit Terahertz-Strahlung. Um verborgenen Wandmalereien auf die Spur zu kommen, hilft derzeit nur, sich Schicht für Schicht tiefer zu graben. Dass dabei jüngere Malereien zu Schaden kommen, muss als Kollateralschaden der Restaurierung in Kauf genommen werden.
Wie viel smarter und auch effizienter wäre es, die Schichten einfach zu durchleuchten? Dieser Überlegung geht das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt „Teraart“ nach, an dem die TU Dresden, das FIDA in Potsdam, die Hochschule für Bildende Künste Dresden und schließlich auch das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik beteiligt sind.

Terahertz-Strahlung

Das System nutzt die Terahertz-Strahlung, die auch bei Körperscannern an Flughäfen vermehrt zum Einsatz kommt. Mit dieser von einem Femtosekundenlaser erzeugten Strahlung werden Putz- und Farbschichten quasi durchsichtig, ohne dass die Malereien Schaden nehmen.
Im Gegensatz zur Infrarot-Strahlung oder zu Mikrowellen kann die Terahertz-Technik besser in die Tiefe blicken. Das Versuchssystem des Fraunhofer-Institutes IWS besteht aus einem Scanner mit zwei Messköpfen, der die Wand kontaktfrei abfährt. Ein Messkopf sendet die Strahlung aus, der andere registriert die Reflexionen und ihre Intensität.
Dort, wo zwei Materialien mit verschiedenen Brechungsidizes aufeinander treffen, wird eine spezifische Reflexion verursacht. „Jede Schicht und jedes Pigment reflektieren die gepulste Strahlung anders, so dass sowohl ein Bildkontrast als auch eine Tiefeninformation gewonnen werden können“, erläutert Dr. Michael Panzner, Projektleiter am IWS. Kurz: Aus den Reflexionen lässt sich eine bestimmte Schicht als Graustufen-Bild darstellen, das sich am Computer zur besseren Erkennbarkeit mit so genannten Falschfarben colorieren lässt.

Reflexionen von Grenzflächen

Da jeder angestrahlte Punkt ein charakteristisches Reflexionsspektrum erzeuge, seien so auch die einzelnen Pigmente differenzierbar. Das aber, so Dr. Panzner, sei „die hohe Schule der Technik“ und wohl erst langfristig zu erwarten. Genauso soll es machbar sein, Schicht um Schicht einzeln exakt zu erfassen – vorausgesetzt, die Schichten sind ausreichend dick, um einen messbaren Laufzeitunterschied der Laserimpulse zu ermitteln. Noch befindet sich das mobil konzipierte Messsystem in „einem sehr frühen Stadium“, muss erst noch im Labor verfeinert werden, bevor dann die ersten realen Praxistests starten können. Dann sollen auch die Probleme der Messgenauigkeit welliger Wände im Griff sein.

Hier wird die Wand gescannt und nach verborgenen Malereien gefahndet. Noch arbeitet die Technik im Labormaßstab, soll aber für den praktischen Einsatz am Restaurierungsobjekt verfeinert werden. Foto: Fraunhofer-Institut IWS

Armin Scharf
Quelle: Malerblatt 01/2011

 

 

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