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Stuckelemente aus Kunststoff

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Stuckelemente aus Kunststoff

Moderne Stuckelemente bieten viele Möglichkeiten, Decken oder Wände zu akzentuieren sowie Möbel aufzupeppen.

Stuck – das ist doch ausschließlich was für Schlösser und Kirchen, höchstens noch für großzügige Stadtvillen aus vergangenen Jahrhunderten! So denkt manch einer über die Gestaltung mit Stuckprofilen. Doch diese Meinung ist längst überholt.
Zugegeben, für echten, handgezogenen Stuck mag dies noch zutreffen. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass traditionelle Stuckarbeiten extrem aufwändig und somit teuer (um nicht zu sagen: fast unbezahlbar!) sind. Kaum jemand würde auf die Idee kommen, solch hochwertige Handwerkskunst in einer „normalen“ modernen Wohnung einzusetzen. Schließlich will man ja auch mal wieder neu dekorieren und dann passt das Profil möglicherweise nicht mehr zu den neuen Möbeln oder der Wandgestaltung. Zudem ist es auch paradox, auf Decken und Wände, die aus vorgefertigten Gipskartonplatten erstellt und mit modernen Anstrichstoffen beschichtet wurden, echten Stuck aufzubringen. Auch die Kunststofffenster, der Laminatboden und die furnierten oder gar laminierten, geradlinigen Möbel wirken neben echtem Stuck fast lächerlich.

Kunststoff statt Echtstuck

Vor rund dreißig Jahren kamen die ersten Styropor-Zierprofile auf den Markt und damit wurde die Dekoration herkömmlicher Wohnungen und Häuser mit „Stuck“ erschwinglich. Viele Handwerker, aber auch Hausbesitzer rümpften damals die Nase über die „billige Imitation“. Doch als solche kann man die heute angebotenen Stuckelemente längst nicht mehr abtun. Ein Spezialist im Umgang mit modernen Stuckprofilen ist der Maler- und Lackierermeister Andreas Maier. Er leitet in München eine Seminarschule für Stuckprofilgestaltung. „Das Gestalten mit Stuck-elementen aus Kunststoff als kostengünstigem Ausgangsprodukt ist die Antwort unserer schnelllebigen Zeit auf die Frage nach zeitgemäßer konzeptioneller Raumgestaltung,“ sagt er. Moderne Stuckprofile bestehen heute nicht nur aus hochwertigen Materialien, sondern es wurde auch eine ganz eigene Formensprache für sie entwickelt. Neben den klassisch geschwungenen Formen sind auch ganz schlichte Leisten erhältlich, Elemente zur indirekten Beleuchtung oder Wandlampen runden das Sortiment ab. „Die Hersteller bieten uns heute mit ihren Produkten einen wundervollen Zauberkasten voll hochwertiger Bausteine zur originellen und individuellen Gestaltung,“ so Andreas Maier. Egal, ob der Einrichtungsstil puristisch, klassisch, zeitgenössisch oder illusionistisch ist, zu jedem lässt sich das passende Profil finden.

Unterschiedliche Materialien

Moderne Stuckprofile werden aus verschiedenen Kunststoffen hergestellt, die sich entsprechend ihrer Eigenschaften für verschiedene Anwendungen eignen. Die ersten Profile in den 70erJahren waren aus Polystyrol (PS) gefertigt. Auch heute werden Profile aus diesem Material noch angeboten, allerdings eignen sich diese eher für den Amateurhandwerker. Polystyrol ist leicht und preiswert, jedoch weist das Material eine geringe mechanische Belastbarkeit auf und ist nicht lösemittelbeständig. Gröbere Sägen sollten für den Zuschnitt nicht eingesetzt werden, da das Material im Kantenbereich sonst ausreißen kann.
Schlagmodifiziertes Polystyrol, auch HIPS (high impact polystyrene) genannt, verfügt, wie der Name schon vermuten lässt, über eine hohe mechanische Belastbarkeit, garantiert Form- und Dimensionsstabilität und ist lösemittelbeständig. Profile aus HIPS können mit nahezu allen Sägewerkzeugen, mit Ausnahme der Thermosäge, geschnitten werden. Die unempfindlichen, leicht verarbeitbaren HIPS-Elemente gelten als echte Alternative zu Polyurethanprodukten und finden als Sockelleisten, Stuckprofile, Kassetten, Säulen und Paneele Anwendung. Lediglich für ausgeprägte Ornamente und Verzierungen können sie nicht mit Polyurethan konkurrieren, da bei Polystyrol Profilierungen und Kantenschärfe herstellungsbedingt nicht sonderlich ausgeprägt sind.
Polyurethan (PUR) ist in der Herstellung teurer als PS und HIPS. Es zeichnet sich jedoch durch präzise Kantenformen und Reliefzeichnungen der Profile aus und ist daher, etwa für anspruchsvolle Dekorelemente, häufig unverzichtbar. Außerdem ist PUR druckunempfindlich und leicht mechanisch belastbar, weshalb es sich für die Herstellung von Pilastern, Säulen, Konsolen und Wandprofilen eignet. PUR kann mit allen handelsüblichen Sägen bearbeitet werden, lässt sich gut schleifen und spachteln und ist beständig gegenüber schwachen Lösemitteln und wässrigen Laugen. Der Einsatz von PUR-Elementen empfiehlt sich für die hochwertige Innenraumgestaltung; mit einer speziellen Kunststoffarmierung eignen sich die Profile auch für Fassaden.
Seit rund zwanzig Jahren bieten alle großen Hersteller auch flexible PUR-Profile an. Diese verfügen über ähnliche Eigenschaften wie starre PUR-Profile und lassen sich ebenso verarbeiten. Sie finden Einsatz als Sockelleisten in runden Räumen, als Abschluss an Säulen oder in runden Erkern und Bögen.

Professionelle Verarbeitung

Selbstverständlich gibt es nicht nur verschiedene Profilarten, sondern auch eine Vielzahl an Klebstoffen zur Profilmontage, die sich für unterschiedliche Einsatzgebiete eignen. So werden etwa Montagekleber für innen, außen und für Feuchträume, Klebespachtel, Konstruktionskleber sowie Stoß- und Fugenkleber angeboten. Wann welcher der geeignete ist, das erklärt Andreas Maier in seinem bei der DVA erschienen Buch „Moderne Stuckelemente“ (siehe Kasten) ausführlich. Auch die passenden Werkzeuge für die Verarbeitung von Stuckelementen werden darin detailliert beschrieben.
Neben den richtigen Werkzeugen und Hilfsstoffen ist vor allem aber das Know-how bei der Verarbeitung von Stuckelementen entscheidend. Anschaulich zeigt Andreas Maier in seinem Buch die einzelnen Arbeitsschritte in Wort und Bild beispielsweise für die Montage eines Eckprofils mit fortlaufendem Ornament auf. Dazwischen findet der Leser immer wieder hilfreiche Tipps für die Lösung von Problemen, die in der Praxis häufig auftreten. Wie gleicht man beispielsweise unebene Deckenflächen bei der Verarbeitung eines Profils am Übergang von der Wand zur Decke aus? Wie wird eine Verkröpfung, also die Führung eines Profils um eine ausspringende Ecke, fachgerecht ausgeführt? Und wie verarbeitet man flexible Profile am einfachsten? Auf all diese Fragen gibt Andreas Maier praxisgerechte Antworten.
Die Möglichkeiten, Räume mit Stuck-elementen zu gestalten, sind nahezu unbegrenzt. Neben den klassischen Einsatzgebieten als Übergang zwischen Wand und Decke oder als Sockelleiste eignen sich moderne Stuckprofile auch sehr gut zur Herstellung von Wand- oder Deckenspiegeln, werten einfache Möbelstücke oder glatte Türen auf oder gliedern Räume mithilfe von Säulen und Pilastern. Über die gekonnte Anordnung der Stuckelemente sowie deren farbliche Gestaltung verleiht der Fachmann dem Raum sein individuelles Gesicht. In einem modernen Gebäude bilden etwa schlichte weiße Leisten einen spannenden Kontrast zu stark farbigen Wänden. Wo ein edles Ambiente erzeugt werden soll, können Säulen marmoriert oder Profile ganz bzw. teilweise vergoldet werden. Den Charme gealterter Profiloberflächen erzielt man durch eine Patinierung und in Kombination mit illusionistischer Malerei werden Stuckprofile zu Fenstern, die den Blick in eine andere Welt freigeben. Andreas Maier zeigt in seinem Buch eine Vielfalt an Gestaltungsideen und liefert die schrittweisen Anleitungen für einzelne Arbeitstechniken wie etwa Patinieren, Marmorieren oder Vergolden gleich mit.

Susanne Sachsenmaier-Wahl
Quelle: Malerblatt 12/2009


 

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