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Plattenbauten, Leinefelde

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Plattenbauten, Leinefelde
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Plattenbauten

Anstatt Abriss setzt Leinefelde auf einen Stadtumbau der besonderen Art. Plattenbauten werden hier radikal umgenutzt.

Fast scheint es so, als würde die Platte mehr oder weniger sanft entschwinden. Zwar ragen im Osten der Nation die letzten Bastionen des sichtbaren Sozialismus wie uneinnehmbare Festungen gen Himmel. Aber kaum mehr jemand möchte weiterhin in einer der riesigen Plattenbausiedlungen wohnen, die zu DDR-Zeiten als quadratisch, praktisch und für jedermann gut galten. Verkündeten sie doch fortschrittliches Wohnen mit Zentralheizung, Warmwasser und Einbauküche. In Gegenden jenseits der urbanen Zentren kam es jedoch in den vergangenen Jahren durch Arbeitslosigkeit, Abwanderung und Geburtenrückgang zu dramatischen Bevölkerungsverlusten. Folglich wurden viele Plattenbauten bereits abgerissen und einige zur Stabilisierung und Aufwertung der Wohnquartiere kostspielig „denkmalgerecht“ saniert. Doch die meisten stehen als gebautes Erbe der DDR leer und verwaist da.
Was tun, wenn eine vordergründige Sanierung niemandem nutzt? Diese Frage erörterten die Stadtplaner der heute rund 15.000 Einwohner zählenden Stadt Leinefelde im Nordwesten Thüringens bereits Anfang der 90er- Jahre. Als typische Neugründung der DDR um einen bestehenden industriellen Kern gebaut, wohnten einst 90 Prozent der Einwohner Leinefeldes in Plattenbauten. Inzwischen hat sich die Situation gewandelt: Eine Leerstandsquote von rund 30 Prozent führte zum erklärten Ziel, den Wohnungsbestand durch Rückbau zu reduzieren und zugleich die räumliche Qualität der Platte aufzuwerten.
Der Frankfurter Architekt Stefan Forster Architekten nahm sich dieser Herausforderung an. Durch intelligente Umbaumaßnahmen der einzelnen Wohnblöcke wurde eine Umstrukturierung des Quartiers und eine Aufwertung der Lebensverhältnisse geschaffen. Die einheitliche sozialistische Lebensweise zu DDR-Zeiten ist hier nun vorbei. Und aus einer ortlosen Großsiedlung wurde endlich ein identifizierbarer Ort für die Bewohner. Stefan Forster erhielt dafür 2004 den europäischen Städtebaupreis.
Mit den bisher fünf realisierten Umbauprojekten gelang es Forster, neue Räume in der Siedlung zu definieren und die Wohnqualität im Quartier und in den Häusern selbst zu verbessern. Die fünf- bis sechsgeschossigen Blöcke wurden in der Regel um eineinhalb bis zwei Etagen reduziert. Bei dem Projekt „Stadtvillen“ wurde sogar aus einer zuvor 180 Meter langen Plattenbauzeile jedes zweite Treppenhaus samt dazugehöriger Wohnungen entfernt. Hier zeigt sich der Neuanfang Leinefeldes mit dem Bekenntnis zur Schrumpfung direkt am Stadteingang und wertet ihn auf. Da die Mieter schon im Vorfeld feststanden, konnten die Grundrisse individuell den Bedürfnissen angepasst werden. Zum Wohnviertel gewandt, leuchten die Hauskuben in einem kräftigen Wärme und Heiterkeit vermittelnden Gelb. Das sachliche Grau zur Ausfallstraße soll „Stadt“ signalisieren. Bei allen Projekten entstanden überschaubare Nachbarschaften mit eindeutigem Privatraum. Die Erdgeschosswohnungen erhielten direkt zugängliche eigene Gärten. Alle Häuser sind mit großzügigen Balkonen ausgestattet. Durch teilweise vollflächig verglaste Wintergärten konnten dunkle Räume besser belichtet werden, auch die früher innen liegenden Küchen und Bäder erhalten mit Fenstern oder Oberlichtern natürliches Licht. „Damit schaffen wir diesen Hauch von Freudigkeit“, erklärt Stefan Forster. „Die zuvor triste und aggressive Stimmung ist mittlerweile in Freundlichkeit umgeschlagen. Die Menschen laden in ihre Gärten ein und man hat das Gefühl, in einer kleinen Siedlung oder Gartenstadt zu sitzen.“

Quelle: Andrea Grunau, Malerblatt 02/2009


 

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