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Ausstellungsräume

Den Stolz auf die eigene Leistung spürt von Anfang an, wer die Ausstellungsräume des Malerbetriebes Jörg Schmitz in Düsseldorf betritt.

Lust auf mehr

Die Malerblatt-Redaktion fragte den stellvertretenden Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Düsseldorf, was ihn dazu bewogen hat, soviel Zeit und Geld in diese Ausstellungsräume zu investieren.

 

Was waren Ihre Beweggründe, eine solche umfangreiche Ausstellung zu realisieren?

Ich wollte ganz einfach zeigen, was wir können. Mehr nicht.

 

War das wirklich der einzige Grund?

Ja, am Anfang war es nur die Idee, unseren Kunden unser Leistungsvermögen aufzuzeigen. Denn unseren Kunden fehlt meistens das Vorstellungsvermögen. Sie sehen etwas bei Freunden, in einer Zeitschrift oder im Internet. Hier bei uns können sie es in aller Vielfalt sozusagen hautnah erleben.

Haben Sie dies alles im Vorfeld geplant?

Zuerst gab es nur eine vage Idee. Ich wollte Farbe, Material und Textur erlebbar machen. Wir zeigen nur, was wir wirklich können. Viele Ausstellungen zeigen Dinge, die dann in der Praxis nur schwer zu realisieren sind. Hier bei uns kann der Kunde mit den Augen sehen, mit den Händen anfassen und aus dem Bauch heraus bestellen.

Spielt die Haptik, das Anfassen, eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung?

Ich glaube, das Berühren der Oberflächen, das „in die Hand nehmen" einer Türklinke sind ganz wesentliche Kaufentscheidungskriterien. Sie kennen doch den Spruch „Was der Bauer nicht kennt …". Etwas abgewandelt könnte man sagen: „… das kauft er nicht."

Sie haben eine Vielzahl von Türen. Lohnt sich dieser Aufwand?

Es kommt mir nicht in erster Linie auf das Lohnen an. Wir können nur das verkaufen, was wir auch zeigen, sprich anbieten können. Wenn heute renoviert wird, dann sind Türen und Fußböden mit dabei. Erst wenn alles neu gemacht wird, ist es am Ende auch harmonisch und schön.

Was kostet denn eine solche Tür?

Wie im Autohandel haben wir eine A-Klasse, eine Mittelklasse und einen Mercedes der S-Klasse.

Was kostet eine S-Klasse-Tür konkret?

Wenn die Scharniere verdeckt liegen und bei optimalem Schallschutz, dann kann eine solche Tür schon mal bis zu 2.000 Euro kosten.

Haben Sie viele Kunden, die sich eine S-Klasse-Tür leisten können?

Noch nicht ganz viele, aber es werden jeden Tag mehr. Wir müssen hochwertige Produkte zeigen, wenn wir im Wahrnehmungshorizont der Käufer eine Rolle spielen wollen. Aber selbst die preiswerteste Variante ist in sich gesehen ein Qualitätsprodukt.

Gehen hierdurch die Türen zu den Kunden auf?

Ja, nicht immer, aber immer öfter. Die Kunden von heute wollen am liebsten alles aus einer Hand, keine Gewerkestreitigkeiten oder Unsicherheiten in der Abstimmung. Der Kunde hat einen Ansprechpartner. Dies erleichtert das Verkaufen ungemein.

Die Parkettböden sind eingelassen in die Wand und bringen jeden Besucher zum Staunen. Auch hier wieder die Frage: Lohnt sich dieser Aufwand?

Das kann ich heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Und ehrlich gesagt, ist dies für mich auch nicht der alleinige Beweggrund.

Was ist dann der wahre Grund dafür, soviel Geld zu investieren?

Wir sind in erster Linie stolz auf unser Handwerk. Boden, Wand und Decke sind doch eine Einheit. Wir bringen zusammen, was auch zusammenpasst. So vermeiden wir die meisten Kombinationsirrtümer bereits im Vorfeld.

Was meinen Sie mit Kombinationsirrtümern?

Ganz einfach – oft holen sich die Kunden die Dinge einzeln zusammen und wir müssen dann mit Farbe und Struktur alles zusammenfügen.

Da ist es doch viel besser, wir zeigen, was wirklich zusammenpasst. Die Installateure machen es uns doch vor. Für ein Bad wird schon locker mal gern 40.000 Euro ausgegeben. Und wir machen uns schon bei einem Vollwärmeschutz für 30.000 Euro in die Hose.

Ist das so?

Ja, und die Welt ist voll von Billiganbietern. Rabatt ist für viele das wichtigste Kundenbindungsmittel. Wir sind aus dieser Negativpreisspirale schon vor längerer Zeit ausgestiegen.

In Ihrem Präsentationsraum wird ein Farbenspiel der Sonderklasse durch den Besprechungstisch geboten. Wo haben Sie denn diesen tollen Tisch her?

Dies ist eine lange Geschichte. Diesen Tisch haben meine Frau und ich bei einer Urlaubsreise gefunden. Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten, Farbe zu bekennen. Ich biete meinen Mitarbeitern etwas Besonderes, aber ich verlange auch viel. Wir verkaufen Farbe, Struktur und Gestaltung auf hohem Niveau. Da dürfen wir doch bei uns selbst nicht haltmachen.

Wie oft kommen Kunden zu Ihnen in diese tolle Ausstellung?

Am Anfang waren es nur wenige, aber langsam spricht es sich herum und es werden täglich mehr.

Hilft Ihnen dabei die Mund-zu-Mund-Propaganda?

Nicht die Mund-zu-Mund-Propaganda ist es, die uns hilft. Dies ist nämlich der falsche Ausdruck. Richtig müsste es Mund-zu-Ohr-Propaganda heißen. Aber so ist es mit vielen Fehlern, sie werden weitererzählt, auch wenn sie nicht stimmen.

Wo holen Sie sich Ihre Ideen?

Zuallererst in meiner Familie. Sie ist für mich Harmonie und Vielfalt. Meine Frau Irene und mein Sohn Sebastian unterstützen mich in meiner Arbeit, nehmen mir einiges ab und schaffen mir so Freiräume zum Träumen. Darüber hinaus habe ich mit dem Neuen Forum Baumanagement – kurz NFB genannt – ein tolles Netzwerk von Gleichgesinnten. Unser Forum Farbe ist eine wahre Ideenquelle. Wir befruchten uns gegenseitig. Kreativität und der Mut, sie in die Tat umzusetzen, kann man im Netzwerk jeden Tag neu erleben. Das Wichtigste aber ist und bleibt der Stolz auf unseren Beruf. Ich bin mit Herz und Hand Lebensraumgestalter.

Vielen Dank für das Gespräch.

Malerblatt 10/2014

 

 

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