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Wissen, Impulse und Kontakte


Wir blicken zurück auf den äußerst inspirierenden, von Baumit organisierten, 13. Allgäuer Baufachkongress.
Philip Keil verrät „Strategien der Profi-Piloten“, Roger Rankel plaudert die Geschäftsgeheimnisse eines Eisverkäufers auf Capri aus, Jochen Schweizer verlässt die Höhle der Löwen und Prof. Axel Venn will wieder verstärkt an den Flaneur denken.

Gegliedert war das Programm für die insgesamt 1420 Besucher in drei Bereiche: Fachvorträge, betriebswirtschaftliche Themen und Praxisvorführungen. Der erste Tag widmete sich vorrangig Zukunftsthemen, am zweiten stand die Baupraxis im Vordergrund und am dritten Kongresstag drehte sich alles um den Unternehmer.

Heiko Werf, Geschäftsführer Baumit Deutschland, blickte in seiner Eröffnungsrede auf ein zufriedenstellendes Jahr 2017 mit 190 Millionen Euro Umsatz zurück. Dass er es nur als zufriedenstellend bezeichnet, hat folgende Hintergründe: „Der Branche gehen die Fachhandwerker aus, zusätzlich kommt es zu Frachtraumverknappungen. Es fehlen schlicht die Lkw-Fahrer. Dadurch wird auch die Logistik immer teurer.“ Wie die Mitarbeitergewinnung vorangetrieben werden könne, sei Thema in mehreren Vorträgen beim diesjährigen Baufachkongress.

Für einen wichtigen Trend für die Branche hält Werf die Wohngesundheit: „Noch nie gab es ein so großes Bewusstsein für gesundes Leben – und das gilt auch für das Wohnen.“ Darauf habe Baumit reagiert. Über 50 geprüfte Produkte halte sein Unternehmen in diesem Bereich bereit, eindeutig zu erkennen am grünen Logo. Seit zwei Jahren untersucht der Hersteller im VIVA-Forschungspark in zwölf Forschungshäusern „am lebenden Objekt“ die Einflüsse der Baustoffe auf das Raumklima. Über fünf Millionen Datensätze wurden seither gesammelt. Werf: „Wir betreiben hier Grundlagenarbeit. So können wir nicht nur über Wohngesundheit reden, sondern wir liefern auch die Fakten dazu.“ Dieser Forschungspark, im niederösterreichischen Wopfing angesiedelt, wurde den Kongressbesuchern in einem Vortrag von Dr. Jürgen Lorenz, Leiter Forschung und Entwicklung bei Baumit, im Detail vorgestellt.

Geschäftsführer Peter Sarantis warf seinen Blick schon zwei Jahre in die Zukunft: 2020 soll im schwäbischen Remseck-Aldingen ein Baumit-Werk mit neuester Produktionstechnik entstehen. Kostenpunkt: Rund 14 Millionen Euro. Die Verträge für das Grundstück stünden kurz vor der Unterschrift.


Vom Hinfallen und wieder aufstehen

Mucksmäuschenstill war es im großen Saal des Oberstdorf Hauses, als Pilot Philip Keil die Komplexität der Wirtschaft mit der Arbeit im Cockpit eines Flugzeuges verglich, das kurz vor dem Crash steht: „Was tust du, wenn deine Routine plötzlich nichts mehr wert ist?“ Sich zu fokussieren und die richtige Entscheidung auch unter Druck zu treffen, darauf komme es an: „Das macht den Unterschied zwischen Crash und Punktlandung.“ Sowohl im Cockpit als auch in einem Unternehmen sei es wichtig, dass die Mitarbeiter nicht etwa nur dem Chef vertrauen, sondern vor allen Dingen sich selbst. Denn, so wusste Keil zu berichten, bei neun von zehn Unfällen versage nicht der Pilot, sondern das gesamte Team, weil es beispielsweise an Kommunikation mangele. Den Unternehmern im Publikum gab er folgenden Ratschlag: „Geben Sie jedem in Ihrer Crew das Gefühl, ein zukünftiger Kapitän zu sein.“ Denn, so Keil weiter: „Machtdistanz verhindert Teamwork.“

Roger Rankel, Experte für Kundengewinnung, verriet dem Kongresspublikum „Die Geheimnisse der Umsatzverdoppler“. So blieb ihm ein besonders pfiffiger Eismann, der auf Capri seinen Geschäften nachgeht, in Erinnerung. Bestellt man bei diesem eine Kugel, sagt er: „Und dazu empfehle ich Ihnen …“ Rund 90 Prozent aller Käufer, so Rankel, seien dieser Empfehlung gefolgt, der Eisverkäufer habe innerhalb weniger Sekunden seinen Gewinn verdoppelt. Dass der Verkäufer insgesamt nur acht Eissorten im Angebot habe, störe dabei wenig. Viel bedeutender sei, dass die Geschmacksrichtungen perfekt aufeinander abgestimmt seien. Genau das müsse auch der Handwerker schaffen: Perfekt aufeinander abgestimmte Produkte und Dienstleistungen anzubieten, um so den Umsatz zu steigern.

Mit Abstand am besten besucht war der Auftritt des Unternehmers/TV-Stars/Extremsportlers Jochen Schweizer. „Vom Hinfallen und Wiederaufstehen“ lautete die Überschrift: Und das war wörtlich zu nehmen. Als passionierter Kajakfahrer sprang er dem Tod schon einmal knapp von der Schippe. Nur durch bewusstes Brechen der eigenen Kniescheibe konnte Schweizer einer beinahe ausweglosen Situation entkommen. Scheinbar mühelos gelingt ihm der Sprung vom Stuntman zum Unternehmer, ehe ein Todesfall geschäftlich alles wieder auf null stellt. Doch auch aus dieser Krise findet er einen Weg heraus, macht sich im Lauf der nächsten Jahre selbst zur Marke und reüssiert schließlich als TV-Star.


Was sind die Trends der Zukunft?

Frei von der Leber weg hielt der Visionär, Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx seinen launigen Vortrag über die „9 Thesen zur Zukunft des Bauens“. „Jeder Trend“, da ist sich der Zukunftsforscher sicher, „erzeugt einen Gegentrend“. Stellvertretend für den Vortrag sollen hier zwei Thesen herausgegriffen werden:

  • 1. Die Provinz kehrt als progressive Provinz zurück, es entstehen „ rurbane Landschaften“: zukunftsfähige, nachhaltige und lebenswerte Räume und Landschaften aus ländlicher Perspektive – gerade auch in der Stadt.
  • 2. Das Wohnen bleibt weitgehend analog, denn in einem automatisierten Haus wird der Mensch überflüssig.

Prof. Axel Venn sieht in Trends lediglich „gelernte Wiederholung“: „Die Menschen sind gegen das Neue ein bisschen immun. Sie wollen es gar nicht richtig.“ Er wünscht sich, dass Architekten und Stadtplaner wieder verstärkt an den Flaneur denken. Wie das erreicht werden kann? Durch eine abwechslungsreichere Fassadengestaltung. Mit der momentanen Fassadenfarbigkeit zeigte sich Venn wenig zufrieden: „Leider erlebt man viel zu oft weiße Wände.“ Gemeinsam mit Baumit hat Venn das Buch „Colors of Life“ veröffentlicht, in dem zahlreiche harmonische Farbtöne präsentiert werden. Den Architekten gab der Farbexperte noch etwas mit auf den Weg: „Architektur dient dem Wohlfühlen und nicht dem Protz!“


Feste Regeln werden durchbrochen

Nach Meinung des Farbdesigners Filip Roscam gibt es in der Gesellschaft große Veränderungen. „Und das heißt nicht nur, dass irgendwo ein komischer Präsident gewählt wird,“ fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu. Vielmehr ändere sich etwas in der Philosophie der Menschen. Feste Regeln werden durchbrochen, Extreme werden gelebt. Welche Auswirkungen hat dieser Wandel auf die Farbtrends? Roscam: „Es gibt keine eine neue Farbe der Zukunft.“ Stattdessen gäbe es große Kontraste zwischen den Farben, ebenso wechselten sich ruhige und wilde Gestaltungen ab.

Die Trends bei der kreativen Wandgestaltung präsentierte Stephanie Werf, Leitung Objektmanagement bei Baumit, im Foyer des Oberstdorf-Hauses. In Workshops waren verschiedene Oberflächen mit Metallicfarben entwickelt worden, die beim Publikum offensichtlich gut ankamen.

Auf den ersten Blick wenig Kurzweil verspricht das Thema WDVS: Doch weit gefehlt: Kay Beyen, Leiter Produktmanagement/Anwendungstechnik bei Baumit, hatte zahlreiche Bilder falsch montierter WDVS-Ausführungen im Gepäck. Das sorgte auf der einen Seite für viele Lacher, auf der anderen Seite konnte man beinahe „nebenbei“ aus den Fehlern der anderen lernen.


Fachvorträge und Baupraxis

Ähnlich anschaulich und ebenfalls mit einer guten Prise Humor gewürzt, referierte der Ingenieur, Sachverständige und 1. Vorsitzende des Fachverbands Innendämmung, Jürgen Gänßmantel, über ein Thema, das jedem Maler in seinem Berufsleben einmal begegnet: Schimmel. Die Ursachen für dessen Entstehen seien vielfältig. Gänßmantel nannte etwa angebohrte Wasserleitungen, verstopfte Abflussrinnen oder den undichten Wasseranschluss am WC-Spülkasten. Mit seinem Vortrag traf der Experte beim Publikum ins Schwarze. Nur eines stieß dem einen oder anderen Zuhörer möglicherweise sauer auf: dass Gänßmantel einem Abstieg des VfB Stuttgart eher positiv gegenübersteht …

Live-Vorführungen gab es während der ersten beiden Kongresstage in den Räumlichkeiten des evangelischen Gemeindehauses. Mario Filser, Service Bauberatung bei Baumit, präsentierte gemeinsam mit den Vorführmeistern Andreas Endter, Franz Heinzelmann, Thomas Stärke und Willi Weng, wie aus Putz und Farbe in wenigen Arbeitsschritten Betonoptiken (glatt, rau geschalt und im Shabby-Look) sowie Wandgestaltungen, die der Natur entlehnt sind, entstehen können. Ein Weidengeflecht, eine Rindeninterpretation und eine Technik, die an die Erdkruste erinnert und den Namen „Karakorum“ trägt, wurden mit entsprechenden Materialien für den Innen- als auch den Außenbereich Schritt für Schritt demonstriert. Selbstverständlich blieb auch ausreichend Zeit für Fragen und die Möglichkeit, selbst einmal Hand anzulegen.


Fazit

Der 13. Allgäuer Baufachkongress war auch 2018 wieder ein Branchen-Event, das bis ins Detail perfekt organisiert war. Während der Abendveranstaltungen für die Kongressbesucher, die u. a. in Form eines Allgäuer Hüttendorfs statt fanden, blieb ausreichend Gelegenheit für das persönliche Gespräch und das Knüpfen von Kontakten – sei es unter Kollegen oder aber mit den Mitarbeitern und Chefs von Baumit, die sich ebenfalls unter die Kongressbesucher mischten.

Im Januar 2020 wird in Oberstdorf das nächste Mal der Allgäuer Baufachkongress stattfinden.



Blumen von Baumit-Geschäftsführer Peter Sarantisfür die Organisatorin des Baufachkongresses, Heike von Küstenfeld




Autoren/Fotos: Andreas Ehrfeld/Susanne Sachsenmaier-Wahl

Quelle: Malerblatt 03/2018

 
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