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Renovierung am Eiffelturm

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Renovierung am Eiffelturm
Weltausstellung 1889
Streit um die Farbe
Renovierung
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Alle sieben Jahre wird das bekannteste Wahrzeichen von Paris renoviert und komplett neu beschichtet.

Sieben. Ob man der Zahl nun besondere Kräfte zuordnet oder auch nicht: permanent begegnet sie einem, in Märchen, auch in Sprichwörtern oder allgemein in Zusammenhang mit dem großen Glück.
An all das hat der geniale Ingenieur Gustave Eiffel ganz sicher nicht gedacht, als er schon zu den Bauplänen seines bekanntesten Bauwerks eine umfassende „Pflegeanleitung“ verfasste, also detaillierte technische Vorgaben, was für die Erhaltung des Turms wann und wie gemacht werden muss. So legte er fest, dass das Bauwerk alle sieben Jahre komplett neu beschichtet werden muss. Aber nicht „nur einfach so“ schrieb Monsieur Eiffel das nieder, sondern akribisch bebildert, mit technischen Zeichnungen und mit genauesten Vorgaben versehen. Das Buch hat in etwa den Umfang des Telefonbuchs einer Großstadt und es hat etwas absolut Faszinierendes.
Ein großes Kapitel ist auch exakt dem gewidmet, was die Maler und Korrosionsschützer zu tun haben, worauf sie achten müssen und was unbedingt eingehalten werden muss. Da kommt schon fast der Verdacht auf, Gustave Eiffel hätte längst eine Ahnung davon gehabt, dass sein Turm einstmals das Symbol für die Franzosenmetropole werden könnte. Vorgesehen war das jedoch zu seiner Bauzeit keinesfalls. Überhaupt nicht.

 


 

Die Weltausstellung 1889

Ursprünglich sollte er nämlich 20 Jahre nach seinem Bau wieder abgerissen werden. Nach zweijähriger Bauzeit wurde er am 31. März 1889 rechtzeitig zur Weltausstellung fertig gestellt. Inzwischen kam er schon 17 Mal in den Genuss eines neuen Anstrichs. Die Farbtöne wechselten anfangs immer wieder, bevor man sich dann langsam an den seit vielen Jahren eingesetzten Eiffelturm-Farbton heran arbeitete.
Was schön ist und was nicht, was ins Stadtbild passt und wodurch es verschandelt wird. Es ist bei jedem großen Bauwerk bis heute so, dass darum gestritten wird. So war es auch nach der Erstellung des weltweit vermutlich bekanntesten Turms. Künstler entrüsteten sich, Literaten sahen den Turm als „düsteren Fabrikschornstein“ oder als „tragische Straßenlaterne“. Aber im Land der Revolution und der Demokratie gab es quasi eine „Abstimmung mit den Füßen“: das Volk sah die Sache völlig anders und erklärte den Turm zu seiner Sache. Bereits während der Weltausstellung nahmen fast zwei Millionen Besucher die 1.665 mühsamen Stufen auf sich, um den Turm zu besteigen. Und seither hält der Menschenstrom an – jährlich besuchen über sechs Millionen Touristen den Turm, der längst liebevoll „eiserne Dame“ genannt wird. Nicht nur Besucher aus dem Ausland, sondern eben auch die Franzosen selber lieben ihren Eiffelturm heiß und innig.

Die Maler machen am Kulturobjekt der Franzosen einen Knochenjob.

 


 

Der Streit um die Farbe

Allerdings weiß natürlich jede/r Einheimische ganz genau, dass „die jetzige Farbe nicht schön ist“. Gut allerdings, dass nicht jeder mitbestimmen darf. Fragt man die allwissenden Wirte von Bars und Bistrots, dann, so hört man, solle der Turm unbedingt in den Nationalfarben gestrichen werden, also blau-weiß-rot. Andere hätten lieber die Flagge ihres Lieblings-Fußballvereins als Farbvorlage. Ein Segen also, dass nicht jeder seinen mehr oder weniger grellen Farbton durchsetzen kann.
Dass nicht immer das typische Eiffelturm-Braun das Bauwerk schmückte, das zeigt ein Blick auf die Farbhistorie. Erst seit 1968 gibt es besagtes Braun, das man angeblich wegen seiner Harmonie mit dem Pariser Stadtbild wählte. Abgestuft ist es in drei Tönen, der kräftigste unten, der leichteste oben. Böse Zungen meinen, der aktuelle Farbton erinnere an Tarnfarben, der streiche somit den Turm ein Stück weit aus dem Gesichtsfeld „weg“, so dass er nicht sofort in voller Pracht ins Auge springe. Freilich, die Farbgebung war durch die heutige Brille betrachtet schon durchaus heftig: 1887/88 startete man mit einem venezianischen Rot, kam 1889 dann auf ein Rotbraun, 1892 auf Ocker, 1899 auf ein in fünf Töne abgestuftes Gelb-Orange, um dann 1907 bis 1947 bei einem Gelbbraun zu landen. Vor dem aktuellen Farbton kam dann 1954 und 1961 noch ein Rotbraun zum Zuge. Die Farbgebung variierte also gewaltig, vor allem rückblickend im „Zeitraffer“ betrachtet.
Allein um die Wahl des Farbtons ranken sich Geschichten und Legenden und Halbwahrheiten und Spekulationen und Vermutungen. Aber genau das macht die Sache durchaus auch spannend.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung brachte es exakt auf den Punkt: Die Meisten, die man nach der Farbe des Eiffelturms fragt, bleiben wohl eine Antwort schuldig: „Welche Farbe hat der Eiffelturm? Olivgrün, Grau, rostbraun? Sieben Millionen Besucher pilgern Jahr für Jahr auf das Pariser Wahrzeichen, doch die Erinnerung an seine Farbe bleibt für die meisten von ihnen diffus.“ Und Jean-Bernard Bros, Präsident der Betreibergesellschaft SETE, Société D’Exploitation De La Tour Eiffel, lobt den momentanen Farbton und beruft sich auf Unterstützung seitens der Kulturschaffenden: „Künstler, Fotografen, alle Liebhaber des Eiffelturms sind sich einig, dass ihm sein helles Eiffelturm-Braun am besten steht.“

Die Maler machen am Kulturobjekt der Franzosen einen Knochenjob.

 


 

Die Renovierung

 

Glücklich darüber, dass der Eiffelturm überhaupt wieder einmal auf Herz und Nieren begutachtet und komplett renoviert wird, ist Jean-Bernard Bros, Chef der Eiffelturm-Betreibergesellschaft SETE: „Das Eiffelturm-Braun passt bestens zu den Dächern von Paris.“ Womit nun der Farbton genannt wäre, auch wenn längst nicht alle an diesem Objekt Beteiligten gleich euphorisch hinsichtlich des Farbtons sind. Weil das jedoch ein heikles Thema ist, werden die „Geschmacksfragen“ nicht öffentlich, sonder nur hinter vorgehaltener Hand und diskret erörtert. Schließlich geht es – gefühlt – um eine Art Staatsakt.
Nach oben tragen die Maler beim Eiffelturm immer hellere Farbe auf, damit der Turm deutlich höher wirken soll. Auch diese schöne Geschichte gibt es, um die Wahl des Farbtons zu erklären, wobei alle diese Erklärung wiederum nur von einem Dritten erzählt bekamen. In den ersten Jahren sei die „optische Erhöhung“ nicht nötig gewesen, weil der Eiffelturm bis zu seiner Ablösung vier Jahrzehnte später durch das Chrysler Building in New York sowieso das höchste Gebäude der Welt war.
Für die Patrioten unter den Franzosen ist es eindeutig der „Sündenfall“, die Pragmatiker sprechen nur ganz banal von „Marktmechanismen“: jedenfalls wird der Turm dieses Mal nicht von Malern aus der „Grande Nation“ beschichtet, sondern von Kollegen aus Griechenland. Und Frankreich liefert auch nicht die 60 Tonnen Lack – die Farbe kommt aus Norwegen. Bevor es aber ein Stürmchen der Entrüstung geben konnte, war schnell klar, dass bei dieser Konstellation nicht nur die Qualität stimmt, sondern dass zudem im Vergleich zum Angebot heimischer Betriebe eine Stange Geld gespart werden kann. Und so waren die Kritiker der Auftragsvergabe via Portemonnaie letztlich doch überzeugt worden. Der Löwenanteil jedenfalls.
Auch sonst ist es ein Turm der Superlative. Rund zweieinhalb Millionen Nieten und 18.000 Eisenteile wurden seinerzeit verbaut – und circa 20.000 Glühbirnen leuchten ihn nachts zur vollen Stunde an. Nicht nur Touristen und Pariser lieben den Turm geradezu. Inzwischen gehören auch die Maler von STELMA zur riesigen Fangemeinde. Sie wurden inzwischen sozusagen „Eiffelsüchtig“.

Nach einer kurzen Alpinisten-Ausbildung bewegten sich die Maler sicher am Eiffelturm.

Ulrich Schweizer
Quelle: Malerblatt 04/2010
 

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