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Dachfarben

Die Dachbeschichtung bietet dem Maler lukrative zusätzliche Umsatzflächen und eine teure Neueindeckung wird vermieden.

Mit relativ geringem Aufwand und überschaubaren Kosten lassen sich ältere, unansehnliche Dächer wieder auffrischen. Der Kunde profitiert doppelt: Eine und der ausführende Malerbetrieb kann die Dachsanierung im Zuge der Fassadenrenovierung vornehmen.

Die schmutzige, veralgte Fassade soll einen neuen Anstrich erhalten. Das Gerüst steht. Selbstverständlich bietet der Maler dem Kunden im Zuge der Fassadenerneuerung auch einen Überholungsanstrich des Dachgesimses an. Die Fallrohre werden geprüft und, falls nötig, gestrichen oder ausgetauscht. Meist kontrolliert der Maler sogar die Dachrinne und versieht sie eventuell mit einem abdichtenden Anstrich. Das Haus wird rundum aufgefrischt. Fast – denn das Dach, egal ob an Haus oder Garage, bleibt in der Regel außen vor. Dabei ist es genauso in die Jahre gekommen. Die Oberfläche ist durch Witterungseinflüsse porös geworden, Algen, Moose und Flechten haben sich gebildet. Im schlimmsten Fall sind sogar kleine Fehlstellen vorhanden, die beispielsweise durch Hagel entstanden sind. Eine neue Eindeckung ist teuer, deshalb schiebt man die Dachsanierung so lange wie möglich hinaus. Oft ist eine Komplettsanierung aber gar nicht erforderlich, denn seinen Zweck erfüllt das Dach noch einwandfrei. Nur die Optik hat gelitten – und das fällt neben der frisch gestrichenen Fassade besonders ins Auge. Warum also dem Kunden nicht auch einen Überholungsanstrich des Daches anbieten? Ja, Sie haben richtig gelesen: Auch das Dach profitiert von einem Anstrich. Und wer wäre dafür besser geeignet als der Maler?


Dachpfannenfarben

Dachbeschichtungen werden in den für Deutschland üblichen Dachpfannenfarbtönen angeboten. Die Farbpalette reicht von den typischen Rottönen über Braun bis hin zu Anthrazit. Einige Hersteller bieten darüber hinaus Sonderfarbtöne an (z. B. „Delta Roofcoat“ von Dörken). Die glänzenden, seidenglänzenden oder seidenmatten Beschichtungen sind wasserverdünnbar, geruchsarm und damit relativ einfach in der Verarbeitung, außerdem lassen sich die verwendeten Werkzeuge mit Wasser reinigen.


Haftung garantiert

Die Bindemittelbasis für Dachbeschichtungen ist in den meisten Fällen ein Reinacrylat. Dieses sorgt nicht nur dafür, dass die Haftung des Anstrichstoffs auf zahlreichen Untergründen garantiert ist. Reinacrylatfarben sind zudem äußerst wetterbeständig, sie gelten als schlagregendicht, weisen Wasser exzellent ab und bieten einen hohen Schutz gegenüber aggressiven Luftschadstoffen. Ihre hohe Elastizität macht sie darüber hinaus tolerant gegenüber großen Temperaturschwankungen, wie sie am Dach durchaus üblich sind. Diese Elastizität bleibt auch bei niedrigen Temperaturen erhalten. Eine Filmkonservierung, mit der einige Dachfarben ausgerüstet sind, kann den Algenbefall reduzieren (z. B. „Delta Roofcoat“ von Dörken, „Disboroof 408 Dachfarbe“ von Disbon, „Dachfarbe“ von Südwest). An Standorten in Nordausrichtung oder in grüner Umgebung, die einen Befall mit Algen, Pilzen und Flechten fördern, kann die Funktionsfarbe – ähnlich wie Fassadenfarben – mit einem fungiziden Zusatz ausgerüstet und so den speziellen Anforderungen des Objektes angepasst werden. Allerdings sollte man den Kunden, sowohl bei Verwendung einer filmkonservierten Dachfarbe als auch beim Einsatz eines fungiziden Zusatzes, darüber in Kenntnis setzen, dass das von den Dachflächen aufgefangene Wasser erst nach einer längeren Wartezeit (mindestens 1 Jahr) als Gießwasser oder zum Befüllen von Teichen verwendet werden darf.


Vorbereitung zur Dachbeschichtung

Einsetzbar sind Dachbeschichtungen auf Tonziegeln, Betondachsteinen, Faserzementplatten. Einige der am Markt befindlichen Produkte können zugleich auch für die Beschichtung von Dachrinnen und Dachzubehör aus Hart-PVC oder NE-Metallen verwendet werden.

Vor der Beschichtung müssen die Dachflächen gründlich gereinigt und von Algen- und Moosbewuchs befreit werden. Am besten setzt man hierfür einen Hochdruckreiniger ein. Wichtig ist, dass beim Wasserstrahlen stets in Ablaufrichtung gearbeitet wird, um ein übermäßiges Eindringen von Feuchtigkeit in die Dachkonstruktion zu verhindern.

Mit einer dauerelastischen, faserverstärkten Dichtungsmasse (z. B. „Jungkeit Wasserdicht 620“ von Jaeger) können eventuell vorhandene schadhafte Fugen, Risse und Löcher im gesamten Dachbereich, wie z. B. an Schornsteinen, Abflussrohren, Oberlichtern, Dachfenstern, Dachrinnen usw, repariert werden. Mit dieser streichfähigen Dichtmasse lassen sich Fehlstellen bis zu einem Zentimeter überbrücken.

Stark saugende Untergründe wie etwa Dachwellplatten aus Faserzement oder stark kreidende Betondachsteine sollten vor der Deckbeschichtung mit einer Grundierung verfestigt werden (z. B. „Aqua Dachgrundierung 619“ von Jaeger, „wikulac FH 20“ von Südwest). Einige Hersteller empfehlen auf engobierten und glasierten Tonziegeln die Verwendung eines Haftvermittlers (z. B. „EP-Uniprimer 481“ von Disbon).





Beschichtung

Generell sind Dachbeschichtungen für alte, abgewitterte Dächer entwickelt worden. Neuere Dachsteine und Tonziegel weisen teilweise veredelte Oberflächen auf, die der Schmutzabweisung bzw. der Selbstreinigung dienen sollen und die zu Haftungsproblemen führen können. In diesen Fällen sollten vor der Beschichtung unbedingt Musterflächen angelegt werden. Betondachsteine und Tonziegel sollten vor der Beschichtung angefeuchtet werden, um eine zu schnelle Trocknung des Anstrichstoffs und in der Folge Filmbildungsstörungen zu vermeiden. Idealerweise erfolgt die erste Beschichtung direkt nach der Reinigung. In der Regel müssen Dachbeschichtungen in zwei Lagen aufgebracht werden. Einige Hersteller empfehlen auf stark saugenden, porösen Untergründen (wie z. B. Betondachsteinen) zusätzlich eine Grundierung mit verdünnter Dachfarbe. Da die Beschichtungen sehr schnell trocknen, sind zwei Arbeitsgänge am selben Tag möglich. Als Applikationsverfahren eignen sich Rollen, Streichen oder Airless-Spritzen, wobei letzteres bei größeren Dachflächen sicherlich am wirtschaftlichsten ist.

Neben Hausdächern bieten sich übrigens noch viele andere Dachflächen für eine Beschichtung an: So erhalten durch eine Dachbeschichtung auch Carports und Garagen, Gartenhäuser sowie Gewerbebauten zuverlässigen Schutz und ein frisches Aussehen. Welche Dachbeschichtung für welchen Anwendungsfall geeignet ist, sollte im Einzelfall direkt mit den Beschichtungsstoff-Herstellern geklärt werden.





Mehr zum Thema Dach:

www.malerblatt.de


PraxisPlus




Dachbeschichtungen


Folgende Hersteller bieten Systeme zur Dachbeschichtung an:

Disbon Disboroof 408

Dörken Delta Roofcoat

Jaeger Dach-Sanier-System

Pufas Dach- und Sockelfarbe

Südwest Dach-Farbe




Susanne Sachsenmaier-Wahl / Fotos: Dörken, Jaeger

Quelle: Malerblatt 03/2018


 

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