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Beton gilt als nahezu unverwüstlich. Kommt es zu Schäden, sollten diese jedoch genau untersucht und beseitigt werden.

Beton – bei diesem Begriff scheiden sich die Geister. Für viele Laien steht der Baustoff aus Zement, Kiesel und Wasser für kalte und unschöne Architektur. Kein Wunder, wurden doch viele Betonbauten in den letzten Jahrzehnten nicht gerade so gestaltet, dass man ein Faible für sie entwickeln konnte. Dabei bestaunen die gleichen Menschen, die Betonbauten als Inbegriff von schlechter Architektur ansehen, das Pantheon oder das Kolosseum in Rom und wissen nicht, dass es sich auch dabei in Teilen um Betonbauten handelt. Denn schon die Römer wussten diesen Verbundbaustoff zu nutzen und zu schätzen. Denn Beton, seit 1867 als Stahlbeton, machte und macht so manchen Architekturtraum erst möglich. Viele Kuppel-, Hallen-, Schalen- und Brückentragwerke wären ohne diesen Baustoff nicht machbar. Natürlich lässt sich über Beton als Fassadenmaterial streiten und auch in Innenräumen gefällt Sichtbeton nicht jedem, doch die Eigenschaften und die daraus resultierenden Möglichkeiten sind aus der modernen Bauwelt nicht mehr wegzudenken.

Pflegebedürftig

Doch trotzt der guten Eigenschaften von Beton und Stahlbeton ist ein wichtiger Punkt nicht zu vergessen. Viel zu häufig wird nicht bedacht, dass Beton pflegebedürftig ist oder gar irgendwann einmal saniert werden muss. Denn trotz teilweise sehr guter Qualität und trotz der grundsätzlichen Beständigkeit des Baustoffs kommt es zu Schäden. Dies kann einerseits auf negative Umwelteinflüsse wie chemisch aggressive Niederschläge, Frost oder etwa mechanische Beschädigungen zurückgeführt werden, hängt manches Mal aber auch mit Fehlern beim Verarbeitungsprozess zusammen. Woher die Beschädigung oder Schwächung des Betons oder des Verbunds aus Beton und Stahl letztlich kommt, eines sollte immer klar sein: Es muss etwas gemacht werden. Denn die Beschädigung an einer Komponente eines Verbundsystems wie dem Stahlbeton führt über kurz oder lang zur Schwächung des gesamten Systems. Deshalb hilft es auch nicht, wenn bei einem Schaden an einer Betonfassade oder an einem Betonbauteil eine optische Reparatur durchgeführt wird. Meist sitzt das Problem tiefer. Denn Abplatzungen an der Betonoberfläche sind ein äußeres Zeichen dafür, dass Beschädigungen im Inneren des Bauteils vorliegen. Diese entstehen häufig, wenn die Stahlbewehrungen im Stahlbeton zu rosten beginnen. Da Rost ein größeres Volumen hat, benötigen die eingegossenen Stahlstäbe mehr Platz. Dies wiederum führt dazu, dass es zu Spannungen kommt, die in kleinen Rissen am Beton oder gar der Absprengung ganzer Teile resultieren. Überdeckt man diese Risse oder bessert man die Absprengungen einfach nur aus, wird die Korrosion der Stahlstäbe im Innern des Betons nicht gestoppt und es kann, im schlechtesten Fall, in der Folge zu einem Versagen des Bauteils und damit zu einer Zerstörung eines Gebäudes kommen.

Fachwissen gefragt

Aus diesem Grund ist es unumgänglich, dass Handwerker, die von Bauherren zurate gezogen werden, genau prüfen, welche Art der Beschädigung oder Beeinträchtigung vorliegt und wie darauf zu reagieren ist. Dabei ist Fachwissen ebenso gefragt wie die Bereitschaft, andere Fachkräfte hinzuzuziehen. Denn sobald es sich um ein tragendes Bauteil handelt, bei dem der Stahlbeton Probleme aufweist, muss ein Statiker oder Architekt hinzugezogen werden. Prinzipiell ist es ratsam, an solche Projekte nur gemeinsam heranzugehen. Denn um einschätzen zu können, welche Sanierungsmaßnahmen die richtigen sind, müssen umfangreiche Prüfungen erfolgen. Auch wenn sich dies komplex und sehr aufwendig anhört, lohnt es sich, diesen Aufwand den möglichen Folgen gegenüberzustellen, die resultieren, wenn man ihn nicht betreibt. Im besten Fall steht bei einer lediglich oberflächlichen Behandlung von Schäden an Betonflächen am Ende ein unzufriedener Kunde, weil an der überdeckten Stelle erneut eine Beschädigung aufgetreten ist. Im schlimmsten Fall aber, wie bereits erwähnt, versagt eventuell ein Bauteil und es kommt zu mehr als nur einem erneuten und ärgerlichen Problem mit der Oberfläche.

Die Untersuchung des Bauwerks beginnt mit der visuellen Prüfung und damit der Erfassung des Schadensumfangs, geht über verschiedene Methoden wie magnetinduktive Messungen oder Rückprallmessungen nach DIN EN 12504 Teil 2 zur Ermittlung des genauen Schadens und endet im schlechtesten Fall damit, dass Stichproben des Betons genommen werden müssen, um im Labor zu klären, woher die eigentliche Beschädigung stammt. Dass dies nur von dafür ausgebildeten Fachleuten erledigt werden kann, versteht sich von selbst.

Richtige Wahl

Ist geklärt, um welche Art der Beschädigung es sich handelt und woher diese rührt, dann kann entsprechend die passende Sanierungsmethode und in der Folge auch ein passender Betonschutz ausgewählt werden. Durch Betonschutz lassen sich die Instandsetzungsintervalle verlängern.

Doch bevor über den Langzeitschutz nachgedacht werden kann, steht die Instandsetzung im Vordergrund. Nach den Vorgaben der DIN EN 1504–9 gibt es hierzu elf Prinzipien. Sie beziehen sich auf die jeweiligen Ursachen der Schäden. Hier unterscheidet man zwischen den Einflüssen und deren Folgen. Grob kann man diese in drei Bereiche unterteilen: mechanische Einwirkungen, chemische und biologische Ursachen und physikalische Einwirkungen. Bei mechanischen Gründen wie etwa Abbrüchen aufgrund eines Zusammenpralls mit Fahrzeugen oder Ähnlichem werden die abgebrochenen oder abgeplatzten Teile ersetzt oder das Betonbauteil, beispielsweise bei einer Überlastung, verstärkt. Dies geschieht mit neuem Beton oder aber auch mit Betonersatzstoffen, wie sie von vielen Herstellern angeboten werden. Etwas komplexer wird es bei chemischen Ursachen. Da Beton chemisch nicht stabil ist, neigt er dazu, seine Zusammensetzung zu wandeln. Aus diesem Grund kommt es über Luft und Niederschlag zu Veränderungen, die den Beton direkt schädigen oder aber seine Eigenschaften so beeinflussen, dass die Stahlbewehrung zu rosten beginnt. Die Prozesse, die dabei ablaufen, haben häufig etwas mit dem CO2-Gehalt im Beton zu tun. Steigt dieser nämlich an, dann ändert sich der pH-Wert des Baustoffes und der in den Beton eingebrachte Stahl beginnt zu oxidieren. Dieser Effekt wird noch verstärkt, wenn eine geringe Betonüberdeckung vorhanden ist oder bereits kleine Risse im Beton vorhanden sind, durch die Wasser und Sauerstoff an den Stahl gelangen können.

Schutzsysteme

Um dies zu verhindern oder zu reparieren, gibt es ebenfalls verschiedene Methoden. Risse beispielsweise werden mit Epoxidharz, Polyurethanharz oder Zementleim geschlossen, der entweder direkt in die Risse injiziert oder ohne Druck von außen getränkt wird. Damit können Risse zwischen 0,1 Millimeter mit Harzen und 0,8 Millimeter mit Zementleim verfüllt werden. Zudem können die Überdeckungen der Stahlbewehrungen durch Spritzbeton, Betonersatzsysteme oder Spritzmörtel verstärkt werden. Auch eine Versiegelung durch Beschichtungssysteme ist möglich. Diese verhindern, dass mehr Feuchte in den Beton und damit an den Stahl kommt, oder trocknen, bei hydrophobierenden Systemen, sogar den Beton nachträglich aus und verhindern so ein weiteres Oxidieren.

Wie dieses Anreißen der Möglichkeiten bereits zeigt, gibt es viele Optionen zur Instandsetzung, Sanierung und zum Schutz von Betonbauteilen und -oberflächen. Einen kompletten Überblick hierüber zu geben, würde den Rahmen des Beitrags sprengen. Wer mehr Informationen möchte, der sei auf www.beton.org verwiesen und auf die Informationsangebote diverser Hersteller. Festzuhalten bleibt aber, dass es unverzichtbar ist, drei Dinge zu beachten, wenn ein Gebäude aus Beton oder einzelne Betonbauteile Schäden aufweisen: Erstens sollte der Schaden ernst genommen und gut geprüft werden. Zweitens bedarf es eines umfassenden Fachwissens, um die Situation einschätzen zu können und die passende Lösung zu finden. Und drittens ist es in diesem großen und komplexen Aufgabenfeld wie kaum anderswo anzuraten, interdisziplinär vorzugehen und gemeinsam eine Lösung zu finden – Statiker, Architekten und Handwerker in einem Team.

Marc Nagel
Fotos:BetonBild


 

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