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Innovative PU-Systeme

Innovative PU-Systeme könnten auf die gestiegenen Anforderungen an ein WDVS eine Lösung sein.

Anforderungen steigen

Die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) ist am 1. Mai 2014 in Kraft getreten. In dieser wird geregelt, dass vor allem in Neubauten die Dämmstoffe immer dicker werden müssen, um den Wärmedurchgang durch Bauteile wie Wände zu reduzieren. Aber auch bei Bestandsbauten werden diese Werte in den nächsten Jahren verschärft werden.

Durch die immer dicker werdenden Dämmstoffe steigen auch die Anforderungen an das System. Den Dämmstoff einfach nur mit größerer Schichtstärke an die Wand zu kleben und diesen mit immer längeren Dübeln zu befestigen, genügt nicht mehr. Dem Markt müssen neue Systeme zur Verfügung gestellt werden, die der gestiegenen Beanspruchung gerecht werden. Aktuell sind die System-anforderungen wie Standsicherheit, Schubmodul, Windsoglast oder Brandriegel im Markt von großer Bedeutung, da sie mit herkömmlichen stumpf gestoßenen Dämmplatten nur schwer erreicht werden können.


Die Windsoglast ist abhängig vom Standort des Gebäudes und fällt innerhalb Deutschlands recht unterschiedlich aus.

Thema: Schubmodul

Der Schubmodul ist ausschlaggebend für die Rissbildung in der Fassade. Wirkt eine Kraft von unten in das System (Eigengewicht des Systems), so beginnt dieses sich zu bewegen. Grundsätzlich gilt: Je dicker ein System wird, desto mehr zieht das Eigengewicht nach unten. Die Putzschale wird weiter vom Mauerwerk entfernt auf das System aufgebracht, was die Hebelwirkung erhöht. Kommen noch thermische Belastungen wie Sonneneinstrahlung oder extreme Kälte hinzu oder gibt es häufiger Wetterwechsel, so sind diese Systeme zusätzlich belastet. Dies kann in kN (Kilonewton) als Wert gemessen werden. Je größer der Widerstand eines Dämmsystems gegen diese Belastungen ist, desto besser. Dieser Bewegungsvorgang und der damit verbundene Systemwiderstand werden als Schubmodul bezeichnet, da das System unter den unterschiedlichsten Belastungen „zu wandern" beginnt. Dieses Wandern kann in Millimetern nachgemessen werden. Beispiel: Mit dem Zug, bedingt durch Eigengewicht, ergeben sich Risse in beispielsweise vier Millimeter Breite. Nach einer Beanspruchung von 3,5 kN reißt das System von der Wand ab.

Die Firma Dinova arbeitet deshalb bei seinen neuen PU-Systemen mit einer Verzahnungstechnologie, wobei sich rotationssymmetrisch hergestellte Dämmplatten derart ineinander verzahnen, dass die Dämmscheibe insgesamt beansprucht wird und nicht nur die einzelne Dämmplatte. Dadurch, dass die Dübel näher an der Wandoberfläche montiert werden, erhöht sich der Anpressdruck des Systems auf den Untergrund. Der Schubmodul liegt daher bei einem Vielfachen von herkömmlichen Dämmsystemen.

Thema: Brandschutz

Werden diese Dämmsysteme im realitätsnahen Großbrandversuch auf ihre Schwerentflammbarkeit (B1) hin getestet, so stellt man fest, dass die in diesen Systemen verbauten Dämmplatten nicht schmelzen und dass die Dübel nicht in den Dämmstoff einglimmen können. Zudem ist die gemessene Flammhöhe mit ca. 2,35 Meter gut ein Meter geringer als bei anderen herkömmlichen Systemen. Wenn aber während eines Gebäudebrandes eine so große Flammhöhe erst gar nicht erreicht wird, kann man davon ausgehen, dass eine Brandübertragung auf nächst höher gelegene Stockwerke ausgeschlossen werden kann. Das Ziel, Mensch und Gebäude zu schützen, ist somit erreicht. Zudem sind die gemessenen Rauchgase lange nicht so gefährlich wie bei anderen Dämmstoffen. Eine Rauchwolke entsteht zwar auch, aber diese ist hochtransparent, was den Bewohnern eines Gebäudes im Ernstfall nicht die Sicht auf Fluchtwege nimmt.

Zudem können die Systeme aufgrund ihrer besseren Wärmeleitfähigkeit, die mit der WLG 026 beschrieben wird, dünner ausfallen als andere herkömmliche Dämmsysteme. Des Weiteren ist das Recycling geklärt. Produk- tionsabfall und andere Restmengen können komplett einem neuen Verwertungskreislauf zugeführt werden (Downcycling). So können aus den Systemen nach Ablauf ihres Dämmzyklus holzbauähn- liche Plattenbaustoffe für die Bauwirtschaft hergestellt werden.

Durch die immer dicker werdenden Dämmstoffe steigen auch die Anforderungen an das System.

Bernd Biebricher, Dinova
Malerblatt 06/2014
Fotos: Dinova
 

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