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Dämmputz mit Aerogel

Aerogel ist kein neues Material, gilt aber als der leichteste Feststoff überhaupt – und der mit der wohl geringsten Wärmeleitfähigkeit.

In der Schweiz wurde es zur Basis eines neuen Dämmputzes.
Als gelernter Malermeister aus dem Nordschwarzwald kennt Thomas Stahl die Problematik ganz genau. Heute ist er Bauphysiker in den Labors der schweizerischen Empa und hat zusammen mit seinem Industriekollegen Severin Hartmeier einen revolutionären Dämmputz entwickelt. Der basiert auf dem hoch dämmenden Wunderstoff Aerogel, der schon in den Frühzeiten der Raumfahrt zur Isolierung von Raumanzügen genutzt wurde. Inzwischen ist das pulverige Material nicht nur verfügbarer, sondern auch bezahlbarer geworden, sodass es für irdische, wirtschaftlich orientierte Spezial-Anwendungen ausgesprochen interessant wird.
Stahl hat sich zusammen mit dem schweizerischen Unternehmen Fixit im Rahmen des Forschungsprojektes „Surhib" daran gemacht, für die zahlreichen historischen, aber nicht denkmalgeschützten Bauten eine neue Möglichkeit zur energetischen Sanierung zu finden. Die Lösung ist ein hydraulisch härtender Kalkputz mit Aerogel-Zugabe. Über den Anteil schweigen sich die Beteiligten aus, genauso über jenen Trick, der die Verarbeitung des eigentlich drucksensiblen Pulvers erst ermöglicht. Denn das zu fünf Prozent aus Silikat und 95 Prozent aus Luft bestehende und extrem leichte Aerogel verwandelt sich schon bei geringsten Scherkräften zu nutzlosem Pulver. „Die Lösung der Probleme konnte durch eine zum Patent angemeldete Innovation gelöst werden", sagt Thomas Stahl dazu. Immerhin lässt sich der auf „Fixit 222 Aerogel" getaufte Putz maschinell fördern und auch manuell aufziehen – in Stärken zwischen 30 und 80 Millimeter, auch mehrlagig. Allerdings muss der weiche Dämmputz anschließend mit einem gewebearmierten Deckputz versehen werden.
Dafür verspricht das Material einen Dämmeffekt, der mindestens so gut sei wie der eines WDVS mit EPS-Platten. So liegt der U-Wert des Putzes bei nur 0,028 W/mK bei einer Trockendichte von 220 kg/m3.
Das Material ist seit Beginn dieses Jahres in der Schweiz erhältlich, 2014 soll der deutsche Markt folgen. Für die Entwicklung haben übrigens Thomas Stahl und sein Team den Empa-Innovationspreis 2012 erhalten.

 

Armin Scharf
Foto: Fixit AG
Quelle: Malerblatt 03/2013
 

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