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Ein Geheimtipp für anspruchsvolle Kunden: die grandiosen Landschaftstapeten von Zuber.
Wie vor zweihundert Jahren werden sie in Rixheim noch immer mit Holzmodeln von Hand gedruckt. Wir besuchten die Manufaktur im Elsass und den Showroom in Paris. Selbst Kenner haben sie nie im Original gesehen, die Traumlandschaft „Eldorado“, das berühmte Panoramabild, das die Wände vieler Salons des 19. Jahrhunderts in eine magische Ferne rückte. Heute muss man ins Elsass fahren, um die Pracht dieser Tapete einmal auf sich wirken zu lassen. Im Tapetenmuseum von Rixheim stehen sich jeweils zwölf Bahnen dieser Paradieskomposition gegenüber – und man weiß nicht, was man mehr bewundern soll: links die italienische Blumenterrasse, von der ein einsamer Pfau nach der wilden Vegetation Südamerikas blickt; oder rechts die Palmen und Tempelruinen vom Nil, die mit einem blühenden Landsitz und einer Moschee am Bosporus verschmelzen.
All das wirkt so farbenfrisch als hätte ein detailverliebter Blumenmaler eben erst die Palette aus der Hand gelegt. Und tatsächlich wurde die dreizehn Meter lange Landschaft von drei Künstlern 1848 speziell für den Tapetendruck gemalt. Dann haben Formschneider sie auf 1.554 Holzdruckstöcke übertragen, und mit zweihundert Farben wurde sie nacheinander per Hand auf 24 Tapetenbahnen gedruckt. Die Herstellungskosten waren so hoch, dass „Eldorado“ erst nach einer Auflage von über 300 Stück Gewinn abwarf. Die fantastische Dekoration kostete damals nur 120 Francs. Heute muss man dafür einen fünfstelligen Eurobetrag aufwenden. Aber man kann sie im Pariser Showroom von Zuber & Cie wie einst bestellen. Denn die Tapetenmanufaktur, die Jean Zuber 1802 übernahm und die unter seinem Namen zu Weltruhm gelangte, existiert immer noch. Als einziges Unternehmen auf der Welt druckt sie große Bildtapeten von den Original-Modeln des frühen 19. Jahrhunderts. Freilich mit viel weniger Mitarbeitern, sodass der Druck einer kleinen Auflage von „Eldorado“ heute ein ganzes Jahr dauert.






















