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Industriedenkmal Mayfarth

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Wo vor hundert Jahren Maschinen produziert wurden, brummen jetzt die Motoren klassischer Fahrzeuge.

Der industrielle Monumentalbau der ehemaligen Landmaschinenfabrik Mayfarth in Frankfurt am Main galt bereits als Denkmal der Industriekultur – jahrelang war jedoch offen, wofür er genutzt werden sollte. 1910 ursprünglich erbaut, gastierte hier zwischenzeitlich die Bundesdruckerei und produzierte 50- DM-Scheine, dann dienten Teile des Gebäudes als Lager für die Uniformen des Bundeszolls. Zuletzt lag das denkmalgeschützte Fabrikensemble mit dem ausdrucksstarkn Haupt- und weiteren Nebengebäuden, einer Außenanlage und Grünfläche auf 20.000 Quadratmeter brach. Bis vor kurzem…

Im November 2010 wurde es nach einer zweijährigen Sanierung seiner neuen Bestimmung übergeben: Die Klassikstadt GmbH betreibt hier das erste Zentrum für Liebhaber klassischer Automobile im Rhein-Main-Gebiet. In enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt hatte eine Investorengruppe um Marc Baumüller, dem Geschäftsführer der Klassikstadt GmbH, den Fabrikbau mit seiner komplett erhaltenen Backsteinfassade und den historischen Bogenfenstern restauriert und wiederbelebt. Die detailgetreuen und aufwendigen Arbeiten ließen dabei insgesamt 16.000 Quadratmeter gewerblich nutzbare Fläche entstehen, auf der nun glänzende Lacke und brummende Motoren beheimatet sind.

„Neben der eindrucksvollen Ziegelsteinfassade bestach das Gebäude schon im unrestaurierten Zustand durch seine ausgeprägte innere Tragstruktur mit seinen Stützen und Unterzügen. Unsere Aufgabe war es daher, Farben und Ausbauelemente zu reduzieren und allein die Konstruktion wirken zu lassen“, so Marc Baumülller.

Für die Umsetzung suchte sich die Klassikstadt Handwerksbetriebe, die über ein fundiertes Know-how hinsichtlich der Sanierung historischer Gebäude verfügen. Mit den Maler- und Lackiererarbeiten beauftragten die Bauherren die Malerwerkstätten Mensinger. Die Restaurierung historischer Bauten gehört für das familiengeführte Frankfurter Traditionsunternehmen zum Berufsalltag, zählt es doch zahlreiche Schmuckstücke wie den Frankfurter Römer, den Portikus, die St. Katharinenkirche oder das preisgekrönte Vincenzhaus in Hofheim zu seinen Referenzen.

Die Maler hatten im Wesentlichen zwei große Aufgaben: Zum einen die Herausarbeitung der Backsteinmauer auf der Innenseite der Ziegelsteinfassade, zum anderen die Sanierung und optische Auffrischung der Decken, Unterzüge und Säulen. „Als eine der großen Herausforderungen erwies sich die Reinigung der 3.500 Quadratmeter Backsteinfläche“, erklärt Guido Mensinger, Geschäftsführer der Mensinger GmbH. Mit einem Höchstdruck-Heißwasserstrahl, aber ohne chemische Zusätze, entfernte die Mensinger-Mannschaft alle Rückstände aus den vergangenen 100 Jahren: Beläge wie Leimfarben oder Putz, der historisch nicht zum Gebäude gehörte, und natürlich Dreck. Darunter auch Öl- und Rußflecken aus der Zeit der Landmaschinenproduktion, die nach dem Abwasch eine gesonderte Vorbehandlung der Oberfläche erforderten. Im Anschluss spritzte das Team die sauberen Backsteine mit einem Schutzanstrich, einer matten, abriebfesten und diffusionsoffenen Hydrophobierung, unsichtbar für den Betrachter. „Auch bei den Decken, Säulen und Unterzügen galt es, soviel originale Bausubstanz wie möglich zu erhalten“, so Guido Mensinger. „Aus Sicherheitsgründen mussten wir jedoch von allen Deckenfeldern den alten Putz entfernen – das Risiko für die Besucher und auch die klassischen Autos wäre einfach zu groß gewesen.“ Mit der Hand haben die Mensinger-Maler dann auf drei Etagen etwa 9.000 Quadratmeter Deckenfelder von marodem Putz befreit und diese mit einem glatten, 5 bis 6 Millimeter dicken Dünnputz aufgearbeitet. „Kriterien für die Auswahl des Produktes waren die Optik und das minimale Gewicht“, erläutert Guido Mensinger. „Wie in vielen Bereichen wurde auch hier entschieden, den Übergang zwischen alt und neu klar zu definieren. Daher hat der Dünnputz das Rennen gemacht – keine rauen Oberflächen, keine Nachahmungen von historischen Flächen. Wir wollten keine Imitation.“ Säulen und Unterzüge wurden nur beigearbeitet und wie die Deckenfelder mit einer Dispersionsfarbe weiß gespritzt.

Wiebke Deggau

Fotos: Klassikstadt GmbH


 

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