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Mineralische Putzmörtel

Mineralische Putzmörtel sind ökologische Baustoffe. Dies soll jetzt durch Umwelt-Produktdeklarationen verdeutlicht werden.

Mineralische Baustoffe liegen in Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit ganz vorn. Eine Studie der Initiative „Massiv mein Haus“ stellt anhand nüchterner Fakten dar, dass gerade der Mauerwerksbau in Sachen Ökologie viele Vorteile hat und dabei den vermeintlich ökologischeren Holzhausbau sogar übertrifft. An die Stelle ökologisch verklärter Ideologie tritt heute immer häufiger die sachliche Analyse umweltrelevanter Kennwerte. Diesen Trend greifen die Hersteller mineralischer Putze auf.
„Gesund bauen – natürlich mineralisch“, unter dieser Überschrift haben die Hersteller mineralischer Putzmörtel bei den Kunden von Malern und Stuckateuren viel Aufmerksamkeit erzeugt. Nun untermauern sie ihre Aussagen mit Daten und Fakten. Sie greifen damit einen Trend auf, der immer häufiger dazu führt, dass Verbraucher die ideologisch verklärte Ebene so genannter alternativer Baustoffe verlassen und nach objektiv überprüfbaren Fakten fragen. Nach Auffassung des Industrieverbands WerkMörtel e.V. (IWM) ist die Zeit für fadenscheinige Umweltzeichen mit willkürlich festgelegten Anforderungskriterien abgelaufen. Die meisten Umweltzeichen für Baustoffe bewerten einseitig bestimmte Eigenschaften und stufen das Produkt dann in die Kategorien „gut“ oder „schlecht“ ein. Was für Lebensmittel oder sonstige Gebrauchsartikel vielleicht noch sinnvoll ist, führt bei Baustoffen in aller Regel in die Irre. Nimmt man zur Wärmedämmung eines Gebäudes Strohmatten, so findet sich sicher eine Institution, die diesen Strohmatten mit einem Umweltzeichen ihre vermeintlichen ökologischen Vorteile bescheinigt, z.B. als nachwachsender Rohstoff. Betrachtet man allerdings die häufig verminderte Dämmwirkung solcher Dämmstoffe und die dadurch über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes verschwendete Heizenergie, so zeigt sich schnell, dass eine mit deutlich höherem Primärenergieaufwand hergestellte Mineralwolleplatte der Strohmatte bei Weitem überlegen ist.
Für eine sinnvolle ökologische Bewertung muss stets das ganze Gebäude über die gesamte Lebensdauer betrachtet werden – Stichwort Nachhaltigkeit. Geht es nach dem Willen des Bundesbauministers, so könnte dies schon bald zur Pflicht werden. Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) wurde bereits ein Zertifizierungsprogramm für Gebäude verabschiedet. In dessem Rahmen sind auch die umweltrelevanten Daten der verwendeten Baustoffe nachzuweisen. Wie bei einem Kfz-Schein, in dem alle wichtigen Fahrzeugdaten stehen, gibt es dann ein Dokument, in dem die umweltrelevanten Baustoffdaten zusammengestellt sind: die Umwelt-Produktdeklaration.

Umwelt-Produktdeklarationen setzen sich durch

Noch sind Umwelt-Produktdeklarati-onen keine Pflicht. Die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) und das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung arbeiten jedoch schon an einem Programm, welches die ökologische Bewertung von Gebäuden vorsieht (Nachhaltigkeitszertifizierung), und zwar nicht erst nach der erfolgten Bauausführung, sondern bereits bei der Planung. Voraussetzung dafür ist, dass für alle verwendeten Baustoffe entsprechende Daten vorliegen.
Auch auf europäischer Ebene gibt es eindeutige Zeichen: Die seit 1989 geltende Bauproduktenrichtlinie wird überarbeitet. Damit beschäftigt sich zurzeit das Europäische Parlament. Deutlich hörbar ist von dort der Wunsch, die neue Bauproduktenrichtlinie möge sich eingehender als bisher mit den Umwelteigenschaften der Baustoffe befassen.
In Kreisen der Baustoffhersteller wird befürchtet, dass überzogene Umweltanforderungen zu immer neuer Bürokratie führen, ohne dass die Baustoffe dadurch besser würden. Im IWM sieht man jedoch auch die andere Seite. Das Thema Umwelt hat in Deutschland eine hohe Priorität. Wer sich kritischen Nachfragen verweigert, dem wird schnell unterstellt, er habe etwas zu verbergen. Genau das aber haben die Hersteller mineralischer Putze nicht nötig. Deshalb wollen sie die derzeitige Entwicklung aufgreifen und offensiv nutzen.

Was ist eine Umwelt-Produktdeklaration?

Eine Umwelt-Produktdeklaration ist die Zusammenstellung aller umweltrelevanten Eigenschaften eines Produktes. In international gültigen Normen ist festgelegt, in welcher Form das zu erfolgen hat. Die Erstellung einer Umwelt-Produktdeklaration ist aufwändig. Dazu gehört zum Beispiel eine vollständige Ökobilanz. Eine Umwelt-Produktdeklaration kann nur individuell im Unternehmen für ein bestimmtes Produkt oder eine Produktgruppe erarbeitet werden. Das erfordert erheblichen Aufwand.
Der Industrieverband WerkMörtel hat allerdings für seine Mitglieder gründliche Vorarbeit geleistet. Gemeinsam mit der international renommierten PE-International aus Stuttgart wurden Muster-Umwelt-Produktdeklarationen erstellt, die nun von den IWM-Mitgliedern als Grundlage genutzt werden können. Auch eine individuelle Software wurde entwickelt und steht den IWM-Mitgliedern ab sofort zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik wurden zudem in einem groß angelegten Forschungsprogramm die wesentlichen Umwelteigenschaften mineralischer Werkmörtel ermittelt. Ergänzend laufen Untersuchungen an der RWTH Aachen. Dieses Paket an Aktivitäten macht deutlich, wie ernst die im Industrieverband WerkMörtel organisierten Mitgliedsunternehmen (Mitgliederliste siehe unter www.iwm.de) das Thema Umwelt nehmen.

Wer zertifiziert die Umwelt-Produktdeklaration?

Die einzige Organisation in Deutschland, die Umwelt-Produktdeklarati-onen zertifiziert, ist das Deutsche Institut für Bauen und Umwelt (DIFBU). Führende Baustoffhersteller und Spitzenverbände der Baustoffindustrie sind dort Mitglied, auch der IWM. Das DIFBU verfügt über unabhängige Sachverständigengremien, von denen die vorgelegten Umwelt-Produktdeklarationen nach internationalen ISO Normen gründlich geprüft werden. Führt die Prüfung zu einem positiven Ergebnis, so wird die vorgelegte Umwelt-Produktdeklaration zertifiziert.

Wem hilft die Umwelt-Produktdeklaration?

Die Umwelt-Produktdeklaration (EPD von Environmental Product Declara- tion) ist ein Ausweis, der alle umweltrelevanten Daten eines Baustoffes enthält. Sie stellt glaubwürdige und vergleichbare Informationen über die Umweltleistung von Produkten bereit und soll den Lebenszyklus eines Produktes vollständig erfassen. Dabei müssen die Umweltbelastungen durch die Herstellung und den Gebrauch des Produktes ebenso beschrieben werden wie mögliche Gesundheitsrisiken.

Angesprochen werden alle am Bau Beteiligten:

· Hersteller von Bauprodukten stellen mit EPDs Informationen über ihre Produkte bereit, können sie zu Marketingzwecken einsetzen, gestalten ihre Unternehmensführung vorausschauend und können sie intern als Steuerungsinstrument zur Weiterentwicklung ihrer Produkte nach ökologischen Kriterien nutzen.
· Architekten und Planer setzen EPDs als Grundlage für die Berechnung der Ökobilanz von Gebäuden ein. Sie ist Voraussetzung für die zunehmend verlangte Nachhaltigkeitszertifizierung von Bauwerken.
· Ausschreibende setzen EPDs für Ausschreibungen ein. Sie steuern und prüfen damit umweltbezogene Vorgaben für die Gebäudeplanung.
· Immobiliengesellschaften und Bauherren bewerten ihre Investitionen und Objekte höher. Objekte lassen sich zunehmend besser vermarkten, wenn sie als nachhaltige Gebäude konzipiert und zertifiziert sind.
· Handel und Endverbraucher finden in EPDs alle umweltrelevanten Produktinformationen – unabhängig und neutral geprüft.

Dr. Hans-Joachim Riechers Jürgen Gänßmantel
Quelle: Malerblatt 11/2009

 

 

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