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Erdbebenschutz

Vorhandene Bauten erdbebensicherer zu machen ist meist weder technisch noch wirtschaftlich machbar.

Abhilfe könnte eine Spezialarmierung des Karlsruher Instituts für Technologie bringen. Erdbeben müssen nicht unmittelbar massive Zerstörungen hervorrufen, um Gebäude unbewohnbar zu machen. Mitunter sind Bauten oft in ihrer Standsicherheit beeinträchtigt, eine Sanierung nach konventionellen Methoden aber teuer.
Am Institut für Massivbau und Baustofftechnologie des KIT in Karlsruhe haben sich Forscher daran gemacht, ein „Intelligent composite seismic wallpaper“ zu entwickeln. Das Ergebnis ist ein System zur Mauerwerksarmierung, bestehend aus einem Gewebe, dessen Aramid-Glasfasern und Polypropylenfasern in vier verschiedenen Richtungen miteinander verwoben sind. So entsteht ein enorm kraftschlüssiges Textilmaterial, das ein Gebäude zusammenhält.

Spezialmörtel + Spezialgewebe

Im Prinzip ähnelt die Verarbeitung der bekannten Armierung von Dämmsystemen: In den dünnschichtig ausgebrachten Spezialmörtel wird die Armierung eingelegt und von einer weiteren Mörtelschicht überdeckt. Der Mörtel, ein mit Epoxidharz vergütetes Zementmaterial, sorgt nicht nur für einen optimalen Verbund zur Armierung, sondern auch für eine hohe Haftscherfestigkeit zwischen Mauerwerk und Mörtel.
Entstanden ist die „Erdbebenarmierung“ im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes „Polytect“, das auf die Entwicklung intelligenter Textilien abzielt, mit denen sich Bauwerke vor Naturereignissen schützen lassen. Getestet wurde das System an einem stark beschädigten Gebäude im italienischen Pavia, das armiert und dann mittels Rütteltisch erschüttert wurde. Unverstärkt wäre das Haus nach Beschleunigungen von 0,4g (also 40 Prozent der Erdbeschleunigung) zerstört gewesen, verstärkt bildeten sich bei 0,6g kleine Risse. Weil der Rütteltisch keine höheren Beschleunigungen zuließ, wurden die Tests hier abgebrochen.

Nicht nur bei Erdbeben

Für die Armierung erhielten die KIT-Forscher zusammen mit dem italienischen Partnerunternehmen D’Appolonia den „JEC Innovation Award 2010“ für herausragende Innovationen mit Verbundwerkstoffen. Übrigens lassen sich Bauten mit dem System auch vorbeugend schützen – und auch baudynamische Rissbildungen durch Setzvorgänge in den Griff bekommen.
Konkrete Überlegungen, wie es mit dem System nach Abschluss des EU-Projektes weitergeht, gibt es nach Angaben des KIT derzeit nicht.

Armin Scharf
Quelle: Malerblatt 12/2010
 

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