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Antibakterielle Farben

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Antibakterielle Farben
Kampf den Keimen
Silber als „Keimkiller“
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Schimmelpilzwidrig
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Antibakterielle Farben sollen die Ausbreitung gefährlicher Keime an Wänden und Decken in medizinischen Bereichen zu verhindern.

Rund 500.000 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr an nosokomialen Infektionen – das sind Infektionen, die im Zusammenhang mit einer stationären Behandlung in einer Klinik erworben werden und die umgangssprachlich auch als Krankenhausinfektionen bezeichnet werden. 10.000 bis 15.000 Menschen sterben jährlich sogar daran. Das geht aus einer Veröffentlichung des Bundesgesundheitsministeriums aus dem Jahr 2016 hervor. 20 bis 30 Prozent der Infektionen, so schätzen Experten, wären durch die Einhaltung von strengen Hygienemaßnahmen vermeidbar. Dazu gehören in erster Linie die Händedesinfektion und der Einsatz steriler Instrumente, aber auch die laufende Desinfektion gefährdeter Oberflächen. Doch herkömmliche Desinfektions- und Reinigungsmittel wirken auf Decken, Wänden und Fußböden nur kurzfristig und erzielen bei besonders resistenten Bakterien und Keimen kaum einen Effekt. Deshalb werden Spezialbeschichtungen und -anstriche von Oberflächen zunehmend Bestandteil moderner Hygienekonzepte in Krankenhäusern, Arztpraxen oder Pflegeheimen.

Um die Ansiedelung und Vermehrung von Keimen und Bakterien auf Decken und Wänden langfristig zu reduzieren, sollten Beschichtungsstoffe in jedem Fall äußerst reinigungsfreundlich oder gar antibakteriell ausgerüstet sein.

Antibakterielle Farben unterstützen die Hygienemaßnahmen im Kampf gegen Krankheitserreger. Sie eignen sich besonders für Therapie-, Behandlungs- und Patientenräume, aber auch für öffentliche Bereiche.


Kampf den Keimen

Eine Möglichkeit hierfür sind mit Bioziden ausgestattete Beschichtungen. Die enthaltenen Biozide werden permanent freigesetzt und töten Bakterien bei Anhaftung ab. Biozide sind in der Vergangenheit allerdings immer wieder in die Diskussion geraten: zum einen wegen negativer Auswirkungen auf die Gesundheit, zum anderen wegen der weitgehend unkontrollierten Freisetzung des Biozids, der Kontamination der Umgebung sowie der Förderung der Bildung resistenter Bakterienstämme. Als negativ wird auch die allmähliche Inaktivierung der Oberfläche durch Auswaschen des Wirkstoffs bezeichnet. Dieses von Fassadenfarben bekannte Phänomen kann in Abhängigkeit von der Luftfeuchte und der Reinigung der Flächen aufgrund von Hygienevorschriften offenbar auch in Innenräumen auftreten.

Antibakterielle Effekte konnten auch mit photokatalytisch wirksamen Zusätzen von Titandioxid- oder Zinkoxid-Nanopartikeln nachgewiesen werden. Nanoskalige Additive sind nach Herstellerangaben fest in die jeweilige Materialmatrix eingebunden. Emissionen aus der Oberflächenbeschichtung seien deshalb nicht möglich.

Silber und insbesondere Silberionen haben eine sehr lange Tradition aufgrund ihrer bakteriziden Eigenschaften. Bereits die alten Römer lagerten Silbermünzen im Wasser, um es „rein“ zu halten.




Silber als „Keimkiller“

In Farben und Lacke integrierte, nanoskalige Silberionen töten Bakterien ab, ohne sich dabei zu verbrauchen. Diese Silberionen seien fest in die Beschichtung eingebunden und gelängen nicht in die Umgebung. So ist zumindest auf der Website des Deutschen Lackinstituts zu lesen (http://www.lacke-und-farben.de/magazin/wissenschaft-technik/wandfarben-mit-antimikrobakterieller-wirkung/). Die Wirkung des Silbers beruht darauf, dass an der Oberfläche von metallischem Silber Ionen gebildet werden, die keimtötende Eigenschaften besitzen. Silberpartikel lagern sich an die Zellwand von Bakterien an und schädigen diese, was letztlich zum Absterben der Bakterien führt. Die genannte Wirkung von Silberionen gegen Bakterien, Pilze und Algen erhöht sich, wenn die Silberpartikel möglichst klein sind (Nanosilber).

Neben diesen Nanosilber-Farben werden auch Innenfarben angeboten, in denen sogenannte Sterione für einen langanhaltenden Schutz sorgen und die Ansiedlung von Keimen auf Wänden und Decken verhindern. Sterione sind antimikrobiell (also nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Viren, Pilze und Algen) wirksame Additive, die in die Beschichtung eingebracht werden. Sie bilden kontinuierlich Ionen mit hoher Aktivität, die die Stoffwechselsysteme der Zellen primitiver Organismen angreifen, sodass diese absterben. Für den Menschen sind sie laut Hersteller jedoch ungefährlich. Diese Ionen können eine große Bandbreite von Bakterien, Viren, Pilzen und sogar resistenten Keimen auf der Oberfläche abtöten. Sterione sind extrem widerstandsfähig gegenüber hohen Drücken, Temperaturen und Feuchtigkeit und sind im Trägermaterial fest verankert, weshalb sie, anders als Biozide, nicht entweichen können. Ihre Wirkung bleibt über viele Jahre erhalten (www.sterione.de).




Produktauswahl

Wer am boomenden Markt der Gesundheitswirtschaft teilhaben möchte, ist gut beraten, wenn ihm auch die Nische der antibakteriellen Farben vertraut ist. Daher wird im Folgenden eine Auswahl an Produkten vorgestellt. Ein spezieller antimikrobieller Wirkkomplex bekämpft in „Zero HealthTec“ die gefährlichsten auf Wand und Decke vorkommenden Mikroorganismen. Neben einer starken antibakteriellen Aktivität (z. B. gegen Escherichia coli, Staphylococcus aureus, MRSA) verfügt die Beschichtung laut Hersteller außerdem über eine antivirale Aktivität (z. B. gegen Norovirus und Polioviren) und eine antimykotische Wirkung (gegen Schimmelpilze). Die schadstoff-, lösemittel- und weichmacherfreie Innendispersion ist in Seidenglänzend und Stumpfmatt erhältlich und ist voll tönbar. HealthTec gehört der Nassabriebklasse 1 an und ist desinfektionsmittelbeständig. Sie eignet sich für alle Einrichtungen des Gesundheitswesens, aber auch für öffentliche Bereiche mit hoher Hygieneanforderung sowie Schulen und Kindergärten. Darüber hinaus ist die Dispersionsfarbe auch dort einsetzbar, wo Lebensmittel hergestellt oder verarbeitet werden (www.zero-lack.de).





Schimmelpilzwidrig

Sigma Coatings bietet mit „Sigmaresist Immun Matt“ eine hygienische Innenwandbeschichtung, die auf einer speziellen Silberionen-Technologie basiert. Dadurch reduziert sie langfristig die Ansiedelung und Vermehrung von Keimen und Bakterien auf Wänden und Decken. Als interessant bezeichnet der Hersteller die Farbe auch für Gebäude, in denen die Raumluftqualität von hoher Bedeutung ist (z. B. in Kindergärten und Schulen). Denn die Beschichtung belastet die Raumluft nicht und wirkt zugleich schimmelpilzwidrig, was sich bei hoher Luftfeuchtigkeit positiv auswirkt. Die matte, hoch reinigungsfreundliche Innendispersionsfarbe der Nassabriebklasse 1 besitzt eine gute Haftung, ein hohes Deckvermögen und einen guten Verlauf. Sie ist beständig gegenüber wässrigen Desinfektionsmitteln und in mehreren Tausend Farbtönen mischbar (www.sigmacoatings.de).

Ebenfalls auf Basis der Silberionen-Technologie hat Adler, Österreichs führender Farbhersteller, eine Wandfarbe entwickelt, die verhindert, dass sich Bakterien und Keime an der Oberfläche ansiedeln und vermehren. „Wir empfehlen Aviva Fresh-Weiß für Arztpraxen, Wellness- und Gesundheitsbereiche, Altenheime, Behörden, Schulen und Kindergärten,“ sagt Adler-Entwicklungsleiter Reiner Toppmair. Da die Farbe auch vorbeugend vor Schimmelbefall schützt, kann sie auch in schlecht durchlüfteten Kellerräumen oder im Bad- und Wellnessbereich eingesetzt werden. Ein spezieller Aktivator sorge außerdem dafür, so der Hersteller, dass unangenehme Gerüche und schädliche Wohngifte abgebaut werden (www.adler-lacke.com).

Ein komplettes Healthcare-Konzept hat Sikkens für medizinische und paramedizinische Bereiche entwickelt. Das wesentliche Element des Konzepts ist die antibakterielle Innenwandfarbe „Alpha SanoProtex“. Ihre Wirkung resultiert aus Silber-Ionen. Nach jedem Reinigungsprozess erhöhe sich laut Hersteller die antibakterielle Wirkung, da die Silberionen im Anstrich dadurch erneut aktiviert würden. Die Farbe ist stark schmutzabweisend, höchst strapazierfähig und beständig gegenüber handelsüblichen Desinfektionsmitteln. Die hochwertige Spezialfarbe ist in Weiß sowie in einer Vielzahl von Farbtönen tönbar. Denn das Sikkens-Healthcare-Konzept umfasst nicht nur spezielle Produkte für unterschiedliche Funktionsbereiche, sondern auch eine extra für den Gesundheitsbereich entwickelte Farbauswahl mit einer harmonisch aufgebauten Palette geeigneter Basis- und passender Akzentfarbtöne. Diese tragen dazu bei, den Wohlfühlfaktor in medizinischen Einrichtungen zu erhöhen und die Raumwahrnehmung der Patienten positiv zu beeinflussen (www.sikkens.com).


Nur Weiß im medizinischen Bereich gehört der Vergangenheit an: Antibakterielle Farben sind beliebig tönbar. Das Sikkens Healthcare Color Concept bietet dem Maler sogar eine extra für den Gesundheitsbereich entwickelte Farbauswahl.


Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl
Fotos: Sikkens
Quelle: Malerblatt 08/2017

 

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