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Wo das Nashorn grüßt

Wenn ein renommierter Architekt seine eigene Wohnung gestaltet, darf man durchaus etwas Besonderes erwarten.

Zum Beispiel ein Spiel mit Farben, Dekoren, Dessins, Formen, Materialien und exotischen Fundstücken. Nein, ein Krokodil sucht man hier vergebens. Das wäre vielleicht auch etwas zu exotisch, mitten in Stuttgart, unter dem Dach eines Gründerzeitbaus. Aber ein Nashorn wäre zugegen, grüßt den Besucher beim Eintritt in die ganz besondere Wunderwohnwelt und verabschiedet ihn auch wieder beim Entschwinden in die profane schwäbische Außenwelt. Aber halt, das Nashorn ist gar keines, auch wenn es so aussieht. „Aus Pappe“ raunt der Architekt lächelnd unter dem hornmächtigen Kopf, der süffisant herabschaut. Denn die beiden Bewohner der Maisonette-Wohnung jagen nicht, weder Großwild noch anderes Getier. Sie sind vielmehr Sammler, Reisende durch verschiedene Kulturen und Orte. Dass dabei immer auch etwas mit nach Hause kommt, ist selbstverständlich. Wie die teils recht großen Souvenirs letztlich den Weg nach Stuttgart finden, lassen wir heute unergründet. Sie sind einfach da. Etwa die meterlange Bank aus Indien, die im dreieckigen Flur, vom Nashorn bewacht, zum Verweilen einlädt. Verweilen, orientieren, aufsaugen. Denn das, was den Besucher hier erwartet, ist eine Art dreidimensionale Collage, bestehend aus Kunstobjekten, Fundstücken aus aller Welt und Designobjekten.


Nashorn und Gründerzeit-Fliesen

All das sorgsam arrangiert, aufeinander abgestimmt und von einer durchgehenden Gestaltungsidee zusammengehalten. So geht es keineswegs darum, Artefakt an Artefakt zu präsentieren, sondern die einzelnen Objekte zu einem erlebnisreichen, sinnlich-herausfordernden Interieur zusammenzubinden.

Der Flur ist sozusagen die Schleuse in dieses Universum der subtilen bis plakativen Erstaunlichkeiten. An den einstimmenden Flur docken – wie in der Gründerzeit üblich – alle anderen Räume an, stets ein kleines Sub-Universum eröffnend. So wartet an der Spitze des Flures der Salon, denn die Bezeichnung Wohnzimmer wäre schlicht zu simpel für den von starken Farb- und Formkontrasten geprägten Raum. Hellblau zieht sich über Wände und die Decke, auf der sich zwei weiße, sich überschneidende Kreisflächen nebst runden Leuchten breit machen. Dem stehen hochfloorige Teppiche und ein zitronengelbes Regal gegenüber.




Das benachbarte Esszimmer wird von textilen Materialien dominiert, angefangen von einer dunkelgrünen Seidentapete bis zum handgehäkelten Vorhang aus Papiergarn. Und die Decke ziert eine Malerei von Alix Waline, gleich einem höchst dynamischen Schwarm unzähliger Vögel.




Psychedelisch verschwurbelt zeigt sich das angrenzende Erkerzimmer – besser gesagt die mit Unschärfe und verdrehten Quadraten spielende, das Auge herausfordernde Tapete. Der Wandel zwischen den einzelnen Räumen mutet an wie eine Reise durch unterschiedlichste Welten: Das Treppenzimmer mit seinem erhaltenen, originalen Eichenparkett und den großen Deckenvouten setzt eine handgedruckte Tapete aus England in Szene. Die dort ausgebreitete Opulenz des Dschungels korrespondiert mit einer seilgewordenen Pendelleuchte und dem großen Holzpferd aus Indien. Der alte, massive Heizkörper in schlichtem Weiß sowie die schlichte Treppe liefern den Kontrast dazu. Die Treppe mit ihrem dunkelgrünen Lauf und den violetten Stufen wurde übrigens mit zweikomponentigem PU-Acryllack beschichtet und die Wände erhielten vor der Tapezierung eine sorgfältige Q3-Spachtelung.




Oben warten die Kakteen

Im oberen Geschoss der Maisonette-Wohnung befinden sich Schlafzimmer samt Ankleide, das lachsfarben gehaltene Bad und der Fitnessraum mit frischer Farbstimmung. Das durchgehende dunkle Parkett verstärkt sogar die Wirkung der Weiß-Zitronengelb-Kombination, lässt das sanft in das Weiß der Decke verlaufende Gelb noch leichter erscheinen.




Im Vergleich ganz schlicht dazu präsentiert sich der Arbeitsraum, von dem aus der Blick in die alten Bäume um das Haus fällt. Ganz ohne Dekorelemente wirkt der Raum zunächst ganz sachlich, neutral und scheint mit dem Rest der Wohnung nichts gemein zu haben. Wären da nicht die zahlreichen Kakteen, die einen grünen, lebendigen Touch bringen und die Verbindung zum Grün draußen herstellen.




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Armin Scharf | Fotos: Eric Laignel

Malerblatt 01/2018

 

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