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Farbwechsel in der Fläche, Farben mit hoher Intensität und grobe Strukturen kennzeichnen die Farbkonzepte von Jörg Niederberger.
Dass Jörg Niederberger eigentlich Künstler ist, erkennt man sofort. Niederbergers Interpretationen der Architektur sind eigenständige Auseinandersetzungen mit dem Baukörper, der Topografie, der Umgebung, den Bauherren und auch dem Wesen der jeweiligen Bauaufgabe. In der Wahl seiner Mittel, den Farbtönen, Strukturen und Flächen ist Niederberger radikaler als manch anderer Künstlerkollege, der sich mit der Architektur anfreundet. Denn trotz der Heftigkeit manch seiner Entwürfe ist Niederberger nicht kompromisslos, im Gegenteil: Er hört den Bauherren und Architekten zu, erspürt deren „Sehnsüchte“, wie er sagt und lässt diese dann in den Farbwerdungsprozess einfließen. Was dabei entsteht, folgt einem gleichzeitigen „Respektieren und Experimentieren“ mit den Volumen und Flächen eines Gebäudes, das meist erst im Entstehen begriffen ist. „Ich gehe dann immer etwas weiter als das, was bereits bekannt ist.“ Will heißen: Niederberger versucht stets, etwas Neues in seine Arbeit zu integrieren, was logischerweise tendenziell zunächst auf Unverständnis stößt, weil man dem Neuen gegenüber traditionell zurückhaltender ist. „Es gibt da sicher den einen oder anderen Schreck“, gibt Niederberger zu. „Ich höre dann schon genau hin, wo der Schreck herkommt und wie ernst er ist.“ Meist, so seine Erfahrung, wandeln sich die spontanen Reaktionen im Laufe der Bearbeitungszeit in Zustimmung. Es geht Niederberger letztlich auch nicht darum, ein fertiges Konzept an den Bauherrn zu bringen, sondern es im Dialog zu optimieren, Wünsche zu erfüllen. So können neue Farbklänge einfließen, die Flächen sich verändern oder auch die Strukturen. Überhaupt haben es ihm die prägnanten Oberflächen angetan. Grobes Korn dient überraschend oft als Basis für die Beschichtung. Licht und Schatten können da ihr Spiel entfalten, die Farbe überlagern, die Volumen verändern.






















