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Farbe macht Gebäude attraktiver. Gerade im Wohnbau geht die Funktion der Farbe über den reinen Bestandsschutz hinaus.
Außerdem steigert sie die Attraktivität und damit auch den Wert einer Immobilie. Aber auch die „inneren Werte“ müssen stimmen.
Erhalten Gebäude eine neue Farbgestaltung, so sprechen manche Zeitgenossen voreilig von „Fassadenlifting“ oder „Behübschen“. Diese Aussage, erlaube ich mir anzumerken, trägt ein gerüttelt Maß an puristischer und intellektueller Ignoranz in sich. Schließlich kann eine engagierte und situationsbezogene Farbgebung den Menschen vor Ort eine neue Qualität bringen, mehr Wertschätzung, Identität, ja sogar Heimat. Gerade in den Großsiedlungen mit ihren anonymen Verhältnissen, mit immer gleichen Fassadenrastern, Eingängen, Balkonen, Treppenaufgängen wirkt Farbe regelrechte Wunder. Aber auch in kleinteiligeren Siedlungen schafft Farbe durch Akzentuierung oder durch Verbindung Anreize, sich und seine Umgebung anders zu sehen. Beim klassischen Einfamilienhaus geht es meist um das subjektive Gefallen einer Gestaltung, die Bauherren wünschen sich „ein schönes Haus“, das ihren oft diffusen Vorstellungen entspricht. Übersetzt kann dies mal in traditionelles Weiß münden, mitunter aber auch in ausgesprochen kräftige rote, blaue oder schwarze Farbstatements. Hier obliegt es dem Farbdesigner, zwischen den individuellen Wünschen und den objektiven Kriterien zu vermitteln. Eine nicht immer leichte Aufgabe, zumal hier auf geschmacklicher Ebene zu diskutieren ist. Und über Geschmack streitet man bekanntlich nicht – muss es aber dann doch. Das ist bei größeren Wohnbauten mit verschiedenen Eigentümern nicht anders. Auch hier gilt es, die individuellen Interessen unter einen „Farbhut“ zu bringen. Was aber bei sachlicher Unterfütterung des Entwurfes und entsprechend argumentativer Präsentation gelingt.






















