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Schabloniertechnik

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Malermeisterin Marion Tichy stellt in dieser Serie neue, exklusiv für das Malerblatt entwickelte Kreativtechniken vor.

In der dritten Folge benutzt sie eine ungewöhnliche Grundierungsmethode, mit der sich die Leuchtkraft von Farben steigern lässt.

Satte Bunttöne weisen oft eine schlechte Deckkraft auf. In der Ausbildung zum Maler- und Lackierer lernt man deshalb sie hell zu grundieren, damit die Farbe Strahlkraft hat. Was passiert, wenn man die alte Regel bricht und das Unerlaubte probiert, nämlich dunkel grundiert, sogar noch eins draufsetzt und mit der Gegenfarbe vorstreicht? Die Welt bricht nicht zusammen, sondern die Farbe bekommt Tiefe. Bildermaler kennen den Tipp aus der Welt der alten Meister und nutzen ihn gezielt.

Auch Wandmaler können das Phänomen für Kreativtechniken einsetzen. Die Kombination von hellem und dunklem Untergrund ergibt ein schönes Wechselbild. Mit dem Grundierungsgrundgesetz aus der Berufsschule kann man also herrlich spielen. Höchste Zeit, es auszuprobieren!


Das Muster vorlegen

Das Schablonenmotiv lässt man als erstes auf dickes Papier (etwa 280 Gramm) drucken. Gute Copyshops bieten diesen Service an. Das Papier grundiert man mit farblosem Acryllack oder Tiefgrund und lässt es trocknen. Dann schneidet man das Motiv mit einem Cutter aus. Zum späteren Ausrichten der Schablone sollte man außerdem Markierungspunkte anbringen. Je nach Größe der Wandfläche sollten mehrere Schablonen vorbereitet zur Verfügung stehen, denn die Konturen setzen sich mit der Zeit mit Farbe zu und das Motiv wird dadurch kleiner.

Nun grundiert man die Wandfläche mit grüner Wandfarbe in mittlerer Helligkeit mit einer feinen Rolle und lässt sie trocknen. Dann misst man die vorbereitete Schablone ein und füllt sie mit weißer Wandfarbe aus. Da das Ornament nur schemenhaft erkennbar ist, muss das Motiv nicht mühselig mit dem Schablonierpinsel ausgestupft werden, man kann es statt dessen auch vorsichtig mit einer Schaumstoffwalze ausrollen. So kann man auch größere Flächen effektiver bearbeiten. Abschließend kontrolliert man die Schablonierung auf Fehlstellen und lässt sie gut trocknen.

Jetzt wird die Wand zum „Leuchten“ gebracht. Dazu überstreicht man die gesamte Fläche mit roter Volltonfarbe. Eventuell muss die Farbe dafür mit Wasser oder Wandlasur lasierender eingestellt werden. Es empfiehlt sich Vorversuche zu machen, etwa auf einer alten Tapete, um auch wirklich den gewünschten Effekt zu erhalten.


Bürste statt Rolle

Der Bürstenauftrag hat im Vergleich zur Rolle den Vorteil, dass weniger Material aufgetragen und so die Deckkraft reduziert wird. Das ist bei dieser Technik wichtig. So erscheint die Oberfläche glatter und handwerklich schöner. Ist man schnell oder arbeitet zu zweit, lässt sich auch mit der Rolle Farbe vorlegen und mit der Bürste nachwischen.

Als Ergebnis erhält man eine rote Wandfläche, die Tiefe und eine beeindruckende Leuchtkraft besitzt.


     





 

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