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Gemalter Stoff

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Gemalter Stoff
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Die Hamburger Dekorationsmalerin Friederike Schulz beherrscht alte Dekorationstechniken.

Dabei führt sie keine Restaurierungen aus, sondern hat sich auf Neufassungen alter Oberflächengestaltungen spezialisiert, für die sie eine eigene Farb- und Formensprache entwickelt hat. In einer neuen Serie dürfen die Malerblatt-Leser ihr beim Arbeiten über die Schulter blicken. In der ersten Folge der Dekorationsmalerei-Serie zeigt Friederike Schulz eine Tapetenimitation mit Stoffoptik.

Bei meiner Arbeit kombiniere ich gerne klassische Maltechniken mit modernen Materialien und Optiken,“ erklärt Friederike Schulz ihre Arbeitsweise. „Ich bevorzuge für die Gestaltungstechniken lösungsmittelfreie Materialien, z. B. auf Acrylbasis, benutze Pigmente oder auch mineralische Farben.“

Die Basis für die Tapetenimitation in Stoffoptik war ein Grundanstrich mit Dispersionsfarbe in einem Farbton, der an Packpapier erinnert, da dieser sehr gut mit Gold harmoniert. „Für den Goldton habe ich eine Standard-Acrylfarbe genutzt aus dem Künstlerbedarf (z. B. von Lascaux, Golden, Boesner, Goya),“ verrät uns die Künstlerin und fügt hinzu: „Die Lasur ist hergestellt aus Acrylbinder, Titandioxid (Pigment) und viel Wasser. Das Pigment mische ich dabei zuerst mit dem Acrylbinder und reibe es darin mit einem alten Pinsel an. Danach verdünne ich die Farbe so lange mit Wasser, bis sie die optimale Transparenz erlangt. Normalerweise sollte man das Pigment im Mörser anreiben und über Nacht einsumpfen lassen, Titandioxid löst sich aber relativ gut auf und ich verzichte daher stets auf diesen etwas zeitaufwendigeren Prozess.“

Von „der Stange“ ist bei Friederike Schulz fast nichts, vielmehr setzt sie auf die Eigenproduktion, die ihren Malereien wesentlich mehr Individualität verleiht: „Die Schablonen für meine Gestaltung schneide ich mir selbst. Hervorragend geeignet ist Overheadfolie; sie ist dünn, aber relativ stabil, gut zu schneiden und man kann das Muster direkt aufdrucken, wenn man keine Lust hat, es durchzupausen. Wichtig ist stets eine Markierung für die Zentrierung der Schablone, um im Lot zu bleiben, sowie die Fortführung des Musters bis zum Rand.“

Die Werkzeuge, die Schulz benutzt, stammen zum größten Teil aus der klassischen Dekorationsmalerei. „Für diese Technik benötigt man einen guten Schablonierpinsel (ich bevorzuge alte Ringpinsel, die sehr flach geschnitten sind), feine Stahlkämme, einen großen Lasurpinsel (von z. B. Leonard oder elco) sowie eine Stupfbürste (z. B. von Leonard).“


Die Arbeitsschritte

Zunächst richtet man die Schablone mithilfe einer Schlagschnur aus, damit das Muster später nicht schief an der Wand verläuft. Die ausgerichtete Schablone fixiert man mit einem Stück Klebeband. Die für die Schablone verwendete Overheadfolie passt sich auch sehr gut an Ecken an, wenn man sie mit dem Finger oder mithilfe eines Klebebandstreifens andrückt. Mit einem festen Schablonenpinsel oder einem Ringpinsel wird die Farbe „trocken“ gestupft. Dazu gibt man die Farbe auf eine Palette oder einen Gebindedeckel und tupft den Pinsel nach dem Benetzen mit Farbe auf der farbfreien Fläche „trocken“. Wenn der Pinsel zu stark mit Farbe getränkt ist, ist die Gefahr des Unterlaufens sehr hoch. Außerdem wird der nachfolgende Arbeitsschritt erschwert. Mit einem Stahlkamm (kleinste Zahnung) wird sofort nach dem Abnehmen der Schablone die Fläche vertikal im 45-Grad-Winkel von oben nach unten durchgekämmt. Vor jedem neuen Ansetzen an die Wand ist dabei stets darauf zu achten, dass der Kamm an einem Tuch abgewischt wird – es entstehen sonst unschöne Ansätze.

Nach dem Trocknen der Schablonenmalerei lasiert man die Fläche mit einem Lasurpinsel in Etappen. Die Lasur sollte hierzu recht dünnflüssig sein, sodass genug Zeit zum Arbeiten bleibt, ohne dass die Lasur frühzeitig anzieht. Um sichtbare Übergänge zu vermeiden, sollte der angrenzende Bereich mit einer „Fettkante“ versehen werden (ein starker Lasurüberschuss, der das Trocknen verzögert). Die aufgetragene Lasur wird bis zur Fettkante hin mit einer Stupfbürste gleichmäßig verteilt. Um den Stoffcharakter zu erzielen, wird die Fläche danach zügig mit dem Stahlkamm zunächst vertikal, dann horizontal durchzogen. Anschließend wiederholt man den Arbeitsschritt. (Anmerkung: Es kommt zu weit weniger ungewollten „Lasurkanten“ und zu einem gleichmäßigeren Endergebnis, wenn man mit einer wässrigen Lasur arbeitet und den Arbeitsgang wiederholt, anstatt mit einer deckenden Lasur zu arbeiten. Das verkürzt zwar die Arbeitszeit, führt aber zu einem unbefriedigenderen Ergebnis.




 

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